7 Tipps zum Kauf und Verkauf

19.11.2019

Oldtimer kaufen oder verkaufen – das muss gut überlegt sein. Denn ein übereiltes Geschäft birgt auch Risiken. Wir geben sieben Tipps für einen erfolgreichen Kauf und Verkauf. Das sollten Sie beachten.

Oldtimer Kauf Verkauf
Lebensgefühl Oldtimer: Beim Kauf sollte man sich vorher informieren und vernünftig vorgehen

Sie haben Ihr Traumauto vor Augen und das Angebot ist zu verlockend? Gerade bei besonders günstigen Angeboten sollte man vorsichtig sein. So gut sich das Internet zur komfortablen, weltweiten Suche eignen mag: Schnelle Schnäppchen in den Internetbörsen und -auktionen bleiben eher die Ausnahme. Für einen erfolgreichen Kauf oder Verkauf Ihres Oldtimers sollten Sie überlegt handeln. Unsere sieben Tipps helfen Ihnen dabei.

 

1. Kauf nur mit Vorbesichtigung und Gutachter

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ADAC Techniker prüfen Ihren Oldtimer vor dem Kauf

Ohne Prüfung vor Ort sollte man besser nicht zuschlagen. Informieren Sie sich vorab über die typischen Schwachstellen des ausgewählten Modells. Fachzeitschriften veröffentlichen regelmäßig typspezifische Kaufberatungen. Ältere Hefte sind meist über die Verlage zu bekommen. Zum zweiten Besichtigungstermin sollten Sie einen Spezialisten mitnehmen – der richtige Weg führt hier über die Markenclubs.

Besonders kritisch ist eine Kaufzusage alleine auf ein illustriertes Angebot im Internet hin. Auch wenn Foto, Beschreibung und Preis verlockend klingen: Aussagekräftig ist nur das, was man in der Realität sehen und prüfen kann. Voreilige Kaufzusagen können eine Abnahme-Verpflichtung oder eine rechtliche Auseinandersetzung zur Folge haben. Ein vermeintliches Schnäppchen zu verpassen, ist verschmerzbar. Ein Blender mit hohen Folgekosten am Hals jedoch nicht.

Übrigens: Der ADAC bietet in seinen Prüfzentren durch erfahrene Fachleute eine Gebrauchtwagen-Untersuchung an, egal ob das Prüfobjekt nun vier oder vierzig Jahre auf dem Fahrgestell hat.

2. Beurteilung durch Zustandsnoten

Zustand 2–3, Preis Verhandlungssache: Auf solche Zustandsnoten stößt man in Verkaufsanzeigen häufiger. Doch was verbirgt sich dahinter? Während sich Listenpreise für übliche Gebrauchtfahrzeuge auf Baujahr und Kilometerstand beziehen, spielt bei älteren Exemplaren der Erhaltungszustand die ausschlaggebende Rolle.

Zustand, Originalität und Historie werden vom besichtigenden Kfz-Sachverständigen unabhängig voneinander bewertet und fließen in die Wertfindung mit ein.

Zustandsnote Zustand Beschreibung
Note 1 Makelloser Zustand Keine Mängel, Beschädigungen oder Gebrauchsspuren an der Technik und an der Optik. Komplett und perfekt restauriertes Spitzenfahrzeug. Wie neu (oder besser*). Sehr selten.
Note 2 Guter Zustand Mängelfrei, aber mit leichten Gebrauchsspuren. Entweder seltener, guter unrestaurierter Originalzustand oder fachgerecht restauriert. Technisch und optisch einwandfrei mit leichten Gebrauchsspuren.
Note 3 Gebrauchter Zustand Fahrzeuge ohne größere technische und optische Mängel, voll fahrbereit und verkehrssicher. Keine Durchrostungen. Keine sofortigen Arbeiten notwendig. 
Note 4 Verbrauchter Zustand Nur eingeschränkt fahrbereit. Sofortige Arbeiten zur erfolgreichen Abnahme gem. § 29 StVZO sind notwendig. Leichtere bis mittlere Durchrostungen. Fahrzeug komplett in den einzelnen Baugruppen aber nicht zwingend unbeschädigt.
Note 5 Restaurierungsbedürftiger Zustand Fahrzeuge im mangelhaften, nicht fahrbereiten Gesamtzustand. Umfangreiche Arbeiten in allen Baugruppen erforderlich. Fahrzeug nicht zwingend komplett. 

 

* Durch die heutigen, technischen Möglichkeiten (z.B. Schweißverfahren, computergestützte Messtechniken) sowie den veränderten Materialien (z.B. Lack, Oberflächenveredelung) und einem umfangreichen Korrosionsschutz kann ein komplett restauriertes Fahrzeug den Zustand der Erstauslieferung übertreffen.

 

3. Mit Experten Note und Wert ermitteln

Erforderlich ist eine penible Bestandsaufnahme aller wesentlichen (auch der von außen nicht unbedingt sichtbaren) Bereiche. Ohne Beratung eines Sachverständigen oder eines Spezialisten der Markenclubs ist dies ein schwieriges Unterfangen. So klar die Zustandskategorien definiert sind: Die Einordnung eines Kaufobjektes in die genannten Kategorien (und damit auch die Preisfindung) setzt viel Erfahrung voraus. Die Wertermittlung klassischer Fahrzeuge ist eine Wissenschaft für sich und selbst für Experten nicht immer ganz leicht durchzuführen.

