SCHUFA-Score 2026: Das neue Bewertungssystem einfach erklärt

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Von ADAC SE Kommunikation

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Der neue SCHUFA-Score zeigt erstmals transparent, wie sich Ihre Bonität zusammensetzt.© seb_ra / Getty Images

Die SCHUFA hat für Verbraucher in Deutschland große Bedeutung: Sie sammelt und bewertet Informationen zum Zahlungs- und Vertragsverhalten, um die Bonität einer Person einzuschätzen. Diese Einschätzung beeinflusst maßgeblich, ob Kredite bewilligt, Mietverträge abgeschlossen oder Einkäufe auf Rechnung möglich werden. Damit unterstützt die SCHUFA Banken, Händler, Vermieter und weitere Dienstleister dabei, finanzielle Risiken besser zu beurteilen.

Da das bisherige Bewertungssystem komplex und wenig transparent war, wurde es grundlegend überarbeitet. Seit März 2026 steht ein neuer, transparenter SCHUFA‑Score bereit, der über einen kostenlosen digitalen Zugang vollständig einsehbar ist. Verbraucher erhalten damit erstmals die Möglichkeit, genau nachzuvollziehen, wie ihre Kreditwürdigkeit entsteht – und welche Faktoren sie aktiv verbessern können. In diesem Artikel wird das neue Scoring-Modell erklärt und gezeigt, wie die SCHUFA‑Auskunft schnell, kostenlos und digital abgerufen werden kann.

Wie funktioniert der neue SCHUFA-Score?

Mit der Einführung des neuen SCHUFA‑Scores zum 17. März 2026 hat die Auskunftei ihr Bewertungsverfahren überarbeitet. Bis dahin arbeitete die SCHUFA mit einem weitgehend intransparenten Basisscore (0–100 %), der auf zahlreichen geheimen Einflussfaktoren beruhte und für Verbraucher kaum nachvollziehbar war. Dieses alte Modell wurde nun vollständig abgelöst. Die SCHUFA nutzt nun ein einheitliches Punktesystem von 100 bis 999, das auf zwölf transparent definierten Kriterien basiert. Für jedes Kriterium wird eine bestimmte Punktzahl vergeben und diese werden anschließend zu einem Gesamtwert summiert.

Wo kann ich meinen SCHUFA-Score einsehen?

Mit dem Relaunch erhalten alle Verbraucher kostenlos einen digitalen Zugang zu ihren gespeicherten Daten – und zwar jederzeit: via Webportal oder App. Dort lassen sich persönliche Daten, der aktuellen Score sowie alle Faktoren, die ihn beeinflussen, in einer Art Dashboard abrufen. Ein besonderes Plus ist das neue integrierte Erklärtool, das transparent aufzeigt, wie sich der Score aus den zwölf Kriterien zusammensetzt. Das soll fehlerhafte Einträge leichter erkennbar machen – denn immer wieder kritisieren Verbraucherzentralen, dass fehlerhafte Daten zu ungerechtfertigt schlechten Bonitätsbewertungen führen können. Die Daten werden quartalsweise aktualisiert, sodass Veränderungen direkt nachvollziehbar sind. Perspektivisch sollen zudem kostenlose Benachrichtigungen bei neuen Negativmerkmalen hinzugefügt werden.

Welche Kriterien berücksichtigt die SCHUFA im neuen Score?

Die SCHUFA bewertet die Bonität auf Basis von zwölf klar definierten Kriterien, von denen jedes eine eigene Punkteskala mit festem Mindest‑ und Höchstwert besitzt. Die maximale Punktzahl eines Kriteriums zeigt dabei gleichzeitig, wie stark es im Gesamtscore gewichtet wird – denn nicht alle Faktoren haben den gleichen Einfluss. Zwar können Verbraucher die vergebenen Punkte für jedes einzelne Kriterium im SCHUFA‑Account einsehen, die dahinter liegende Berechnungsformel bleibt jedoch weiterhin unveröffentlicht. Auf den folgenden Kriterien basiert der neue SCHUFA‑Score:

1. Zahlungsstörungen (100 bis 264 Punkte): Zahlungsstörungen wie überfällige Forderungen, Mahnungen oder Negativmerkmale haben den stärksten Einfluss auf den SCHUFA‑Score.

2. Alter des ältesten Bankvertrags (0 bis 69 Punkte): Je länger die Beziehung zur Bank, desto stabiler wirkt das auf die Bonitätsbewertung.

3. Alter der ältesten Kreditkarte (0 bis 81 Punkte): Eine langjährig genutzte Kreditkarte signalisiert Kontinuität und wirkt in der Regel positiv.

4. Alter der aktuellen Adresse (0 bis 94 Punkte): Adressstabilität ist ein wichtiger Faktor – häufige Umzüge können das Risiko erhöhen.

