Kinder-Fahrradhelm-Test 2026: Es geht auch günstig

• Lesezeit: 8 Min.

Von Andrea Piechotta

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ADAC Experte Stefan Grabmaier hat die Kinder-Fahrradhelme getestet© ADAC/Ralph Wagner

Wenn Kinder aufs Fahrrad steigen, sollten sie stets einen Helm tragen, um bei einem Sturz geschützt zu sein. Doch nicht alle Helme sind gleich gut, wie ein von ADAC und Stiftung Warentest gemeinsam durchgeführter Test von 18 Fahrradhelmen beweist.

  • Kein Fahrradhelm kommt über "befriedigend" hinaus

  • Hoher Kaufpreis garantiert keinen besseren Schutz

  • Testsieger ist der günstigste Helm

Die Auswahl an Fahrradhelmen für Kinder ist enorm groß. Doch welcher Helm ist gut? Dieser Frage sind der ADAC und die Stiftung Warentest nachgegangen. 18 Helme mussten sich in den drei Kategorien Unfallschutz, Handhabung und Schadstoffgehalt beweisen.

Wichtigstes Kriterium im Test ist mit einem Anteil von 55 Prozent an der Gesamtnote der Unfallschutz. Schließlich ist das der Grund, warum Helm tragen generell so wichtig ist. Im Falle eines Sturzes oder Unfalls kann ein Fahrradhelm schwere Kopfverletzungen mildern oder ganz verhindern.

Die gute Nachricht: Die 18 Kinder-Fahrradhelme im Test bieten alle grundsätzlich genügend Schutz, um das Verletzungsrisiko im Ernstfall deutlich zu reduzieren. Doch perfekt ist keiner der getesteten Helme. Bei jedem Modell gibt es Kritikpunkte, sodass kein Helm ein gutes Gesamtergebnis erreichen konnte.

Die beste Bewertung beim Unfallschutz und auch im gesamten ADAC Urteil (2,6) erhielt der günstigste Kinder-Fahrradhelm: Crivit von Lidl. Am schlechtesten hingegen schnitten sowohl im Gesamtergebnis (beide ADAC Urteil 3,6) als auch im Unfallschutz die Fahrradhelme von Abus und Melon ab – sie liegen mit einem Kaufpreis von über 70 Euro sogar im höheren Preissegment. Dennoch gilt: Jeder Fahrradhelm ist besser als gar kein Helm.

Testsieger ist der Kinder-Fahrradhelm Lidl Crivit

Der günstigste Kinder-Fahrradhelm im Test, Crivit von Lidl, erhält das ADAC Urteil 2,6© Stiftung Warentest/Ralph Kaiser

Insgesamt hat das Modell Crivit von Lidl mit dem ADAC Urteil 2,6 am besten abgeschnitten. Der Testsieger überzeugte besonders beim Unfallschutz. Ausschlaggebend sind auch sein geringes Gewicht und die sehr gute Sichtbarkeit im Dunkeln inklusive aktivem Rücklicht. Weil jedoch die Handhabung lediglich befriedigend ist und der Tragekomfort sogar nur als ausreichend bewertet wird, reicht es insgesamt nicht für eine bessere Gesamtnote. Mit dem Kaufpreis von rund 15 Euro ist er der günstigste Helm im Test.

Dicht dahinter mit dem ADAC Urteil 2,7 teilen sich der Fahrradhelm Nutz 2.0 KinetiCore von Lazer und der Kinderhelm Oyo von Uvex den zweiten Platz.

Testverlierer: Kinder-Helme von Melon und Abus

Der Kinder-Fahrradhelm von Melon fällt optisch auf und erhält das ADAC Urteil 3,6, wie auch der Helm von Abus© Stiftung Warentest/Ralph Kaiser

Erwähnenswert ist beim Kinder-Fahrradhelm Melon das insgesamt schlechte Abschneiden beim Unfallschutz, besonders die schwachen Werte bei den Stoßdämpfereigenschaften im Schläfenbereich zeigen Verbesserungsbedarf. Auch die Sicherheit von Riemen und Schloss fällt mit einer nur ausreichenden Bewertung negativ auf. Die Gurtenden sind nicht gesichert, wodurch sich einzelne Verschlussteile lösen können. Ein Mikroschlupf am Gurtband bzw. am Verschluss führt dazu, dass der Gurt während des Fahrens regelmäßig nachgestellt werden muss.

