Die 10 wichtigsten Tipps zum Stromsparen
Von Hilda Arnold

Ihre Stromrechnung ist zu hoch? Mit einfachen Maßnahmen drosseln Sie die größten Stromfresser im Haushalt. Diese Tipps können Ihnen Hunderte Euro im Jahr sparen.
Wo im Haushalt das größte Potenzial ist, um Strom zu sparen
Einfache Tipps, um Ihren Stromverbrauch sofort zu senken
Außerdem: 5 teure Strom-Mythen im Faktencheck
Aufteilung des Stromverbrauchs im Haushalt
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat ermittelt, wie der Stromverbrauch in einem typischen Haushalt aufgeteilt ist.
Platz 1: Informationstechnik und Kommunikation (28 Prozent) wie TV, Laptop, Spielekonsole, Router
Platz 2: Kleingeräte und versteckte Verbraucher (17 Prozent) wie die Heizungspumpe
Platz 3: Waschen und Trocknen (14 Prozent)
Platz 4: Beleuchtung (13 Prozent)
Platz 5: Kühl- und Gefriergeräte (11 Prozent)
Platz 6: Kochen (9 Prozent)
Platz 7: Geschirrspülen (8 Prozent)
10 einfache Tipps, wie man Strom sparen kann
Tipp 1: Alte Heizungspumpe erneuern
Eine alte, ungeregelte Heizungspumpe ist oft ein großer Stromfresser und kann für etwa 10 bis 20 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt verantwortlich sein. Eine alte Heizungspumpe in einem typischen Einfamilienhaus mit drei Personen verbraucht zwischen 400 und 600 Kilowattstunden (kWh) im Jahr, eine neue Heizungspumpe nur 50 bis 100 kWh jährlich. Der Austausch gegen ein energieeffizentes Modell amortisiert sich häufig bereits nach ein bis drei Jahren.
Tipp 2: Stand-by-Verbräuche vermeiden

Ob Computer, TV oder Spielekonsole: Minimieren Sie den Stromverbrauch ungenutzter Unterhaltungstechnik. Je nach Anzahl, Art und Alter der Elektrogeräte macht deren Stand-by-Modus zusammen häufig zwischen 10 und 20 Prozent der gesamten Stromkosten aus. Wenn man alle nach der Nutzung vollständig ausschaltet, kann ein typischer Drei-Personen-Haushalt gut 300 bis 500 Kilowattstunden pro Jahr sparen. Hilfreich sind dabei abschaltbare Steckdosenleisten oder smarte Funksteckdosen, die sich per Smartphone steuern lassen.
Router nachts ausschalten bringt nicht viel
Der populäre Tipp, den Router nachts abzuschalten, spart im Jahr nur etwa 11 Euro ein, wenn man von einem typischen Verbrauch von 10 bis 11 Watt ausgeht.
Tipp 3: Die Warmwassertemperatur im Bad reduzieren
Die Warmwasserbereitung macht rund 15 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt aus.
Bei modernen Durchlauferhitzern oder Boilern spart es Strom, die Temperatur auf 39 Grad einzustellen − das reicht zum Duschen völlig aus. Da das Wasser nur beim Fließen erhitzt wird und nicht steht, haben Legionellen keine Zeit und keinen Raum, um sich zu vermehren.
Bei einem Warmwasserspeicher ist hingegen eine Temperatur von 60 Grad Celsius meist der beste Kompromiss aus Hygiene und Energieeffizienz. Höhere Temperaturen steigern die Wärmeverluste und die Verkalkung.
Ein Sparduschkopf hilft außerdem, den Wasserverbrauch um die Hälfte zu reduzieren. Da weniger Wasser erwärmt werden muss, sinken auch die Energiekosten deutlich.
Tipp 4: Ineffiziente Altgeräte austauschen
Es kann sich mittelfristig rechnen, alte Haushaltsgeräte gegen energieeffiziente moderne Modelle auszutauschen – vor allem energieintensive, über zehn Jahre alte Kühlschränke. Oft holt man die Ausgaben schon in drei bis fünf Jahren über den niedrigeren Stromverbrauch wieder rein.
Stromfresser im Haushalt finden
Tracken Sie bei älteren größeren Elektrogeräten wie Kühlschränken mit einem Strommessgerät bis zu zwei Wochen den Verbrauch, um diesen gezielt zu optimieren und Stromfresser auszusortieren.
Tipp 5: Auf stromsparende LED-Beleuchtung setzen

