Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bayreuth – mit Karte
Von Simone Kapp

Die prächtigen Bauten der Markgrafenzeit und die Richard-Wagner-Festspiele brachten Bayreuth Weltruhm ein. Doch auch wer mit dem Komponisten wenig anfangen kann, findet in der Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen.
Barocke Pracht im Markgräflichen Opernhaus
Unterwegs auf den Spuren von Richard Wagner
Spannende Museen in Bayreuth
Nicht zu groß, nicht zu klein, studentisches Leben und markgräfliche Pracht: Bayreuth in Oberfranken ist eine facettenreiche Stadt, attraktiv nicht nur für Musikkenner. Alljährlich im Sommer steht die Stadt ganz im Zeichen der Wagner-Festspiele, doch auch abseits davon bietet Bayreuth viel Sehenswertes für Groß und Klein.
Bayreuth auf der Karte
Wagnerstadt Bayreuth
1. Richard-Wagner-Museum & Haus Wahnfried

Als der Komponist Richard Wagner in Bayreuth auf der Suche nach einem geeigneten Wohnhaus war, aber keine passende Immobilie fand, ließ er auf einem Grundstück beim Hofgarten die Villa Wahnfried nach seinen Vorstellungen errichten. Der Bau unter Leitung von Carl Wölfel dauerte von 1872 bis 1874. Der Komponist lebte hier bis zu seinem Tod und ist im Garten des Anwesens bestattet. Heute ist Richard Wagners ehemaliges Wohnhaus ein Museum über sein Leben und Werk.
Gleich nebenan im Siegfried-Wagner-Haus, 1894 vom Sohn des Komponisten erbaut, befindet sich das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung. Ein Museumsbau aus den Jahren 2010 bis 2015 ergänzt den Komplex, der neben Wagners Werk und Wirkung auch die Geschichte der Bayreuther Festspiele präsentiert.
2. Walk of Wagner
Der Walk of Wagner ist eine Spazierroute durch Bayreuth, die Stationen aus dem Leben des Komponisten verbindet. Der Weg führt von der Villa Wahnfried bis zum Festspielhaus. Die in Anlehnung an den berühmten Walk of Fame in Hollywood geschaffene Route passiert dabei Sehenswürdigkeiten wie die Stadtkirche, Wagners ersten Wohnsitz in der Dammallee 7 und das Markgräfliche Opernhaus. Exponate und Informationstafeln runden das Erlebnis ab, auf den Spuren des Komponisten durch Bayreuth zu flanieren.
3. Markgräfliches Opernhaus

Das Markgräfliche Opernhaus aus dem 18. Jahrhundert zählt zu den prächtigsten barocken Hoftheatern der Welt. Seit 2012 gehört es zum Unesco-Weltkulturerbe. Bemerkenswert ist vor allem der hervorragende Erhaltungszustand des nach italienischem Vorbild erbauten Theaters. Sein Logenhaus, errichtet aus Holz und Leinen, ist noch heute intakt. Die selbsttragende Konstruktion innerhalb der Gebäudehülle aus Stein wurde zuletzt 2013 bis 2018 restauriert und erhielt dabei auch die Farben der barocken Malereien zurück.
4. Festspielhaus

Angelockt vom Markgräflichen Opernhaus, damals die größte Bühne Deutschlands, wählte Richard Wagner Anfang der 1870er-Jahre Bayreuth als Festspielstadt aus. Da das Opernhaus allerdings für Wagners Kompositionen zu klein und insgesamt zu pompös ausgestattet war, wurde ein eigenes Haus für die Aufführungen seiner Werke beschlossen.
Das Festspielhaus wurde von Otto Brückwald im Auftrag des Komponisten errichtet und 1876 eröffnet. Die Akustik des Hauses, abgestimmt auf Wagners Werk, ist weltberühmt. Optisch hingegen ist das Festspielhaus in Bayreuth mit seiner schlichten Fassade eher zurückhaltend gestaltet.
Auf den Spuren der Markgrafen
5. Neues Schloss

1753 wurde das Alte Schloss in Bayreuth bei einem Brand zerstört. In Windeseile wurde daher ab 1753 das Neue Schloss im Herzen Bayreuths vom Baumeister Joseph Saint-Pierre errichtet. Die Gestaltung der Residenz im Stil des Bayreuther Rokoko war stark beeinflusst von der Markgräfin Wilhelmine, einer Schwester Friedrichs des Großen. Die kunstaffine Markgräfin entwarf das Spiegelscherbenkabinett, das Alte Musikzimmer und weitere prachtvoll ausgestattete Räume. Einige der Zimmer sind noch heute im Originalzustand erhalten.
4. Hofgarten

Direkt beim Neuen Schloss befindet sich der Hofgarten, die "grüne Lunge" Bayreuths mit alten Bäumen, Teichen und Spazierwegen. Zunächst nur ein Nutzgarten, wurde die Anlage im 17. Jahrhundert zum Lustgarten mit Reit- und Rennbahn und war den Mitgliedern des markgräflichen Hofes vorbehalten.
Ende des 18. Jahrhunderts entstand daraus ein Landschaftspark im englischen Stil. Barocke Gestaltungselemente wie der Kanal oder die Alleen prägen jedoch bis heute das Erscheinungsbild des öffentlich zugänglichen Hofgartens, beliebt bei Einheimischen und Gästen.
5. Eremitage