Neben der ADAC Prüfzentren gibt es folgende Sachverständigen-Organisationen:

 

4. FIVA Identity Card bestätigt Authentizität

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Für einige Veranstaltungen Voraussetzung: Die FIVA ID Card

Ein aussagekräftiges Dokument zur Kaufentscheidung kann auch eine existierende FIVA Identity Card zum angebotenen Oldtimer sein. Dieses Dokument bestätigt, dass der Eigentümer Identität und Geschichte seines Fahrzeugs plausibel machen konnte und ihm diese Daten von Seiten der FIVA als unabhängiger, dritter Instanz bestätigt werden. Darüber hinaus werden im Fahrzeugpass auch eventuelle Abweichungen zum Auslieferungszustand dokumentiert und hinsichtlich der historischen Signifikanz eingeordnet.

Zu beachten ist, dass die FIVA Identity Card bei einem Besitzwechsel gemäß FIVA-Regularien ihre Gültigkeit verliert und neu beantragt werden muss. Lassen Sie sich daher vom Verkäufer alle Unterlagen zur Fahrzeuggeschichte für eine etwaige Neuausstellung aushändigen. In einigen Ländern, wie etwa Zypern, gilt das Vorhandensein eines FIVA-Fahrzeugpasses sogar als notwendig, um ein Fahrzeug als Oldtimer zuzulassen.

5. Fälschungen erkennen

Leider gibt es bei hochwertigen Klassikern immer wieder mal betrügerische Fälschungen, die der Fachmann mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennen kann. Bei manchen hochpreisigen Oldtimern können Betrüger beachtliche Wertsteigerungen erzielen, wenn sie die Identität des Fahrzeugs fälschen. Professionelle Betriebe restaurieren heute Fahrzeuge bis zur Perfektion. Doch diese sind im Zweifelsfall nur ein Bruchteil des Preises wert, den ein Original kostet.

Die Experten der FSP (Fahrzeug-Sicherheitsprüfung) haben sich mit Techniken aus der Forensik auf die Erkennung von Fälschungen spezialisiert. Das Institut für automotive Forensik beschäftigt sich mit der Entwicklung von Methoden, um Original und Fälschung voneinander zu unterscheiden und Materialprüfungen vorzunehmen. Die Sachverständigen von FSP erstellen auf dieser Basis Gutachten und zertifizieren Fahrzeuge im Hinblick auf Ihre Echtheit und Authentizität. Die möglichen Prüfverfahren sind auf der Internetseite des Instituts anschaulich dargestellt, dort können Sie sich auch zu Preisen und Aufwand der jeweiligen Prüfverfahren informieren: Institut für automotive Forensik*.

 

6. Oldtimer kostenlos inserieren oder versteigern

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Eine "blind-auction" auf dem Portal BIDaCLASSICS

Die Inserate auf dem internationalen Portal für Oldtimer, Youngtimer und moderne Klassiker BIDaCLASSICS* sind kostenlos und beinhalten darüber hinaus bis zu 50 Bilder und ein Wertgutachten. Zusätzlich zu den Inseraten können Sie kostenlos Auktionen für den Verkauf von Klassikern erstellen. Bei einer normalen Auktion wie bei eBay hat jeder Bieter unendlich viele Gebote, sieht den aktuellen Auktionspreis und nähert sich in festgesetzten Schritten je Gebot.

Bei der "blind-auction" hat jeder Bieter nur drei Gebote und kennt das aktuelle Höchstgebot nicht (verdeckte Gebotsabgabe). Wird das erste platzierte Gebot überboten, erhält der Bieter die Information, dass er noch zwei Gebote hat, um die Auktion zu gewinnen. Am Ende jeder Auktion hat der Verkäufer drei Optionen: Verkauf ablehnen, Verkauf zustimmen oder eine Nachverhandlung. War die Auktion nicht erfolgreich, entstehen dem Verkäufer keine Kosten. Bei einer erfolgreichen Auktion fällt eine geringe Verkaufsgebühr an. Käufer zahlen kein Aufgeld.

7. Kaufvertrag als Beweissicherung

Auto- oder Motorradkauf per Handschlag? Lieber nicht! Zwecks Beweissicherung sollte man den Vertrag unbedingt schriftlich fixieren. ADAC Juristen haben einen speziellen Kaufvertrag für Oldtimer-Fahrzeuge entworfen, der die speziellen Belange beim Kauf/Verkauf eines Klassikers berücksichtigt. Der vom Verkäufer zugesagte Erhaltungszustand sollte in das Formular mit aufgenommen werden, denn dann wird er Vertragsbestandteil. Dies kann unter dem Punkt Sondervereinbarungen geschehen (z.B. Fahrzeug entspricht der Zustandskategorie 2-3). 

Sofern ein detaillierter Zustandsbericht existiert wie z.B. ein Protokoll einer ADAC Gebrauchtwagenuntersuchung oder ein Gutachten eines Sachverständigen, sollte ein entsprechender Hinweis in den Vertrag mit aufgenommen werden. Zu durchgeführten Restaurierungen empfiehlt es sich, auf die schriftliche Angabe der Arbeitsschritte zu bestehen, vorzugsweise in Verbindung mit einer ausführlichen Foto-Dokumentation.

Mehr Infos zum Thema Oldtimer finden Sie in der Broschüre

ADAC Oldtimer-Ratgeber Online

 

Fotos: iStock.com/Steve Cole, BIDaCLASSICS, ADAC, ADAC/Gerd George.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

 

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