Motorradtour Elsass & Vogesen: Kurven, Genuss und Fahrspaß
Von Magdalena Kosch

Zwischen Reben, Kultur und Kammstraßen: Der perfekte Kurven-Swing im Elsass und den Vogesen zum Nachfahren. Vier abwechslungsreiche Motorrad-Routen inklusive GPS-Daten und Infos zur besten Reisezeit, zu temporären Streckensperrungen und Straßenverhältnissen.
Aus geologischer Sicht ähneln Elsass und Vogesen dem ihnen gegenüberliegenden Schwarzwald – getrennt lediglich durch den Rhein und eine Landesgrenze. Daher liegt der Gedanke nahe, dass auch jenseits der Grenze in Frankreich mindestens genauso viel Fahrspaß für Motorradfahrer wartet wie hierzulande. Und vielleicht ist er dort sogar noch ein Stück größer, bietet die Region doch auf aussichtsreichen Mittelgebirgszügen Kurvenstrecken mit weniger Verkehr als in der deutschen Nachbarschaft.
Mit einer Ausdehnung von etwa 170 Kilometern in der Länge und rund 45 Kilometern in der Breite bieten die Vogesen mit viel ursprünglicher Natur ein Paradies für Motorradbegeisterte.
Die Vogesen gliedern sich in zwei Bereiche: Während die niedrigeren Nordvogesen geologisch mit dem Pfälzerwald verbunden sind und dichte Wälder mit kurvigen Straßen bieten, ragen im Süden deutlich höhere Gipfel bis 1424 Meter (Grand Ballon) auf – hier begeistern vor allem die aussichtsreiche Vogesenkammstraße und weite Hochweiden.