Komplett auf moderne LEDs umzusteigen kann über 80 Prozent Strom bei der Beleuchtung einsparen und man profitiert von der oft doppelt so langen Brenndauer. Es dauert in der Regel keine zwei Jahre, bis man diese Ausgaben wieder eingespart hat.
Tipp 6: Beim Waschen und Trocknen sparen
Auch Waschen und Trocknen im Eco-Programm reduziert den Energieverbrauch spürbar. Apropos Temperatur: Für normal verschmutzte Buntwäsche genügen 30 Grad. Achten Sie darauf, die Waschmaschine richtig zu beladen (nicht zu voll oder halb leer).
Einen Wäschetrockner am besten nur zum Einsatz bringen, wenn an der Luft trocknen nicht möglich ist. In den Trockner sollte nur gut geschleuderte und keine tropfnasse Wäsche kommen. Dabei das Fassungsvermögen möglichst gut ausnutzen.
Tipp 7: Spülmaschine im Eco-Programm nutzen

Das Eco-Programm dauert zwar länger, um denselben Reinigungseffekt zu erzielen wie ein Standard- oder Kurzprogramm. Es ist allerdings energieeffizienter, denn das Wasser wird weniger erhitzt, was im Vergleich bis zu 50 Prozent Strom spart. Die Spülmaschine sollte man auch immer ausreichend beladen, damit sie nicht unnötig oft läuft und man keine Energie verschwendet.
Tipp 8: Beim Kochen und Backen Energie sparen
Beim Kochen lassen sich Energieverluste vermeiden, wenn man den Deckel auflegt und Töpfe nutzt, die nicht kleiner sind als das Kochfeld. Übrigens: Hat man einen Elektroherd, spart es bis zu ein Drittel Strom, wenn man kleinere Wassermengen mit dem Wasserkocher erhitzt, bei Induktion macht es kaum einen Unterschied. Noch mehr bringt es, immer nur mit so viel Wasser zu kochen, wie man wirklich benötigt, und den Wasserkocher regelmäßig zu entkalken.
Backen mit Umluft ist etwa 20 Prozent stromsparender als mit Ober-/Unterhitze. Auch wenn man Speisen in der Mikrowelle statt im Ofen aufwärmt, kostet das deutlich weniger Energie.
Tipp 9: Stromspartipps für den Kühl- und Gefrierschrank

