Notruf: So funktioniert die Standortbestimmung

9.11.2018

Wer nach einem Unfall oder bei einer Panne telefonisch Hilfe anfordert, muss wissen wo er ist. In der Aufregung fällt das vielen schwer, obwohl es mehrere Möglichkeiten gibt, den eigenen Standort zu bestimmen. Navigationsgeräte und Handys können eine große Hilfe sein, sich in unbekannten Gebieten zurecht zu finden.

Unfallsituation mit Handy
©iStock.com/South_agency

Wer sich im Voraus mit den verschiedenen Methoden der Selbstortung vertraut macht, bewahrt im Ernstfall kühlen Kopf und kann am Telefon sofort seinen Standort mitteilen. Die Fachleute in der Rettungsleitstelle unterstützen den Hilfesuchenden dabei, seine Position zu bestimmen.

Straßenschilder und Hausnummern

Innerorts sind Straßenname und Hausnummer das einfachste und naheliegendste Orientierungssystem. Aber nicht jeder weiß immer, in welchem Ort er sich gerade befindet. Vor dem Notruf sollte man daher:

  • den Ortsnamen, ggf. auch Ortsteil, erfragen oder bestimmen (Ortstafel)
  • den Straßennamen herausfinden. Straßennamensschilder stehen meistens an den Kreuzungen und Einmündungen.

Der Name der nächsten Querstraße ist oftmals ausreichend, um die Position auf der eigenen Straße ausreichend genau zu beschreiben. Vor allem an langen Straßen hilft die nächste Hausnummer, um den Standort zu präzisieren. 

Stationszeichen als Anhaltspunkte

Auf Autobahnen, Bundesstraßen, Landes- bzw. Staatsstraßen und Kreisstraßen kann der eigene Standort durch Stationszeichen bestimmt werden. Die Form der Stationszeichen unterscheidet sich nach Bundesländern. Auf ihnen findet man immer die Straßennummer (und -kategorie), die Abschnittsnummer und die Station (Kilometerangabe) innerhalb des Abschnitts.

Stationszeichen sind im Abstand von 500 Metern am rechten Straßenrand aufgestellt. Oftmals zeigt ein Pfeil zusätzlich die Stationierungsrichtung (aufsteigende Kilometerangaben) an.

Bei einem Notruf sind häufig die Angaben auf dem nächstgelegenen Stationszeichen ausreichend. Für eine genauere Ortsangabe kann man den Abstand zum nächsten Stationszeichen mit Hilfe der Leitpfosten abschätzen. Die Leitpfosten haben auf allen Straßen einen Regelabstand von 50 Metern.

Orientierung auf der Autobahn

Zoom-In
Standortbestimmung
Diese Schilder helfen zur Orientierung auf der Autobahn.

Auf Autobahnen kann man seine Position auch durch die Autobahnnummer und die letzte Anschlussstelle bestimmen. Auf Autobahnen muss unbedingt immer die Fahrtrichtung (Fernziel) angegeben werden, damit die Rettungskräfte die richtige Richtungsfahrbahn finden. In manchen Bundesländern finden sich auch noch die alten, blauen Kilometerschilder; diese können alternativ zu den Abschnittsnummern und Stationen verwendet werden.

Beim Anruf von einer Notrufsäule wird der Rettungsleitstelle der Standort des Telefons automatisch mitgeteilt. Der Anrufer muss sich also keine Gedanken über seinen Aufenthaltsort machen. Die Notrufsäulen stehen an beiden Richtungsfahrbahnen der Autobahn im Abstand von 2000 Metern. Kleine Pfeile auf den Leitpfosten weisen den Weg zur nächstgelegenen Notrufsäule.

Das Navigationsgerät zu Hilfe nehmen

Viele Verkehrsteilnehmer benutzen im Fahrzeug ein mobiles oder eingebautes Navigationsgerät. Die meisten Navigationsgeräte sind mit einer Selbstortungsfunktion ausgestattet. Auf dem Bildschirm werden die aktuellen Koordinaten und häufig auch Staat, Landkreis, Kommune, Straßenname oder -nummer und ggf. Hausnummer, sowie die Bezeichnung der nächstgelegenen Kreuzung oder Anschlussstelle angezeigt. Die Anzeige der Koordinaten kann in unterschiedlicher Form erfolgen. Die Rettungsleitstellen können mit jedem Koordinatenformat umgehen.

Geodaten per Handy abrufen

Häufiger als ein Navigationsgerät haben Verkehrsteilnehmer heute ein Smartphone dabei. Diese sind auch mit einem leistungsfähigen GPS-Empfänger ausgestattet. Es ist allerdings oft gar nicht so einfach, eine verwertbare Positionsangabe (Geokoordinaten, Adresse) auf dem Smartphone abzurufen. Der Nutzer muss eine geeignete App installieren und ausführen. Im App-Store findet man sie unter den Stichworten:

  • GPS Info, GPS Status, Kompass, Navigation
  • Notfall, Notruf
  • Wo bin ich, Einfach hier, Standort, Koordinate

    Nicht alle Navigations-Apps bieten die Möglichkeit, die Koordinaten des aktuellen Standorts anzuzeigen. Auf jeden Fall sollte der Anwender sich mit seiner App vor einem Notfall vertraut machen und mögliche Fehlerquellen ausschließen:

    • Freigabe der Ortungsfunktionen für die App in den Einstellungen
    • Der GPS-Empfänger des Smartphones sollte auch ohne Internetverbindung seinen Standort bestimmen können
    • GPS-Empfang funktioniert nur im Freien

      Auch unsere Pannenhilfe Online kann Koordinaten des aktuellen Standorts anzeigen und auf Wunsch an uns übermittelt. Sie können damit die ADAC Pannenhilfe anfordern, aber auch die Koordinaten ablesen und der Polizei oder dem Rettungsdienst durchgeben.

      So funktioniert der automatische Notruf eCall

      Einige Autohersteller bieten schon heute eCall-Funktionen für ihre Fahrzeuge an. Nach einem Unfall (mit Airbag-Auslösung) oder nach manueller Anforderung (SOS-Taste) bauen diese Geräte eine Sprachverbindung über Mobilfunk auf und senden zusätzlich die Koordinaten des aktuellen Standorts sowie weitere Fahrzeugdaten an die Notrufzentrale des Herstellers. Die Notrufzentrale erörtert im Kontakt mit den Fahrzeuginsassen die Situation und verständigt im Bedarfsfall augenblicklich die zuständige Rettungsleitstelle. Technische und Rechtliche Aspekte zum eCall lesen Sie hier.