Ganz anders präsentiert sich das Elsass: An der sonnenverwöhnten, warmen Ostflanke des Mittelgebirges prägen Weinberge, charmante Winzerdörfer, zahlreiche Burgen sowie die Städte Straßburg und Colmar das Bild. Zudem ist die Region für ihre ausgezeichnete Küche bekannt – ein echtes Plus für genussorientierte Motorradfahrer. Dabei hat man die Wahl: entspannt durch die idyllischen Weinlandschaften cruisen oder die rauen Höhen der Vogesen erkunden – oder einfach beides miteinander verbinden.
Beste Reisezeit für Elsass und Vogesen
Die besten Reisezeiten sind das Frühjahr mit der Obstblüte, der Frühsommer sowie der frühe Herbst. Im Hochsommer wird es in der Rheinebene oft sehr heiß und schwül, zudem sind die touristischen Orte im Elsass dann stark besucht. In dieser Zeit bieten die ruhigeren Vogesentäler und die höheren Lagen eine angenehmere Alternative.
Zudem empfiehlt sich eine Tour unter der Woche, dann herrscht im Elsass oft erstaunliche Ruhe. Selbst beliebte Pässe und Gipfel in den Vogesen, am Wochenende viel besucht, sind wochentags oft menschenleer.
Wer eine Motorradreise in den Sommermonaten plant, sollte unbedingt einen Blick auf den aktuellen Verlauf der Tour de France werfen. Während des Rennens, meist im Juli, kann es entlang der Etappenorte zu ausgebuchten Unterkünften und temporären Straßensperrungen kommen.
Teile der Pässe der Route des Crêtes sind von November bis April winterbedingt gesperrt.
Temporäre Streckensperrungen in den Vogesen für Auto- und Motorradfahrer
2026 werden in den Vogesen im Zuge der Initiative "Col’Attitude" an 11 ausgewählten Tagen insgesamt 14 Passstraßen jeweils für mehrere Stunden am Vormittag für motorisierte Fahrzeuge gesperrt und ausschließlich Radfahrern zur Verfügung gestellt. Auto- und Motorradfahrer müssen an diesen Tagen auf alternative Strecken ausweichen und ihre Touren entsprechend umplanen:
| Datum | Pass / Strecke | Zeitraum |
|---|---|---|
7. Juni | Lac Blanc/Col du Calvaire/Col du Louschbach | 8 – 12 Uhr |
28. Juni | Col du Loosthal | 8.30 – 12.30 Uhr |
5. Juli | Planche des Belles Filles | 8 – 12 Uhr |
19. Juli | Col des Pandours | 8.30 – 12.30 Uhr |
9. August | Col du Haag | 8 – 13 Uhr |
16. August | Col du Firstplan | 8 – 13 Uhr |
23. August | Col du Ballon d’Alsace | 9 – 12 Uhr |
30. August | Col du Wintersberg | 8.30 – 12.30 Uhr |
5. September | Hartmannswillerkopf/Col du Silberloch | 8 – 12 Uhr |
13. September | Col Amic | 8.30 – 12.30 Uhr |
27. September | Col du Petit Ballon | 8 – 12 Uhr |
Straßenverhältnisse im Elsass und den Vogesen
Die Straßen im Elsass sind qualitativ unterschiedlich: Häufig ist der Zustand gut und der Asphalt griffig, beides kann sich jedoch abrupt verschlechtern. Auf Strecken mit hoher Unfallgefahr sollen teilweise Pflastersteinbeläge als Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung wirken.
Bitumenstreifen, die im Sommer rutschig sein können, spielen in den gemäßigten Temperaturen von Frühjahr und Herbst kaum eine Rolle. Allerdings wird vermehrt Rollsplit verwendet, der ein erhöhtes Risiko für Fahrzeugkontrolle und Fahrstabilität mit sich bringen kann.
Insgesamt ist daher eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, da sich der Straßenbelag oft kurzfristig und ohne Beschilderung ändert.
Motorradfahren auf der Route des Crêtes
Die Route des Crêtes, auch Vogesenkammstraße genannt, ist eine rund 77 Kilometer lange Panoramastrecke in den französischen Vogesen, die sich von Sainte-Marie-aux-Mines im Norden fast durchgängig auf über 1000 Metern Höhe bis nach Cernay im Süden zieht. Zu ihren bekanntesten Erhebungen zählen der Grand Ballon (Großer Belchen) mit 1424 Metern als höchster Gipfel, der Col de la Schlucht (1139 Meter) sowie der Hohneck (1245 Meter).
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Tourbeschreibung – Mit dem Motorrad auf der Route des Crêtes
Die Vogesenkammstraße wurde im Ersten Weltkrieg für die Versorgung und Truppenbewegungen der französischen Armee angelegt und verbindet – anders als die meisten Straßen – keine Ortschaften. Auf dem Höhenkamm, damals deutsch-französische Grenze, sind noch einige Grenzsteine erhalten.
Heute gilt die Route als eine der schönsten Panoramastraßen Europas, die man wegen der Aussicht idealerweise von Nord nach Süd befährt. Vom Grand Ballon reicht der Blick über die Rheinebene bis zum Schwarzwald – bei klarer Sicht sogar bis zu den Alpen.
Für den Großteil der Pässe der Route des Crêtes zwischen Col des Bagenelles und Grand Ballon gilt von November bis April eine Wintersperre.
Den Start machen die Pässe Col des Bagenelles (905 Meter) und der Col du Pré de Raves (1005 Meter), exemplarisch für die beeindruckende Vielfalt fahrerischer Höhepunkte, die in den französischen Vogesen verborgen liegt. Die Fahrt über den Col du Pré de Raves bietet Bikern aller Erfahrungsstufen ein besonderes Erlebnis – vom Einsteiger bis zum routinierten Alpenfahrer.
Mit dem Col du Louchpach (978 Meter) und Col du Calvaire (1144 Meter) sorgen weitere schöne Links-Rechts-Kombinationen für Fahrfreude, ehe der Col de la Schlucht (1139 Meter) erreicht wird. Noch vor dem Grand Ballon zählt er zu den bekanntesten Pässen der Vogesen und liefert anfängertaugliche Pisten und moderate Anstiege – keine Passrampen, die überfordern, sondern echter Genuss. Direkt auf der Passhöhe liegt einer der beliebtesten Treffpunkte für Motorradfahrer der Region – besonders am späten Nachmittag, wenn viele hier entspannt ihre Tour ausklingen lassen und eine Pause einlegen.