Der Abus YouDrop mit dem gleichen ADAC Testurteil von 3,6 zeigt zudem Schwächen beim Unfallschutz im Bereich Erkennbarkeit im Dunkeln.

Ergebnisse im Überblick: 18 Fahrradhelme für Kinder

Beim Klick auf die Zeile des entsprechenden Helms erhalten Sie weitere Informationen.

Hersteller/ModellMittlerer Preis in Euro ADAC UrteilUnfallschutzHandhabungSchadstoffezum Vergleich hinzufügen
14,99
2,6
2,3
3,3
1,0
50
2,71
2,7
2,7
1,0
50
2,71
2,7
2,7
3,0
74,90
2,81
2,8
2,7
1,0
81
2,91
3,0
2,5
1,0
64,90
2,91
2,9
2,5
1,6
30,00
3,01
3,0
2,9
1,0
55
3,01
3,3
2,2
1,0
100
3,01
3,0
3,1
1,0
55,00
3,0
2,5
3,8
2,2
29,99
3,1
2,9
3,7
1,0
32,49
3,21
3,3
2,4
1,6
49,99
3,21
3,2
3,4
1,0
60
3,31
3,3
3,1
1,0
75
3,41
3,4
2,8
1,0
30
3,51
3,5
2,6
1,0
75
3,61
3,6
2,7
1,0
79,95
3,61
3,6
3,2
1,0
  1. 1 · Ab befriedigend im Urteil „Unfallschutz“ wird das ADAC Urteil abgewertet. [Sind die Urteile gleich oder nur geringfügig schlechter als befriedigend, ergeben sich nur geringe negative Auswirkungen. Je schlechter die Urteile, desto stärker ist der jeweilige Abwertungseffekt.]

sehr gut

0,5 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

© ADAC e.V.

Intensiv geprüft: Schutz vor Kopfverletzungen

Für die Bewertung in der Kategorie Unfallschutz spielt der Schutz vor Kopfverletzungen eine große Rolle. Insgesamt zeigte sich im Test, dass bei 12 von 18 Fahrradhelmen die Stoßdämpfungseigenschaften im Schläfenbereich die größte Schwachstelle sind.

Im ADAC Test werden die Stoßdämpfungseigenschaften von Kinder-Fahrradhelmen strenger geprüft, als es die gültige Norm DIN 1078 vorschreibt. Dafür untersucht der ADAC jedes Helm-Modell nicht nur einmal, sondern gleich an sechs baugleichen Exemplaren. Insgesamt werden 18 Fallversuche pro Modell durchgeführt – mit unterschiedlichen Aufprallwinkeln. So wird umfangreich überprüft, wie zuverlässig ein Fahrradhelm den Kopf eines Kindes bei verschiedenen Sturzsituationen schützt.

Die Erkenntnis: Ein hoher Kaufpreis garantiert keinen besseren Schutz vor Kopfverletzungen. Denn der teuerste Helm im Test – das Modell von POC für 100 Euro – hat die schlechtesten Ergebnisse bei den Stoßdämpfungseigenschaften. Ebenso schlechte Stoßdämpfungseigenschaften haben die Fahrradhelme von Puky und Fischer.

Der günstigste Helm hingegen – Crivit von Lidl für rund 15 Euro – erzielte hier den besten Wert im gesamten Test. Neben Lidl/Crivit überzeugen auch die Fahrradhelme von KED, Cratoni und Specialized mit guten Ergebnissen beim Schutz vor Kopfverletzungen.

Wichtig: Sichtbarkeit im Dunkeln

Der Lidl Kinderfahrradhelm Crivit schneidet im Test gut ab
Gute Noten für Crivit/Lidl: Ausschlaggebend ist die gute Bewertung im Unfallschutz, besonders die sehr gute Sichtbarkeit im Dunkeln© Stiftung Wartentest

Enorm wichtig für die Sicherheit im Verkehr ist die Erkennbarkeit der Fahrradhelme bei Dunkelheit durch Reflektoren oder Beleuchtungseinrichtungen wie LEDs. In dieser Unterkategorie des Unfallschutzes fielen die Ergebnisse im Test sehr unterschiedlich aus.