Die Kühlschranktemperatur sollte nicht unter 7 Grad liegen. Lagern Sie auch Getränke wie Säfte im Kühlschrank, sie wirken wie kleine Kühlakkus. Achten Sie darauf, den Gefrierschrank regelmäßig abzutauen – eine 5 Millimeter dicke Eisschicht kann den Stromverbrauch beispielsweise um bis zu 30 Prozent in die Höhe treiben. Die optimale Temperatur im Gefrierschrank liegt bei minus 18 Grad.
Tipp 10: Energieeffizienter Computer
Achten Sie bei Computern auf die Bildschirmgröße: Laptops verbrauchen weniger Strom als Desktop-PCs. Wichtig sind auch die Einstellungen: Aktivieren Sie bei kürzeren Pausen am besten nach wenigen Minuten den Energiesparmodus und versetzen Sie den Computer bei längerer Inaktivität automatisch in den Ruhezustand.
Einsparpotenziale im Überblick: So viel Strom können Sie sparen
| Sparmaßnahmen gegen Haushaltsgeräte (ältere Generation) | Verbrauch/Kosten pro Jahr (ca.)* | Einsparpotenzial pro Jahr (bis zu) |
|---|---|---|
Alte Heizungspumpe durch moderne Hocheffizienzpumpe tauschen | 600 kWh / 240 € | 120 € (90 % Stromersparnis) |
Warmwasserbereitung: Temperatur von Durchlauferhitzern auf 39 Grad senken; ggf. effizientere Neugeräte anschaffen, Sparduschkopf | 500 kWh pro Person / 200 € pro Person | 100 € bei Anschaffung eines Neugeräts |
Stand-by-Verbräuche von Elektrogeräten mit abschaltbaren Steckdosenleisten oder smarten Funksteckdosen vermeiden | 210 kWh / 84 € (2-Personen-Haushalt, Wohnung) | 84 € |
Über 10 Jahre alten Kühlschrank (Kühl-/Gefrierkombination) austauschen | 220 kWh / 90 € | 40 € |
Alte Glühlampen (60 W) durch moderne LEDs ersetzen | 876 kWh (4 Stunden Brenndauer täglich) / 350 € | 320 € (rund 80 kWh pro Glühlampe) |
Faktencheck: Die größten Strom-Mythen aufgedeckt
Mythos 1 − Eco-Programme sparen nicht viel Strom: Durch die niedrigeren Temperaturen sparen Eco-Programme bei Wasch- und Spülmaschinen sowie Trocknern deutlich Energie gegenüber anderen Modi ein.
Mythos 2 − Stand-by ist nicht so schlimm: Tatsächlich kostet Stand-by-Verbrauch je nach Anzahl der Geräte auch sehr viel Strom – bis zu 144 Euro pro Jahr im Einfamilienhaus, bis zu 84 Euro in einer Wohnung.
Mythos 3 − Licht lieber anlassen, als es oft an- und auszuschalten: Bei herkömmlichen Glühbirnen gilt die Faustregel, dass es sich nur lohnt, das Licht auszuschalten, wenn man mehr als drei Minuten lang den Raum verlässt. Bei LEDs gilt diese Regel nicht, da sie viel weniger Einschaltstrom benötigen. Hier spart jedes Schalterdrücken bares Geld. Extra-Spartipp: In Durchgangsbereichen wie Fluren oder im Keller Lichter über Bewegungsmelder steuern.
Mythos 4 − Wenn der Kühlschrank voll ist, verbraucht er mehr Strom: Das ist falsch. Die Lebensmittel im Kühlschrank stabilisieren stattdessen die Temperatur und wirken wie kleine Kühlakkus. Besonders gut funktionieren Flüssigkeiten wie Saftpackungen.
Mythos 5 − Der Backofen muss vorgeheizt werden: Diese häufige Vorgabe in Rezepten ist in den meisten Fällen (z.B. bei Kuchen, Aufläufen) überflüssig (außer bei Soufflés oder manchen Brotsorten) und kann zu echter Stromverschwendung führen. Man kann den Backofen auch etwas früher ausschalten und die Gerichte mit Restwärme fertig backen.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Stromsparen
Extrem Strom zu sparen ist bei notwendigen Haushaltstätigkeiten nicht immer realistisch. Sie können jedoch einige hundert Euro sparen, wenn Sie die größten Hebel kombinieren: Tauschen Sie Ihre alte Heizungspumpe aus, eliminieren Sie konsequent den Standby-Verbrauch aller Geräte, steigen Sie komplett auf LEDs um und nutzen Sie bei Wasch- und Spülmaschine ausschließlich die Eco-Programme.
Ja, das ist eine der effektivsten Maßnahmen. Da Geräte im Standby-Modus jährlich Stromkosten von bis zu 144 Euro verursachen können, trennen schaltbare Leisten oder smarte Funksteckdosen Geräte mit einem Klick komplett vom Netz und amortisiert sich schon nach sehr kurzer Zeit.
Am einfachsten geht das mit einem Strommessgerät, das Sie für wenige Euro kaufen oder bei Verbraucherzentralen leihen können. Stecken Sie es zwischen Steckdose und Gerät, um den genauen Verbrauch in Betrieb und Standby zu entlarven. Es hilft hier auch, sich eine Liste mit den stromintensivsten Geräten im Haushalt anzulegen und deren Verbrauch gezielt zu reduzieren.
Der Preis variiert je nach Vertrag und Anbieter. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis Anfang 2026 bei rund 37,2 Cent pro Kilowattstunde. Ihren exakten Arbeitspreis finden Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung.
Im Standby wartet ein Gerät auf ein Signal (z.B. von der Fernbedienung) und verbraucht dabei permanent Strom. Der Ruhezustand, vor allem bei Computern, speichert den aktuellen Zustand und schaltet sich fast komplett ab, was deutlich weniger Energie benötigt.