Über den Col d'Hahnenbrunnen (1186 Meter) und Col du Haag (1233 Meter) folgt die Strecke weiter zum Col du Grand Ballon (1424 Meter), auch Große Belchen genannt.
In unmittelbarer Nähe dieses Berges mit Radarstation und Gebirgsjäger-Denkmal führt die Route des Crêtes als eindrucksvolle Panoramastraße östlich am Großen Belchen vorbei und erreicht an seiner Flanke auf 1343 Metern ihren höchsten Abschnitt.
Die außergewöhnliche Fernsicht an klaren, oft frischen Tagen im Frühjahr und Herbst reicht weit über den Schwarzwald hinaus bis zu den Alpen mit dem Säntis und sogar dem Mont Blanc. Den eindrucksvollsten Ausblick genießt man vom frei zugänglichen Gipfel des Großen Belchen, der sich vom Col du Grand Ballon aus in etwa einer Viertelstunde bequem zu Fuß erreichen lässt.
Auch fahrerisch kommen Motorradfahrer hier voll auf ihre Kosten und können die weniger anspruchsvolle Streckenführung entspannt genießen.

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Über den Col Amic (828 Meter) erreicht man den Hartmannswillerkopf (französisch Vieil Armand), im Ersten Weltkrieg Schauplatz intensiver Gefechte. Heute dient er als bedeutende Gedenkstätte und Ort der Erinnerung mit einem Soldatenfriedhof.
Über den Col de Herrenfluh (835 Meter) geht es in weiten Serpentinen hinab nach Cernay, dem Ende der Vogesenkammstraße.
Streckenlänge: ca. 91 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 2 Stunden
Mit dem Motorrad: Die Route des Crêtes verläuft eng, kurvenreich und meist ohne Leitplanken und zählt zu den schönsten Panoramarouten nördlich der Alpen. Motorradfahrer unterschiedlichster Erfahrungsstufen finden hier ideale Bedingungen – auch für Einsteiger gut geeignet, verlangt die Strecke dennoch ein aufmerksames und respektvolles Fahrverhalten.
Tipps: Die elsässischen Berggasthöfe, "Fermes Auberges", laden zu genussvollen Pausen in authentischer, ländlicher Atmosphäre ein. Die traditionellen Berggasthöfe in den Vogesen bieten ehrliche, herzhafte Küche mit ursprünglichem Charakter, zubereitet aus hochwertigen, meist direkt von lokalen Erzeugern stammenden Zutaten.
Highlights der Tour: Das Wechselspiel aus Kurveneldorado und 360-Grad-Panorama macht diese Route zu einem Biker-Highlight. Die Strecke ist fahrtechnisch äußerst abwechslungsreich und flüssig zu fahren, was sie zu einer der beliebtesten Motorradrouten in den Vogesen macht.
Genusstour Elsässische Weinstraße mit Motorrad

Seit 1953 offiziell als Touristenroute anerkannt, verläuft die Elsässer Weinstraße ("Route des Vins d‘Alsace") über rund 170 Kilometer von Nord nach Süd entlang sanfter Hügel und weitläufiger Weinberge am Fuße der Vogesen. Die Strecke zwischen Marlenheim und Thann verbindet rund 119 Weindörfer und bietet eine abwechslungsreiche Kombination aus landschaftlicher Schönheit und fahrerischem Reiz – ideal für eine genussorientierte Motorradtour.
Im Mittelpunkt der Tour stehen die zahlreichen charmanten Orte entlang der Strecke – kleine Winzerdörfer mit Fachwerkhäusern, historischen Gassen und lebendiger Weinkultur, die wie an einer Perlenkette aufgereiht sind. Die Strecke lädt immer wieder dazu ein, anzuhalten, zu verweilen und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
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Tourbeschreibung – Genusstour mit Motorrad durch die sanften Weinberge des Elsass
Entlang der Route öffnen hunderte Winzer ihre Keller und gewähren Einblicke in ihre Handwerkskunst. In der Region, reich an Geschichte und architektonischem Erbe, prägen Fachwerkhäuser, romanische Kirchen und verwinkelte mittelalterliche Gassen das Bild. Gleichzeitig ist das Elsass bekannt für seine lebendige Festkultur entlang der gesamten Weinstraße.