5. Alter des jüngsten Rahmenkredits (0 bis 36 Punkte): Neue oder häufig veränderte Dispo‑ oder Rahmenkredite können als Risikosignal gelten.

6. Anfragen & Abschlüsse bei Banken (12 Monate) (0 bis 117 Punkte): Viele Konto‑ oder Kreditkartenanfragen und ‑neuabschlüsse innerhalb eines Jahres wirken eher risikoreich.

7. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs (12 Monate) (0 bis 99 Punkte): Auch Bonitätsprüfungen durch Telekomunternehmen, Online‑Shops oder Händler werden berücksichtigt. Eine hohe Anzahl kann den Score senken.

8. Neu aufgenommene Ratenkredite (12 Monate) (0 bis 66 Punkte): Viele neue Kredite binnen kurzer Zeit erhöhen die finanzielle Belastung – und damit das Risiko.

9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite (0 bis 61 Punkte): Langlaufende Kreditverträge bedeuten langfristige Verpflichtungen und beeinflussen den Score entsprechend.

10. Kreditstatus (0 bis 19 Punkte): Ob Kredite ordnungsgemäß geführt oder bereits abgeschlossen wurden, wirkt sich direkt auf die Bewertung aus.

11. Immobilienkredit (0 bis 55 Punkte): Laufende Immobilienkredite zeigen finanzielles Engagement und werden – korrekt bedient – oft stabilisierend bewertet.

12. Vorliegen einer Identitätsprüfung (0 bis 38 Punkte): Eine bestätigte Identität (z. B. per eID) erhöht die Datenqualität und wirkt sich positiv auf die Scoreberechnung aus.

Was ist ein guter SCHUFA-Score?

Aus der Summe der Punkte aller zwölf Kriterien ergibt sich ein Punktestand zwischen 100 und 999. Dieser Punktestand bestimmt die persönliche Bonitätsklasse. Das neue Bewertungssystem teilt die Bonität seit 2026 in vier klar definierte Klassen ein: „Hervorragend“, „Gut“, „Akzeptabel“ und „erhöhtes Risiko“. Ein guter SCHUFA‑Score beginnt ab 709 Punkten,ein Score über 776 Punkten gilt als hervorragend und öffnet die Tür zu den besten Kreditkonditionen am Markt.

Wenn schwere Negativmerkmale vorliegen – vor allem offene Zahlungsstörungen – berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Statt eines extrem niedrigen Punktwerts wird einfach die Information ausgegeben: „Kein Score – es liegen offene Zahlungsstörungen vor.“ Offene Forderungen führen also nicht zu einem Score unter 100, sondern zu gar keinem Score.

Überblick: Scoreklassen der SCHUFA

ScorebereichBewertung

776–999 Punkte

Hervorragende Bonität

709–775 Punkte

Gute Bonität

642–708 Punkte

Akzeptable Bonität

100–641 Punkte

Erhöhtes Risiko

Kein Score

bei offenen Zahlungsstörungen

Wie verbessert man seine Bonität?

Pünktliche Zahlungen sind der stärkste Hebel für eine gute Bonität. Mahnungen, Inkasso oder offene Forderungen wirken sich sofort negativ aus – und offene Zahlungsstörungen führen sogar dazu, dass kein SCHUFA‑Score berechnet wird. Eine erstmalige Zahlungsstörung wird dank der neuen 100‑Tage‑Regel bei Ausgleich innerhalb von 100 Tagen nur noch 18 Monate gespeichert statt bisher 36. Verbraucher können ihre Bonität damit deutlich schneller verbessern. Unser Tipp: Daueraufträge und Terminerinnerungen einrichten.

Eine bessere Kreditwürdigkeit hängt aber auch an einem geordneten Umgang mit Krediten. Vermeiden Sie unnötige Anfragen, halten Sie langfristige Konten und Kreditkarten stabil und nutzen Sie Kreditrahmen nur maßvoll. Auch eine konstante Wohnadresse wirkt positiv. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Daten im kostenlosen SCHUFA‑Account, um Fehler zu erkennen und veraltete Einträge löschen zu lassen. So stärken Sie Schritt für Schritt Ihren SCHUFA‑Score und verbessern Ihre Chancen auf günstige Konditionen.

Weitere Tipps für eine bessere Kreditwürdigkeit

Pünktliche Zahlungen: Alle laufenden Kredite und Rechnungen sollten immer fristgerecht beglichen werden. Der gute Rat: Unmittelbar nach Erhalt einer Zahlungsaufforderung eine Terminüberweisung veranlassen, um keine Mahnung zu bekommen. In vielen Banking-Apps lassen sich Rechnungen mittlerweile auch schnell per QR-Code erfassen.

