Die besten Motorradtouren in Spanien: Küsten, Berge, Wüsten
Von Magdalena Kosch

Sonne satt, verkehrsarme, griffige Motorradstrecken und endlose Kurven mit Blick aufs glitzernde Meer, dazu kulinarische Highlights: In Spanien erleben Tourenfahrer ideale Bedingungen, gerade in der Nebensaison.
Die folgenden vier getesteten Routen inklusive GPS-Daten und Karten zum Nachfahren zeigen eine Auswahl unter den zahlreichen Motorradstrecken Spaniens. Dazu gibt es Infos zum Motorradfahren in Spanien in der Nebensaison, wichtig für die Planung sind außerdem Tipps zur Streckenlänge und rechtliche Hinweise zum Motorradfahren.

Motorradfahren in Spanien im Winter
Spanien bietet die verlockende Möglichkeit, die Motorradsaison zu verlängern. Wenn in Deutschland Kälte und graue Tage Einzug halten, genießen Biker an der mediterranen Küste weiterhin ideale Bedingungen: milde Temperaturen, sonnige Stunden und eine frische Meeresbrise. Dazu großartige Kurvenstrecken – im Winter oft menschenleer. Beliebte Regionen und ihre Eignung für Motorradtouren im Winter – ein Überblick:
Andalusien – das Motorradparadies im Süden
Klima: An der Küste liegen die Temperaturen im Winter meist zwischen 15 und 20 Grad, 5 bis 7 Sonnenstunden pro Tag, geringe Niederschläge. In den Bergen kann es deutlich kälter werden, mitunter liegt sogar Schnee. Wie immer empfiehlt es sich, vorab die aktuellen Wetterverhältnisse zu prüfen.
Highlights: Küstenstraßen am Mittelmeer, Almería und Cabo de Gata, die "weißen Dörfer" ("Pueblos Blancos"), spektakuläre Bergpässe wie der Puerto de las Palomas, die Wüste von Tabernas und die Sierra Alhamilla
Tourentipp: Route der Pueblos Blancos von Zahara de la Sierra über Grazalema nach Ubrique mit rund 120 kurvigen Kilometern – ideal für Genussfahrer und Landschaftsliebhaber

Katalonien & Costa Brava
Klima: Routen in Küstennähe sind im Winter dank milder Temperaturen fahrbar, gelegentlich Regen möglich
Highlights: Griffige Bergstraßen mit Blick aufs Meer und auf der anderen Seite ins sanft hügelige Hinterland
Tourentipp: Kurvenstrecken durch die Nationalparks Serra de Montsant und Muntanyes de Prades im Hinterland von Tarragona

Costa Blanca
Klima: In den Wintermonaten ebenfalls mild, aber gelegentlich Regen möglich
Highlights: Straßen mit Meerblick, feine Sandstrände und weiße Küstendörfer
Tourentipp: In der Bergwelt nördlich von Alicante wartet eine lustvolle Trainingseinheit auf Motorradfahrer

Pyrenäen
Klima: Hochalpin und schneereich, nur in Sommermonaten fahrbar
Highlights & Tourentipps finden Sie in unserer ADAC Tourenkarte
Motorradtour Tarragona – Katalonien erleben
Tarragonas bergiges Hinterland im sonnigen Süden Kataloniens ist ein fahrerischer Appetithappen: Kleine, verwinkelte Straßen schlängeln sich durch die zerklüftete Landschaft, ihr griffiger Asphalt bleibt dank milder Winter in Top-Zustand. Wer hier in der Nebensaison auf dem Bike unterwegs ist, erlebt menschenleere Strecken und puren Fahrspaß in mediterraner Kulisse.
Herunterladen & nachfahren: Die Motorradtour "Motorradtour Tarragona – Katalonien erleben" im GPX-Format als Download für gängige Navigationssysteme oder Navi-Apps
Begleiter für Freizeit & Urlaub: Diese Tour in ADAC Trips (Mobile) und ADAC Maps (Desktop) planen
Tourbeschreibung
Tarragona
Ein Amphitheater am Meer für 10.000 Zuschauer, die Tortürme des Forum Provincial und die unterirdischen Bogengänge des Zirkus, in dem einst Pferde- und Wagenrennen stattfanden – Tarragona hat beeindruckende Überreste aus römischer Zeit zu bieten. Die Monumente in der Metropole an der Costa Daurada zählen zum Unesco-Weltkulturerbe und eignen sich perfekt als Ziele für einen Spaziergang durch die Altstadt, an einem entspannten Pausentag vor oder nach der Motorradtour.
Von Tarragona aus führt die Rundtour zunächst über eine unscheinbare Zubringerstraße in Richtung Parc Natural de la Serra de Montsant, ein Landschaftsschutzgebiet mit sandfarbenen Felswänden, tiefen Schluchten und weiten Ausblicken.
Motorradfahren in der Serra de Montsant
Ab Kilometer 11 der Tour beginnt an einem Stausee das eigentliche Spektakel – die Straße verwandelt sich in ein Kurvenfestival. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt, während der Fahrspaß steigt. Windungsreiche, fast verkehrsfreie Strecken ziehen sich durch die Natur, hier wird jede Radienfolge zum Schräglagentanz.
In einem hügeligen Auf und Ab geht es in die katalanische Gemeinde Cornudella de Montsant und anschließend auf knapp 950 Meter hinaus. Bei Prades erreicht die Motorradroute ihren nördlichsten Punkt.