Ein überzeugendes Beispiel sind hier mit Reflexionsstreifen versehene Gurtbänder, die einen sehr starken Effekt auf eine bessere Sichtbarkeit im Dunkeln haben. Auch hier fällt der günstigste Fahrradhelm von Lidl/Crivit positiv auf. Er bietet nicht nur eine sehr gute Reflexion, sondern verfügt sogar über ein integriertes aktives Rücklicht.

Ein aktives Licht ist grundsätzlich sinnvoll, muss jedoch vor der Fahrt eingeschaltet werden, um seinen Zweck zu erfüllen. Häufig werden solche Rücklichter mit Knopfzellen betrieben, die nach dem Entladen ausgetauscht werden müssen. Beim Fahrradhelm von Specialized ist das jedoch nicht möglich: Die Batteriezellen des integrierten Rücklichts lassen sich nicht wechseln, ohne das gesamte Licht zu beschädigen.

Ein gutes Beispiel ist dagegen das Kinder-Fahrradhelm-Modell von Cratoni. Die LED-Beleuchtung ist über einen USB-C-Anschluss wiederaufladbar und somit auch sehr umweltfreundlich.

Keine Sichtbarkeit im Dunkeln zeigten neben dem Modell von Bell auch die Fahrradhelme von Decathlon und Uvex. Nur eine ausreichende Bewertung erreichten in dieser Kategorie die Modelle von Abus, Alpina, Cube, Lazer, Giro, KED und Specialized.

Insgesamt sind damit 10 von 18 Fahrradhelmen für Kinder im Straßenverkehr schlecht sichtbar. Das ist kaum nachvollziehbar, zumal sich die Sichtbarkeit mit einfachen Mitteln deutlich verbessern ließe.

Welche Fahrradhelm-Größe passt?

Für den Praxistest wurden sechs mitfahrende Kinder und sechs selbst fahrende Kinder gemeinsam mit ihren Eltern einbezogen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bei Fahrradhelmen neben dem Tragekomfort vor allem die Passform des Helms entscheidend ist.

Neben der Passform ist bei allen Fahrradhelmen auch die Größenabdeckung der einzelnen Modelle sehr unterschiedlich. Viele Hersteller decken mit ihren Modellen nur einen begrenzten Kopfumfang ab. So ist der Fahrradhelm von Decathlon beispielsweise erst ab einer Kopfgröße von 52  Zentimetern erhältlich, während der Giro-Helm nur bis zu einem Kopfumfang von 53  Zentimetern angeboten wird.

Lediglich die Hersteller der Fahrradhelme von Cube und Woom bieten hier fast die gesamte Bandbreite an Helmen für Kinder aller Altersklassen an. Cube hat als einziger Anbieter im ADAC Test die vier Helmgrößen in XXS, XS, S und M (Kopfumfang von 44 bis 57 Zentimeter) in seinem Portfolio, Woom punktet mit den drei Helmgrößen XS, S und M (Kopfumfang 46 bis 57 Zentimeter).

Wie die Grafik zeigt, bieten nur die Hersteller Puky, Melon, KED und Fischer Modelle an, die für Kinder mit größeren Kopfumfängen (bis zu 58 Zentimeter) geeignet sind. Und nur das Modell von Decathlon hat einen Fahrradhelm in Größe M für einen Kopfumfang von bis zu 59 Zentimetern im Angebot.

Fazit & Forderungen an die Hersteller

Leider beobachtet der ADAC in den letzten Jahren keine bis wenig Weitentwicklung bei Fahrradhelmen, dennoch sind viele Helme sehr teuer. Sowohl bei den Stoßdämpfungseigenschaften als auch bei der Ausstattung der Helme für Kinder ist kaum Innovation zu sehen.

Fazit dieses Tests: Die Hersteller müssen mehr in den Unfallschutz investieren, und folgende Aspekte sollten auch stärker berücksichtigt werden.

  • Der Schutz vor Kopfverletzungen muss insbesondere im Bereich der Schläfen verbessert werden.

  • Die Sichtbarkeit im Dunkeln durch Reflektoren sollte deutlich ausgebaut werden, denn 10 von 18 Helmen schnitten im Test lediglich mit "ausreichend" ab oder schlechter.

  • Das Gurtsystem der Fahrradhelme für Kinder darf sich im praktischen Einsatz nicht durch Mikroschlupf lockern.