Nahe Sélestat erhebt sich mit dem Château du Haut-Koenigsbourg eine eindrucksvolle Festung: In rund 757 Metern Höhe gelegen ist die Burg aus rosa Vogesen-Sandstein schon aus 10 bis 20 Kilometern Entfernung sichtbar und bietet eine ideale Kulisse für Fotografen mit einem Faible für Architektur, Landschaft und Natur.
Etwa auf halber Strecke der Route bei Colmar liegt das besonders charmante Dorf Eguisheim, gesäumt von gepflasterten Gassen sowie den typisch elsässischen Fachwerkhäusern mit bunten Fassaden und spitzen Dächern.

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Auch das Winzerstädtchen Riquewihr zählt zu den Highlights entlang der Weinstraße und lockt mit einem Zusammenspiel aus verwinkelten Pflastergassen und von Reben umrankten Häusern mit bunter Fassadenbemalung – eingebettet in historische Stadtmauern und gesäumt von Wachtürmen und romantischen Winkeln – ideal für einen Boxenstopp mit Spaziergang.
Nach der Tour lässt sich schließlich die kulinarische Fülle des Elsass in vollen Zügen genießen – von regionalen Spezialitäten bis hin zu den charaktervollen Weinen.
Streckenlänge: ca. 158 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 4,5 Stunden
Mit dem Motorrad: Die Motorradtour entlang der Elsässischen Weinstraße steht weniger für sportliches Kurvenjagen als vielmehr für entspannten Fahrgenuss. Zwar bieten einzelne Abschnitte durchaus reizvolle, kurvige Passagen, doch der eigentliche Charakter der Route liegt im bewussten Erleben von Landschaft und Kultur.
Tipps: Die ideale Zeit für eine Motorradtour entlang der "Route des Vins d‘Alsace" liegt zwischen Mai und Juni sowie September bis Mitte Oktober. Wer entspannt unterwegs sein möchte, plant seine Fahrt am besten unter der Woche, vorzugsweise von Dienstag bis Donnerstag, und startet früh am Vormittag. Zu diesen Zeiten ist deutlich weniger Verkehr unterwegs. Bereits freitagnachmittags und am Wochenende ist die Strecke stark mit Ausflüglern, Wohnmobilen und Reisebussen ausgelastet.
Highlights der Tour: Eingebettet in eine einzigartige Landschaft aus sanften Weinbergen, Hügeln und schönen Ausblicken entfaltet die Tour ihren eigenen Reiz: Entspanntes Cruisen durch eine der schönsten Genussregionen Europas, bei dem das Ankommen und Erleben genauso wichtig ist wie das Fahren selbst.
Tipp: Weitere kulinarische Themenstraßen im Elsass
Für Käseliebhaber bietet sich eine Fahrt auf der Route du Fromage im Münstertal an.
Wer es noch herzhafter mag, kommt auf der Route de la Choucroute (der Sauerkrautstraße) auf den Geschmack.
Und wer Süßes bevorzugt, sollte die Schokoladenstraße nicht verpassen: Von Retzwiller über Colmar und Straßburg bis nach Bad Bergzabern führt die Strecke zu Chocolatiers, die zum Probieren einladen. Dabei lässt sich den Maîtres bei der Herstellung über die Schulter schauen, bevor ein Besuch im Museum Les Secrets du Chocolat den Genuss abrundet.
Nord-Vogesen mit dem Motorrad
Eine Motorradtour durch die nördlichen und zentralen Vogesen begeistert mit wenig Verkehr auf technisch abwechslungsreichen Kurvenstrecken durch dichte Wälder. Flüssiges Fahren inmitten faszinierender Natur ist hier Programm.
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Tourbeschreibung – Mit dem Motorrad durch die nördlichen Vogesen
182 Kilometer und 5285 Höhenmeter führen von Obernai am östlichen Rande der Vogesen in einem schier endlosen Kurvenband vom Norden in Richtung Süden und passieren dabei Pässe wie den Col de la Charbonnière (961 Meter) und den Col de Steige (534 Meter).