1 von 7
Prades
Die Ortschaft Prades im Naturschutzgebiet Muntanyes de Prades (Prades-Gebirge) lohnt einen Stopp wegen der Zeugnisse ihrer langen Geschichte: der gotischen Kirche Santa Maria, der Burg und weiterer Relikte, möglicherweise aus maurischer Zeit. In der Nähe thront die Kapelle Ermita de l'Abellera an einem Steilhang, außerdem gibt es im Umland Quellen, Höhlen, faszinierende Kalksteinformationen, tiefe Wälder und spektakuläre Aussichtspunkte wie Baltasana auf 1000 Metern Höhe – allerdings nur zu Fuß erreichbar.
Das Radius-Rodeo der Rundtour reißt auch nach Prades nicht ab und führt den Tourenfahrer bergab Richtung Küste, das blau schimmernde Meer in der Ferne im Visier. In Alcover angekommen folgt die Route zunächst rund fünf Kilometer der Straße nach Reus, bevor sie erneut nach rechts ins Gebirge abzweigt und das finale Kurvenabenteuer eröffnet.

1 von 5
Motorradfahren im Hinterland von Reus
Zurück im Naturpark locken spektakuläre Aussichtspunkte auf die schimmernde Costa Dorada – rund 980 Meter über dem Meer – und ziehen Wanderer, Paraglider sowie motorisierte und unmotorisierte Zweiradliebhaber gleichermaßen an. Über Alforja führt die Route schließlich zurück nach Reus, dem Start- und Zielpunkt dieser panoramareichen Motorradstrecke durch Südkatalonien.
Streckenlänge: ca. 163 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 3,5 Stunden
Mit dem Motorrad: Die eng-verwinkelten Streckenabschnitte der Rundtour senken zwar die Durchschnittsgeschwindigkeit, erhöhen jedoch den Fahrspaß umso mehr. Die Weitblicke über hügelreiche Felsformationen, Weinberge und der Ausblick aufs Meer machen die lockere Tagestour zu einem Highlight für Motorradfahrer. Auf der gesamten Route werden 4831 Höhenmeter überwunden.
Tipps: In der Nebensaison (November und Dezember) sind die Bergstrecken nahezu menschenleer und bieten dank milder Temperaturen und in puncto Grip sehr gute Konditionen. Der Höhen- und Temperaturunterschied zwischen Küste und Bergen sollte bei der Kleidungswahl allerdings berücksichtigt werden, zumal der höchste Punkt der Route auf etwa 980 Meter über dem Meeresspiegel liegt.
Highlights der Tour: Die ununterbrochene Kurven-Sause und die spektakulären Aussichtspunkte zwischen L'Albiol und Alforja, die gegen Ende der Route für unvergessliche Momente sorgen.
Erweiterte Nationalpark-Tour
Wer den Nationalpark Serra de Montsant im Nordwesten komplett umrunden und am östlichen Rand der Tour das prächtige Zisterzienserkloster Poblet (Unesco-Weltkulturerbe) besichtigen möchte, kann diese Alternativ-Route durch Tarragonas Hinterland wählen. Im Gegensatz zur oben beschriebenen Route verläuft diese gegen den Uhrzeigersinn.
Herunterladen & nachfahren: Die Tour "Tarragona Hinterland Alternative" im GPX-Format als Download für gängige Navigationssysteme oder Navi-Apps.
Karte & Tourenplanung: Diese Tour in ADAC Trips (Mobile) und ADAC Maps (Desktop) ansehen
Streckenlänge: ca. 191 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 4 Stunden
Valencias Norden: Serra d'Espadà
Valencia hat den Schatten der großen Schwester Barcelona längst verlassen und sich als lohnendes Ziel für einen Städtetrip etabliert durch mediterranen Charme, entspannte Lebensart und kulinarische Genüsse.
