Niederländische Küste: Die besten Tipps für den Urlaub
Von Redaktion

Die niederländische Küste reicht von Zeeland bis zur Region Groningen. Breite Nordseestrände, familienfreundliche Badeorte und gut ausgebaute Radwege machen sie zum idealen Ziel für Strandurlaub, Aktivurlaub mit dem Fahrrad oder kurze Wochenendtrips von Deutschland aus.
Die niederländische Küste ist ideal für Familien, Paare und Camper dank guter Erreichbarkeit, hundefreundlicher Strände und zahlreicher Campingplätze. Charmante Küstenstädtchen runden das Erlebnis ab.
Kurzüberblick niederländische Küste
Zur niederländische Küste zählen die Nordsee-Regionen von Zeeland im Süden bis nach Groningen nahe der deutschen Grenze. Lange Sandstrände, Dünenlandschaften und lebendige Badeorte sind typisch für die Küste der Niederlande. Hier kann man einen entspannten Strandurlaub verbinden mit Radfahren, Wassersport oder Ausflügen in die malerischen Küstenstädte.
Top-Regionen: Zeeland, Südholland (Scheveningen, Katwijk), Nordholland (Zandvoort, Texel) sowie die Watteninseln
Beste Reisezeit: Juni bis August für Badeurlaub, Frühling und Herbst für Aktivurlauber, Wintermonate für Ruhesuchende
Geeignet für: Familien, Paare, Camper und Aktivurlauber
Karte der niederländischen Küste
Mit dem Rad die Küste entlang

Die Niederlande sind Radfahrerland, und der Sommer ist die ideale Zeit, um auf der LF-Kustroute die Schönheit der Küste zu entdecken. 610 Kilometer sind es von Cadzand-Bad (Provinz Zeeland) an der belgischen bis nach Nieuweschans (Provinz Groningen) an der deutschen Grenze. Die Inseln und Halbinseln Zeelands, viel Wasser rechts und links zeichnen die erste Etappe aus. Es folgen historische Städte und Strandbäder wie Scheveningen, Zandvoort und Egmont aan Zee.
An der nördlichsten Spitze Nordhollands liegt Den Helder, dessen historisches Hafengebiet sich zu einer lebendigen Ausgehmeile entwickelt hat. Mit dem Bus werden Radfahrende kostenlos über den Afsluitdijk gebracht, um dann an der wenig touristischen Küste bis zum Ziel in Nieuweschans zu radeln. Die gesamte Strecke ist mit den LF Kustroute-Schildern markiert.
Info:
Die Deltawerke: Kampf gegen die Fluten

Das Oosterschelde-Sperrwerk ist neun Kilometer lang und Teil der aus 13 Bauwerken bestehenden Deltawerke, dem größten Sturmflutwehr der Welt. Besucher können das 1986 fertiggestellte Sperrwerk von innen besichtigen. Die "Delta Experience", eine 4-D-Animation, macht die Gewalt des Wassers erfahrbar. Außerdem gibt es hier Wasserspiele, ein Aquarium, Seehunde und Seelöwen. Die während des Baus genutzte Arbeitsinsel Neeltje Jans wurde zum Informationszentrum Deltapark Neeltje Jans.
Anlass zum Bau des Sperrwerks war die Flutkatastrophe im Jahr 1953, bei der im Flussdelta von Westerschelde, Oosterschelde und Haringvliet 1836 Menschen ums Leben kamen.
Das Wasserreich des Nationaal Park De Biesbosch

Rundwanderwege und Radtouren durch den Nationalpark beginnen sowohl am Biesboschcentrum Dordrecht als auch am Biesbosch MuseumEiland, das mitten im Park liegt und über Geschichte und Zukunft der Naturlandschaft informiert. Besonders schön ist es, lautlos mit dem Kanu oder einem der elektrisch angetriebenen "Flüsterboote" durch das Labyrinth von Flüssen und Bächen zu gleiten.
Der Nationalpark De Biesbosch liegt südöstlich von Dordrecht am Ende des Hollands Diep und war einst eine offene Bucht der Nordsee. In den Sümpfen und an den von Weiden und Schilf gesäumten Ufern der geschützten Flusslandschaft De Biesbosch leben zahlreiche Wasservogelarten, darunter Eisvögel und Seeadler, sowie Biber, die hier über hundert Burgen gebaut haben.
Im Hafen von Rotterdam

Rotterdam hat den größten Hafen Europas. Gigantische Umschlagplätze für Container ziehen sich über 42 Kilometer bis zur Mündung der Nieuwe Maas in die Nordsee. Bei einer Hafenrundfahrt erfährt man viel über die maritime Geschichte der Stadt. Eine kombinierte Stadt- und Hafentour bietet der quietschgelbe Amphibienbus von Splashtours. Erst fährt er durch die Straßen von Rotterdam, dann landet er mit einem "Splash" in der Maas und setzt dort als seetüchtiges "Schiff" die Rundfahrt fort.
An alte Zeiten erinnert der Delfshaven: Hier sammelten sich 1620 die englischen Pilgrim Fathers, die in Holland im Exil gewesen waren, um in die Neue Welt auszuwandern.
Kinderdijk: Holland wie aus dem Bilderbuch

