Warum Diesel vorglühen müssen und was ein Blinken der Lampe bedeutet
Von Redaktion

Ohne Vorglühen geht bei Dieselfahrzeugen nichts. Früher musste man das Vorglühen abwarten, ehe das Auto starten konnte. Inzwischen geht es viel schneller. Aber was ist zu tun, wenn die Vorglühlampe blinkt?
Vorglühen: Warum es beim Diesel nötig ist
Vorglühlampe blinkt: Das müssen Sie tun
Wann Glühkerzen zu tauschen sind und was sie kosten
Ins Auto steigen, den Schlüssel umdrehen und direkt losfahren – bei einem Diesel war das bis Ende der 1990er-Jahre undenkbar. Denn vor allem bei eisigen Außentemperaturen musste der Selbstzünder erst geraume Zeit vorglühen, bis der Motor gestartet werden konnte. Noch in den 1980er-Jahren besaßen Fahrzeuge mit Dieselmotor häufig einen Knopf an der Armatur, den es herauszuziehen galt, um das Vorglühen des Motors in Gang zu setzen.
Später musste dann der Zündschlüssel in eine bestimmte Stellung gebracht werden ("Zündung an"), bis eine Kontrollleuchte signalisierte, dass der richtige Heizstand erreicht war. Das konnte gut und gerne eine Minute dauern. Erst dann konnte man den Zündschlüssel ganz herumdrehen und den Motor starten.
Warum müssen Diesel vorglühen?

Der Dieselmotor unterscheidet sich vom Benziner grundlegend: Er hat keine Zündkerze und entzündet den Kraftstoff ausschließlich über Verdichtungswärme ("Selbstzündung"). Damit die Selbstzündung stattfinden kann, muss im Brennraum eine Temperatur von etwa 800 bis 900 Grad Celsius erreicht werden.
Bei Kälte reicht die Kompressionswärme allein nicht aus – deshalb unterstützen Glühkerzen, die elektrisch erhitzt werden und die Luft im Zylinder für den Startvorgang schneller auf Temperatur bringen. Die elektrisch betriebenen Glühkerzen ragen in den Zylinder hinein und heizen sich für den Startvorgang durch Stromfluss auf. Das sorgt dafür, dass der Punkt der Selbstzündung schneller erreicht ist. Sobald der Motor warm genug ist, ist das nicht mehr nötig und die Vorglühlampe bleibt aus.
Wie funktioniert Vorglühen bei modernen Dieselmotoren?

Bei modernen Dieselfahrzeugen entfällt die lästige Wartezeit durch das Vorglühen. Oft wird das Vorglühen bereits beim Öffnen der Tür oder beim Einstecken des Zündschlüssels automatisch in Gang gesetzt. Der Fahrer oder die Fahrerin merkt davon nichts. Bis man sitzt und angeschnallt ist, ist längst alles erledigt.
Die heute fast ausschließlich verwendeten Dieselmotoren mit Direkteinspritzung müssen deshalb unmittelbar vor dem Startvorgang nur noch bei sehr tiefen Temperaturen kurz vorglühen, damit der Motor anspringt. Zudem erreichen moderne Glühkerzen die gewünschten Temperaturen viel schneller als die vor einigen Jahrzehnten.
Verzögerungen beim Startvorgang gibt es deshalb kaum noch. Für den Fahrer oder die Fahrerin heißt das: Einsteigen, Zündschlüssel drehen oder den Startknopf drücken und ohne groß nachzudenken starten.
Was ist zu tun, wenn die Vorglühlampe blinkt?
Wenn die Vorglühlampe leuchtet, glüht der Motor vor. Das ist ganz normal und zeigt an, dass der Motor noch nicht zum Starten bereit ist.
Wenn die Vorglühlampe aber dauerhaft blinkt, liegt ein Defekt vor, der unterschiedliche Ursachen haben kann:
Das AGR‑Ventil (Abgasrückführung) ist defekt.
Der Partikelfilter kann verstopft sein.
Sensorprobleme (Gaspedalstellung, Differenzdruck, Abgastemperatur).
Weiterfahren kann man dann in der Regel zwar noch, allerdings sollte man möglichst schnell eine Werkstatt aufsuchen. Hinweise in der Bedienungsanleitung sind unbedingt zu beachten.
Wie oft sollte man Glühkerzen wechseln?
Ein festes Wechselintervall existiert nicht, denn die Lebensdauer hängt nicht primär von der Laufleistung, sondern vom Einsatzprofil des Fahrzeugs ab. Kurzstrecken-Fahrzeuge müssen Glühkerzen früher wechseln als Langstrecken-Fahrzeuge. Häufige Kaltstarts belasten die Glühkerzen ebenfalls.
Wie lange halten Glühkerzen, und was kosten neue?

In der Regel können Glühkerzen 100.000 Kilometer oder oft noch länger halten. Sobald sich ein Ausfall ankündigt, etwa wenn der Motor schlechter bei Kälte startet, sollten die Glühkerzen gewechselt werden. Ein schlechter Motorstart kann aber auch noch andere Ursachen haben. Eine gute Werkstatt kommt rasch auf die richtige Diagnose.
Ein Dieselmotor hat eine Glühkerze pro Zylinder. Bei einem Vierzylinder sind also vier Stück zu ersetzen. Eine Glühkerze kostet zwischen 10 und 20 Euro, der Tausch in der Werkstatt je nach Modell und Motor zwischen 150 und 300 Euro.
Fazit
Diesel glühen auch heute noch vor – nur wesentlich schneller und intelligenter als früher. Die Vorglühlampe ist dabei ein wichtiges Diagnosetool: Leuchtet sie normal kurz auf, ist alles in Ordnung. Blinkt sie jedoch dauerhaft, sind Defekte im Motor‑ oder Abgassystem wahrscheinlich und ein Werkstattbesuch ist dringend angeraten.