Unweit der Küste erhebt sich im nördlich gelegenen Hinterland eine von dichten, dunkelgrünen Wäldern überzogene Bergwelt mit kurvenintensiven Abschnitten und spektakulären Ausblicken, die für pure Fahrfreude auf einer knackigen Tagestour sorgen.
Herunterladen & nachfahren: Die Motorradtour "Valencias Norden: Serra d‘Espada" im GPX-Format als Download für gängige Navigationssysteme oder Navi-Apps
Begleiter für Freizeit & Urlaub: Diese Tour in ADAC Trips (Mobile) und ADAC Maps (Desktop) planen
Tourbeschreibung
Valencia mit dem Motorrad
Wer die Region Valencia bereist, sollte unbedingt ein paar Tage einplanen, um die Stadt mit ihrem Mix aus historischem Erbe und modernem Flair zu entdecken. Ein Bummel über den Zentralmarkt mit seinen farbenfrohen Ständen und regionalen Köstlichkeiten von Meeresfrüchten bis hin zu duftenden Kräutern ist ein absolutes Muss.
Am Rand der Altstadt verläuft ein Weg durch die grünen Turia-Gärten – ein neun Kilometer langes, trockengelegtes Flussbett, das heute als idyllischer Park Ruhe inmitten der pulsierenden Metropole bietet. Am südöstlichen Ende warten beeindruckende Bauwerke der Stadt der Künste und Wissenschaften, flankiert vom botanischen Garten Umbracle – ein perfektes Zusammenspiel aus Kultur, Natur und architektonischen Highlights. Etwas abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten entdeckt man immer wieder kleine, authentische Tapas-Lokale, die zum Probieren der typischen kleinen Häppchen einladen.
Valencia gilt grundsätzlich als sicher, erfordert jedoch die in Großstädten übliche Vorsicht. Motorraddiebstahl ist in Spanien generell ein ernst zu nehmendes Problem, aber mit Vorsichtsmaßnahmen kann das Risiko deutlich minimiert werden: Tipps zum Schutz des Motorrads auf Reisen.


1 von 2
Motorradfahren im Naturpark Serra d'Espada
Der von Valencia aus etwa 50 Kilometer nördlich gelegene Ort La Vall d'Uixó bildet den Start- und Endpunkt der Motorrad-Rundtour. Zunächst führt diese durch endlose Orangenplantagen – typisch für die Region. Anschließend geht es direkt in den 32.000 Hektar großen Naturpark Serra d'Espadà (oder Sierra de Espadán), ein Gebirgsmassiv zwischen den Tälern der Flüsse Palancia im Süden und Mijares im Norden. Hier bietet ein Netz an kurvenreichen Bergstraßen Abwechslung und Fahrspaß auf top Straßenbelag mit hervorragendem Grip.

1 von 4
Neben dem Kurvengenuss beeindruckt die vielfältige Vegetation der Bergkette, deren weite Aussichten über bewaldete Schluchten und die seltenen Sandsteinformationen "rodenos", die ein markantes, zerklüftetes Relief bilden.
Im direkten Vergleich zur Tarragona-Rundtour lässt sich auf dieser Strecke ein etwas höheres Durchschnittstempo fahren, da die Straßen weniger eng und verwinkelt sind und somit ein flotteres Kurvenfahren ermöglichen. Im letzten Drittel der Route, zwischen Almedijar und Aín, kommen jedoch auch Fans von kleinen, windungsreichen Bergpassagen auf ihre Kosten. In diesem Abschnitt werden bei genialer Aussicht nochmals ordentlich Höhenmeter gesammelt.



