  • Eine seitliche Einstellbarkeit der Gurte sollte immer möglich sein, um die Gurtführung optimal an die Kopfform des Kindes anpassen zu können.

  • Eine Sicherung an den Gurtenden sollte stets gegeben sein, denn das vermindert das Risiko, dass sich der Verschluss versehentlich ausfädelt.

  • Die Batterie der LED-Beleuchtung muss einfach austausch- oder aufladbar sein.

  • Da das Drehrad zur Größenverstellung häufig benutzt wird, sollte es einfach bedienbar und gut erreichbar sein.

Praxis-Tipps: Das ist zu beachten

Ein Kinderfahrradhelm wird auf richtigen Sitz auf dem Kopf des Kindes geprüft
Eltern sollten immer darauf achten, dass der Fahrradhelm bei ihrem Kind richtig angepasst ist und gut sitzt© ADAC/Ralph Wagner
  • Da jede Kopfform individuell ist, empfiehlt es sich, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Helms überprüfen und ein Fehlkauf vermeiden.

  • Generell lohnt es sich zu prüfen, welche Größen der Helm abdeckt, denn Kindern kann ein Fahrradhelm mit einer geringen Spannbreite beim Kopfumfang schnell zu klein werden.

  • Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Zusätzlich sollte der Helm auch über reflektierende Elemente an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Reflexionsstreifen können auch nachträglich angebracht werden. Zudem erhöht ein helles Design in auffälligen Farben die Sichtbarkeit.

  • Jeder Helm muss nach einem Sturz ersetzt werden, da dabei nicht sichtbare Schäden entstanden sein können. Dadurch könnte die Schutzfunktion des Helms teilweise oder vollständig beeinträchtigt sein.

  • Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer mit Helm Rad fahren und den Fahrradhelm richtig aufsetzen und anpassen.

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Video: So sitzt der Fahrradhelm richtig

Nur wenn der Helm gut sitzt und perfekt eingestellt ist, kann er seinen Zweck optimal erfüllen. Die Wahl eines passgenauen Kopfschutzes ist also enorm wichtig. Im folgenden Video "Fahrradhelm richtig einstellen" wird gezeigt, wie es geht.

So hat der ADAC getestet

Auswahlkriterien

Die Auswahl der zu testenden Produkte fand im Vorfeld durch die Stiftung Warentest statt, welche sich auf eine umfangreiche Marktanalyse stützt und im Fachbeirat mit anwesenden Experten und Herstellern besprochen wurde.

Daraus ergaben sich folgende Auswahlkriterien:

  • Kinder-Fahrradhelme in unterschiedlichen Größen für Mitfahrer ab etwa 3 Jahren sowie für selbst fahrende Kinder

  • Hersteller mit Marktrelevanz

  • Produkte aus dem Fachhandel als auch aus dem Internet

  • Größenanpassung mit Stellrad

  • Preisgefüge zwischen 10 € und 100 €

Produkte

Aus der Marktrecherche (Messebesuche, Fachhandel, Einzelhandel und Internet) und den vorgegebenen Kategorien hat sich die Zusammenstellung der Modelle ergeben. Für den Test wurden insgesamt 13 Prüfmuster pro Fahrradhelm-Modell durch die Stiftung Warentest eingekauft.

In der Kategorie Unfallschutz werden u.a. folgende Aspekte überprüft.

Schutz vor Kopfverletzungen

Erweiterte Stoßprüfung

Die Anforderungen der erweiterten Stoßprüfung liegen über den Vorgaben der geltenden Norm 1078 und werden seit Jahren für vergleichende Tests von Fahrradhelmen herangezogen. Dafür wird ein Hybrid-III-Prüfkopf ohne montierten Halsansatz verwendet. Dieser Prüfkopf besitzt eine gummierte Außenhaut, die die Reibung zwischen Prüfkopf und Fahrradhelm im Vergleich zu Prüfköpfen nach DIN 17950 erhöht. Die Prüfungen werden bei einer Raumtemperatur von etwa 21 °C (± 2 °C) durchgeführt.

Die Prüfung der Stoßdämpfungseigenschaften der Kinder-Fahrradhelme werden an jeweils sechs Modellen eines Herstellers mit insgesamt 18 Fallversuchen durchgeführt. Genauer: Es werden bei drei Helmen mit jeweils drei Prüfungen die Stoßdämpfungseigenschaften auf einem flachen Sockel sowie bei drei Helmen mit jeweils drei Fallversuchen auf eine schiefe Ebene die Rotation überprüft.