Motorradfahrer dürfen sich auf dieser Vogesen-Etappe auf ein intensives Kurvenerlebnis freuen: Über die weiteren Pässe Col d’Urbeis, Col de Saâles, Col du Las, Col d’ Hermanpaire und den Col de Sainte-Marie windet sich die Strecke fast durchgehend durch dichte Wälder. Zwischen 550 und 770 Metern Höhe reiht sich eine Kurve an die nächste – eine Route, die mit ihrem schattigen, abwechslungsreichen Verlauf vor allem fahrerisch begeistert.
Mit dem Col de Fouchy (608 Meter) beginnt die Rückfahrt nach Norden. Auf dem Weg zurück nach Obernai geht es nicht nur über den Col du Kreuzweg (768 Meter), sondern auch vorbei am Kloster Sainte-Odile auf dem Odilienberg, das eindrucksvoll auf einem gewaltigen Felsmassiv thront und an eine Ritterburg erinnert.

Doch anstelle von Zinnen prägt eine umlaufende Terrasse mit weitem Blick über Vogesen und Rheintal die Anlage, ergänzt durch zwei kleine Außenkapellen am Abgrund mit byzantinischen Mosaiken. Im Zentrum steht die Klosterkirche mit weiteren Kapellen und einem Turm, gekrönt von der Statue der heiligen Odilie – Schutzpatronin des Elsass. Der Berg ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Wallfahrer gleichermaßen.
Streckenlänge: ca. 182 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 4 Stunden
Mit dem Motorrad: Die Nordvogesen bieten Motorradfahrern vor allem im landschaftlichen und kurvenreichen Sinne ihren Reiz: Knackige Kurven, enge Strecken und abwechslungsreiche Passagen sorgen für Fahrspaß, ohne dabei extreme alpine Herausforderungen zu stellen. Die oft schmalen, verwinkelten Straßen erfordern eine saubere Linienwahl und stetige Aufmerksamkeit, zumal sie durch dichte Wälder und abgeschiedene Täler führen. Im Vergleich zu den bekannten Alpenstrecken oder dem Schwarzwald geht es hier jedoch deutlich ruhiger und entspannter zu.
Tipps: In Obernai im Elsass finden über das ganze Jahr hinweg zahlreiche Veranstaltungen statt, von Musikfestivals und Sportevents bis hin zu traditionellen Wochenmärkten und dem berühmten Weihnachtsmarkt.
Highlights der Tour: 11 Pässe Fahrvergnügen – besser lassen sich die Nordvogesen nicht entdecken. Der Panoramaspot auf dem Odilienberg ("Mont Sainte-Odile") zählt ebenfalls zu den Glanzpunkten der Route.
Kurvenparadies Süd-Vogesen mit dem Motorrad
Die Süd-Vogesen-Tour widmet sich den höheren Lagen der Vogesen, wo Kurven den Takt vorgeben und die Landschaft von Hochweiden und weiten Ausblicken geprägt ist – wie geschaffen zum Motorradfahren.
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Tourbeschreibung – Süd-Vogesen mit dem Motorrad entdecken
Colmar, Ausgangsort der Motorrad-Rundtour, gilt neben Straßburg als heimliche Hauptstadt des Elsass und verzaubert mit seiner Lage an der malerischen Elsässer Weinstraße im Dreiländereck von Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Die Stadt mit rund 68.000 Einwohnern zählt zu den Highlights der Region: Die idyllischen Fischerstaden – auch als Fischerufer bekannt – strahlen mit ihren Kanälen und Fachwerkhäusern venezianisches Flair aus. Ergänzt durch kulturelle Schätze und Ausflugstipps präsentiert sich Colmar als vielseitiges Reiseziel.
Von Colmar aus führen die ersten Kurven der Route vorbei am ebenso sehenswerten Turckheim mit seinen mittelalterlichen Stadttoren und von Fachwerkhäusern gesäumten Sträßchen. Knackiges Kurvenfahren nach Trois Epis wärmt Tourenfahrer schnell auf und passähnliche Strecken führen in den Westen von Labaroche nach Orbey.