Die Eremitage ist vielleicht Bayreuths beeindruckendster Park. Mit Wasserspielen und verschiedenen Schlössern ist sie ein Beispiel höfischer Gartenkunst. Im 17. Jahrhundert war die Anlage noch ein Tierpark und Jagdgehege, das zur Unterhaltung der adligen Gäste erweitert und um ein Lust-, ein Grotten- und ein Brunnenhaus ergänzt worden war.
Einen anderen Fokus setzte Markgraf Georg Wilhelm im 18. Jahrhundert, der mit seiner Hofgesellschaft hier das einfache Leben eines Eremitenordens nachahmte und 1715 das Alte Schloss Eremitage als Mittelpunkt errichten ließ, das heute als Museum besichtigt werden kann.
Markgräfin Wilhelmine prägte auch die Umgestaltung der Eremitage ab 1735. Sie verwandelte das Alte Schloss zum Sommerschlösschen mit Prunkräumen wie dem Japanischen Kabinett und ergänzte den Park um verschiedene Brunnenanlagen. Zu diesen gehört auch die Untere Grotte mit ihren Wasserspielen.
6. Schlossterrassen & Canale Grande

Der Canale Grande in Bayreuth? Tatsächlich handelt es sich bei dem attraktiv gestalteten Wasserlauf im Opernviertel im Herzen der Stadt um den alten Mühlkanal.
Als dieser von seiner Betondecke befreit und als offenes Fließgewässer in der Innenstadt angelegt wurde, fuhr zur Eröffnung eine venezianische Gondel über den Bayreuther Canale Grande. Der Name blieb und heute ist der Kanal besonders in der warmen Jahreshälfte ein beliebter Treffpunkt. Hier befinden sich nicht nur zahlreiche Cafés, sondern auch Sehenswürdigkeiten wie das Opernhaus und die Schlossterrassen, eine prachtvoll gestaltete Treppenanlage.
Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten
7. Bier-Erlebnis-Welt
Wie auch Bamberg zählt Bayreuth zu "Bierfranken", also dem Teil Frankens, in dem das Bierbrauen einen größeren Stellenwert hat als der Weinbau. In der Bier-Erlebnis-Welt der Brauerei Maisel erfahren Interessierte alles zur Geschichte und Tradition des Bierbrauens in der Region und können an interaktiven Stationen erleben, welche Vielfalt aus den vier Grundzutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe entstehen kann. Daneben gibt es eine Sammlung historischer Bierkrüge, Emailleschilder und mehr zu bewundern.
8. Bayreuther Katakomben

Bis zu 500 Jahre alt sind die gewundenen Gänge unter der Innenstadt von Bayreuth. Die historischen Gewölbe entstanden ursprünglich beim Abbau von Erzen, wurden aber über die Jahrhunderte erweitert und als Lagerräume genutzt. In Kriegszeiten suchten die Bayreuther zudem in den Gängen Schutz, so auch bei den Bombenangriffen zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Katakomben von Bayreuth sind im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Die Temperaturen im Untergrund liegen beständig bei etwa 10 Grad, es empfiehlt sich, eine Jacke mitzubringen.
9. Iwalewahaus

Das Iwalewahaus ist Teil der Universität Bayreuth und präsentiert in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische Kunst aus außereuropäischen Kulturräumen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kunst aus Afrika sowie der afrikanischen Diaspora. Neben bildender Kunst sind auch Exponate aus der Alltagskultur und Musik zu sehen.
Das Iwalewahaus befindet sich seit 2013 in einem sehenswerten Gebäude in der Wölfelstraße. Dieses war Anfang des 20. Jahrhunderts ursprünglich für die Bayerische Staatsbank errichtet worden.
10. Deutsches Freimaurermuseum

Das Deutsche Freimaurermuseum, das einzige Haus in Deutschland, welches das kulturelle Erbe der Freimaurer behandelt, bietet eine der größten Sammlungen freimaurerischer Artefakte weltweit, darunter Ritualgegenstände, Abzeichen und eine Bibliothek. Interessierte finden hier am Rande des Hofgartens Informationen und Einblicke in die Geschichte und Symbolik der Freimaurerei.
11. Ökologisch-Botanischer Garten

Wer sich für Pflanzen interessiert, ist im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth richtig. Auf etwa 16 Hektar Freifläche und 6000 Quadratmetern Gewächshäusern lassen sich unterschiedliche Klimazonen vom Regenwald über Moor- und Heidelandschaften bis zu kargen Nadelwäldern des hohen Nordens erleben. Im Nutzpflanzengarten gibt es über 700 verschiedene Heil- und Nutzpflanzen zu entdecken. Wer mag, schließt sich einer der regelmäßig stattfindenden Führungen mit wechselnden Themenschwerpunkten an.
Häufige Fragen zu Bayreuth
Kleine Dinosaurier-Fans freuen sich über einen Besuch im Urweltmuseum mit Drachenhöhle und Dinosauriergarten. Das Museum in der Innenstadt von Bayreuth erkennt man leicht an der Dinosaurierfigur vor dem Eingang. Bei gutem Wetter sorgt ein Besuch auf dem Minigolfplatz für Spaß für die ganze Familie.
Neben den zahlreichen Museen und Schlössern in Bayreuth, die man bei schlechtem Wetter besuchen kann, bietet sich auch ein Besuch in der Therme an. Die Lohengrin-Therme direkt neben der Eremitage bietet mit Saunalandschaft, Wellness-Angeboten und unterschiedlichen Becken vielfältige Möglichkeiten zum Schwimmen und Entspannen.
Das Fichtelgebirge lockt mit zahlreichen Wanderwegen und nahezu unberührter Natur. Historisch Interessierte besichtigen die Markgrafenkirchen in der Region, während Familien den Wildpark Waldhaus in Mehlmeisel besuchen.