Wer Station in Rotterdam macht, sollte sich die 19 Poldermühlen im 15 Kilometer entfernten Kinderdijk nicht entgehen lassen. Zu diesen zählen beispielsweise die Hoge Molen und die Kleine of Lage Molen. Der Wasserbus der Linie 21 bringt Reisende und ihre Fahrräder in einer Stunde von der Haltestelle nahe der Erasmusbrug dorthin.
Die hier aufgereihten Mühlen aus dem 18. Jahrhundert zählen zum Unesco-Welterbe. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Windmühlen eingesetzt, um die Felder des Landes trocken zu pumpen, Korn zu mahlen und Sägewerke anzutreiben. Wie das funktioniert, erfährt man im Besucherzentrum Wisboomgemaal. Wie ein Müller mit seiner Familie wohnte, und was seine Aufgaben waren, erlebt man bei der Besichtigung der Museumsmühlen Nederwaard und Blokweer.
Miniaturland Madurodam

Wer die Niederlande zu Fuß erkunden will, sollte Madurodam besuchen. Im Miniaturpark von Den Haag sind die Highlights des Landes im Maßstab 1 zu 25 versammelt. Klein-Amsterdam ist zu bewundern, Schiffe fahren auf Kanälen, Windmühlenflügel drehen sich, Züge rattern über Schienen, Flugzeuge rollen auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol in Position.
Außerdem gibt es Mitmachstationen, Filme und Spielplätze. Tausende Miniaturbäume und die ganze Saison über blühende Pflanzen verschönern den Park.
Per Straßenbahn nach Scheveningen

Scheveningen ist von Den Haag aus per Straßenbahn zu erreichen. Mit seinem drei Kilometer langen Strand und den Dünen ist es der beliebteste Badeort Hollands. Hier kann man schwimmen, surfen oder Beachvolleyball spielen, spazieren gehen oder in Ruhe entspannen. Die blaue Flagge garantiert saubere und sichere Strände.
Auf dem fast 400 Meter langen Pier gibt es Cafés und Restaurants, eine Aussichtsplattform, Zipline, Bungeespringen und ein Riesenrad. Man kann sogar in Suiten übernachten. Das in die Dünen eingefügte Museum Beelden aan Zee präsentiert moderne und zeitgenössische Skulpturen.
Die Frans-Hals-Stadt Haarlem

Wer durch das historische Zentrum von Haarlem und über den Grote Markt schlendert, fühlt sich in die Zeit des Malers Frans Hals (1582–1666) zurückversetzt. Grachtenhäuser reicher Kaufleute, Gassen und Brücken vermitteln nostalgisches Flair. Der auf Porträts spezialisierte Maler verstand es meisterhaft, Charakter und Stimmung der Menschen zu erfassen. Im Frans-Hals-Museum werden seine großformatigen Schützenstücke und Regentenporträts präsentiert. Gemälde von Künstlern der Haarlemer Schule vervollständigen die Sammlung.
Alkmaar: Alles Käse!

Alkmaar, zwischen Nordsee und Ijsselmeer gelegen, ist als Käsestadt bekannt. Das Käsemuseum in der zweiten und dritten Etage der Käsewaage am Waagplein informiert über die beiden beliebtesten holländischen Sorten Edamer und Gouda, über die Geschichte, die traditionelle und industrielle Käseherstellung und den Handel. Auch historische Werkzeuge sind hier ausgestellt.
Schon 1593 wurde in Alkmaar der erste Käsemarkt abgehalten. Von Ende März bis Ende September kann man den weiß gekleideten Käseträgern jeden Freitagvormittag von 10 bis 13 Uhr beim Transportieren der gestapelten Käselaibe zusehen, im Juli und August jeden Dienstagabend von 19 bis 21 Uhr.
Texel, größte Westfriesische Insel

Die Waddeneilanden, die Westfriesischen Inseln, sind geprägt von Sandstränden, Dünen, Kiefernwäldchen, Rad- und Wanderwegen. Texels Attraktion Nummer eins ist der 30 Kilometer lange Sandstrand. Der Ort De Koog, der als einziger am Nordseestrand liegt, hat sich zum Wassersportzentrum und Surf-Hotspot entwickelt.
Zu den Naturreservaten der Insel zählt der Nationaal Park Duinen van Texel, der sich über die gesamte Westküste der Insel erstreckt. Er lässt sich auf Wander- und Radwegen durchstreifen. Mehr über den Nationalpark, die Nordsee und das Wattenmeer erfährt man bei einem Besuch im Naturmuseum Ecomare, dem ein Meeresaquarium und eine Seehundstation angeschlossen sind.
Häufige Fragen zur niederländischen Küste
Die beste Zeit für einen Strandurlaub an der niederländischen Küste sind die Sommermonate von Juni bis August, wenn die Nordsee am wärmsten ist. Für Aktivurlauber sind hingegen April und Mai sowie September und Oktober besser geeignet. Dann sind auch die Strände weniger überlaufen. Noch ruhiger ist es in den Wintermonaten, die besonders von Naturliebhabern geschätzt werden.
Die Strände der niederländischen Küste sind besonders im Sommer ein beliebtes Ziel sowohl von Einheimischen als auch von Touristen. Dennoch gibt es auch hier noch ruhigere Strände und Strandabschnitte. Dazu zählt etwa der neu angelegte Sandstrand in Petten, der mit seinem breiten Strand und malerischen Umgebung besonders bei Familien beliebt ist. Auch der Strand bei Schoorl ist recht ruhig, da er nur per Rad erreichbar ist.
Die Strände der Provinzen Zeeland und Nordholland sind besonders von West- und Süddeutschland aus schnell erreichbar. Bei der Planung der Reise hilft ADAC Maps.