Über den Col du Wettstein (880 Meter) geht es zum Col de la Schlucht (1139 Meter) und weiter süd-östlich, parallel zur Route des Crêtes, auf der Route de Bramont über den gleichnamigen Pass (956 Meter). Vorbei am Lac de Kruth-Wildenstein ist rasch der Col du Grand Ballon (Große Belchen, 1424 Meter) erreicht. Fahrerisch präsentiert sich dieser Streckenabschnitt als Leckerbissen mit beeindruckenden Weitblicken.

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Auch danach reißt das Kurvenband auf der südlichen Route des Crêtes nicht ab und der Col Amic (828 Meter) und Col de Herrenfluh (835) sorgen für weiteres Passvergnügen.

Bei Wattwiller erreicht die Motorradtour ihren südlichsten Punkt und führt über Hartmannswiller, Soultz-Haut-Rhin wieder in den Norden. Über Guebwiller biegt die Route wieder gen Osten in die kurvigen Südvogesen ab. Hinter Lautenbach sorgen die Pässe Le Breitfirst (1248 Meter) und Col du Platzerwasel (1183) für Schräglagen, ehe der etwas weniger bekannte, aber umso schöner zu fahrende Col du Petit Ballon auf 1163 Metern Höhe erreicht wird.

Die Westrampe des Col du Petit Ballon gilt als etwas anspruchsvoller als die Ostrampe, ist aber kaum fordernd. Gerade für Einsteiger bietet die schmale Passstraße ideale Trainingsbedingungen – nicht zuletzt, weil sie unter der Woche oft angenehm wenig befahren ist.
Der Col du Firstplan (722 Meter) setzt mit seinen schwungvollen Kurven einen krönenden Abschluss dieser Süd‑Vogesen‑Rundtour. Auf dem Rückweg nach Colmar wird noch das hübsche Dorf Eguisheim an der Elsässer Weinstraße passiert – ein idealer Ort, um die Tour entspannt ausklingen zu lassen.

Streckenlänge: ca. 223 Kilometer
Fahrtzeit: ca. 5 Stunden
Mit dem Motorrad: Eine Rundtour, der es an Kurven, Panoramen und Höhenmetern (über 7000) nicht mangelt – die gleichzeitig fahrerisch aber auch nicht überfordert. Ein Muss für Vogesen-Liebhaber. Unter der Woche ist die Strecke oft angenehm wenig befahren.
Tipps: Der nahe Orbey gelegene, größte Gletschersee der Vogesen Lac Blanc liegt unweit der Motorradroute und ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderwege. Wer einen extra Adrenalinkick sucht, kann hier vom Motorrad auf die Rodelbahn wechseln und auf 700 Metern 78 Höhenmeter, eine 450-Grad-Drehung, einen Tunnel und Passagen über Ski- und Fahrradpisten bewältigen.
Highlights der Tour: Die Route entfaltet ihren Reiz durch das ideale Zusammenspiel aus kurvenreicher Streckenführung und Naturkulisse.
Infos zu Umweltzonen in Frankreich
In vielen französischen Städten gelten Umweltzonen, die nur mit einer speziellen Plakette befahren werden dürfen – der sogenannten Crit’Air-Vignette. Wo sie erforderlich ist, welche Kosten anfallen und wie man sie erhält: Alle Infos zu den Plaketten
ADAC Tourenkarte und weitere Reise-Tipps
Weitere Toureninspirationen bietet die Tourenkarte Elsass, Schwarzwald, Schwäbische Alb. Diese Tourenkarte können Sie auch in den ADAC Geschäftsstellen abholen oder in der Telefonservice-Zentrale bestellen: 0800 5 10 11 12 (Mo. – Sa. 8 – 20 Uhr).
Die Touren im Elsass und in den Vogesen lassen sich hervorragend mit dem Schwarzwald und dem Tourengebiet der Schwäbischen Alb zu einer abwechslungsreichen mehrtägigen Motorradreise verbinden.