Sicherheit von Riemen und Schloss

Abstreifsicherheit

Diese Prüfung wird in Anlehnung an DIN EN 1078: 2014-04 Punkt 5.6 durchgeführt. Es wird der feste Sitz des Helmes auf dem Kopf untersucht. Es ist ein für die jeweilige Größe passender Prüfkopf zu verwenden. Der Helm ist dem Prüfkopf entsprechend den Anbieterangaben anzupassen. Zusätzlich wird das Abziehen des Helmes nach hinten geprüft.

Festigkeit der Trageeinrichtung / Leichtigkeit des Öffnens

Die Belastbarkeit des Befestigungssystems ist dynamisch an einem Prüfmuster zu überprüfen. Es ist ein für die jeweilige Größe passender Prüfkopf zu verwenden. Der Helm ist dem Prüfkopf entsprechend den Anbieterangaben anzupassen. Die Prüfung erfolgt in Anlehnung an DIN EN 1078:2014-04 Punkt 5.5.

Zu messen ist:

  • die dynamische Verschiebung des Kinnriemenbügels

  • die bleibende Verschiebung nach zwei Minuten, während das Fallgewicht auf dem Anschlag verbleibt

  • ob das Befestigungssystem mit einer Hand zu öffnen ist, während das Fallgewicht auf dem Anschlag verbleibt

Erkennbarkeit im Dunkeln

Erkennbarkeit

Von jedem Helm wird die Wirksamkeit der Retroreflexionen bzw. der aktiven Beleuchtungselemente geprüft. Dafür wird der Helm in Höhe und Winkel so platziert, wie es bei einem City-Fahrradfahrer üblicherweise zu erwarten ist.

Sichtbarkeit vorne / hinten

In einer Entfernung von 50 Metern wird das Objekt bei Dunkelheit von hinten mit einem Fahrzeug mit Abblendlicht angestrahlt. Die Sichtbarkeit wird fotografisch dokumentiert und bewertet.

Sichtbarkeit seitlich

In einer Entfernung von 30 Metern wird das Objekt bei Dunkelheit von links oder rechts mit einem Fahrzeug mit Abblendlicht angestrahlt. Die Sichtbarkeit wird fotografisch dokumentiert und bewertet.

Hitzebeständigkeit

Die Testhelme werden über mindestens vier Stunden in einer Wärmekammer auf 75 °C erhitzt und anschließend auf Raumtemperatur abgekühlt. Durch Sichtprüfung soll festgestellt werden, ob durch die Temperatureinwirkung Farb- oder Materialveränderungen, z.B. an Verklebungen, Halterungen oder der äußeren Schale aufgetreten sind.

Die Kategorie Unfallschutz beträgt 55 Prozent am Gesamtergebnis.

Ein Experte beurteilt die Gebrauchsanleitung nach Aufbau, Vollständigkeit und Lesbarkeit sowie die Kennzeichnung im Helm. Mindestens sechs Fahrradfahrer beurteilen das Anpassen, Aufsetzen sowie Absetzen der Helme im Hinblick auf Möglichkeiten und Leichtigkeit der Einstellungen und Verschlüsse oder ob beim Verschließen die Haut eingeklemmt wird.

Unter Tragekomfort werden Aspekte wie die Passform (Tragen auch mit Brille oder langem Haar), der Kinnriemen und der Verschluss bewertet, bzw. ein Kratzen des Materials, Verrutschen des Schlosses oder Polster. Beim Fahren wird ein Augenmerk auf die Belüftung, die Geräuschwahrnehmung, dem Sichtfeld sowie auf den Transport des Helmes gelegt. Bei der Reinigung wird bewertet, wie komfortabel sich Innenpolster und Außenschale reinigen.

Die Kategorie Handhabung hat einen Anteil von 40 Prozent am Gesamtergebnis.

Teile, die mit der Haut in Kontakt kommen, wie Riemen, Gummiringe, Kinnpolster/Pads und Verschlussteile werden auf PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) angelehnt an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK und auf den Gehalt an Weichmachern (Phthalate) untersucht.

Der Anteil am Gesamtergebnis des Tests beträgt fünf Prozent.

Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.

Fachliche Beratung: Stefan Grabmaier, ADAC Technik Zentrum