Finanzen immer im Blick behalten: Mit der Erstellung eines Haushaltsrechners lässt sich genau ermitteln, wie viel von den monatlichen Einnahmen nach Abzug der Ausgaben übrig bleibt. Auf diese Weise erfährt man unterm Strich, wie hoch die kreditwürdige Summe sein kann.

Kreditnutzung optimieren: Um hohe Zinskosten, etwa bei einem Dispositionskredit, zu vermeiden, sollte nur ein geringer Teil des verfügbaren Kreditrahmens genutzt werden – idealerweise nicht mehr als ein Drittel. Ein ständiges Ausnutzen des kompletten Rahmens deutet auf wiederkehrende finanzielle Engpässe hin.

Kredite bündeln: Mehrere laufende Kredite können durch eine Umschuldung in ein einziges Darlehen zusammengefasst werden. Dadurch reduziert sich die Anzahl der monatlichen Raten, was sich positiv auf die Bonität auswirken kann.

Konditionenanfragen nutzen: Beim Kreditvergleich lohnt es sich, unverbindliche Angebote mehrerer Anbieter einzuholen. Entscheidend ist, dass die Bank dabei nur eine "Konditionenanfrage" bei der SCHUFA stellt. Diese hat keinen Einfluss auf die Bonität und bleibt für andere Banken unsichtbar. So kann man verschiedene Konditionen prüfen, ohne die eigene Kreditwürdigkeit zu beeinträchtigen.

Wie beantrage ich meine SCHUFA‑Auskunft?

Um die SCHUFA‑Auskunft kostenlos und zügig abzurufen, gibt es zwei Möglichkeiten. Der neue digitale SCHUFA‑Account ist der schnellste Weg, um sofort online den Score und alle relevanten Einträge zu sehen. Zudem zeigt die SCHUFA im Account transparent, wie sich der neuer Punktescore aus den zwölf Kriterien zusammensetzt.

SCHUFA-Account: So funktioniert’s

  1. Aufrufen: app.schufa.de

  2. Kostenlos registrieren (E‑Mail + Passwort)

  3. Identifizieren via Online‑Ausweisfunktion (eID) oder PIN‑Brief 4. SCHUFA Score & persönliche Daten sofort digital abrufen

Alternativ können Verbraucher einmal pro Jahr die gesetzlich kostenlose SCHUFA‑Datenkopie (nach Artikel 15 DSGVO) anfordern. Diese enthält ebenfalls alle personenbezogenen Daten, die bei der SCHUFA gespeichert sind, und ist aktuell noch umfangreicher als der neue digitale SCHUFA-Account.

SCHUFA-Datenkopie: So funktioniert’s

  1. Anfrage starten über den SCHUFA‑Account oder direkt über die SCHUFA‑Website

  2. Identität nachweisen (z. B. Ausweiskopie/Verifizierung)

  3. Zustellung erwarten - als PDF oder postalisch

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, Drittanbieter zu meiden, die fälschlicherweise Gebühren verlangen – die echte Datenkopie ist immer kostenlos. Aber: Die kostenlose Datenkopie ist nicht als Vermieter‑ oder Banknachweis geeignet, da sie zu viele sensible Daten enthält. Für Bewerbungen benötigt man auch weiterhin die kostenpflichtige „BonitätsAuskunft“ (z. B. für Vermieter).

Häufige Fragen zu Bonität & SCHUFA-Score

Der SCHUFA-Score wurde im März 2026 grundlegend überarbeitet. Statt eines intransparenten Prozentwerts (0–100 %) gibt es jetzt ein Punktesystem von 100 bis 999. Der Score basiert auf zwölf klar definierten Kriterien, die Verbraucher erstmals vollständig einsehen können. Ziel ist mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Seit 2026 können Verbraucher ihren SCHUFA-Score jederzeit kostenlos online abrufen. Dafür stehen ein digitales Webportal und eine App zur Verfügung. Alternativ kann einmal jährlich eine kostenlose SCHUFA-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO angefordert werden.

Den größten Einfluss haben sogenannte Zahlungsstörungen, wie offene Rechnungen, Mahnungen oder Inkassofälle. Weitere wichtige Faktoren sind:

  • Anzahl neuer Kredite

  • Häufigkeit von Anfragen

  • Laufzeit bestehender Kredite

  • Stabilität von Adresse und Bankverbindungen

Wenn offene Zahlungsstörungen vorliegen, wird kein SCHUFA-Score berechnet. Stattdessen erscheint der Hinweis „Kein Score vorhanden“. Erst nach Begleichung der offenen Forderungen wird wieder ein Score erstellt.

Seit 2026 gilt die neue 100-Tage-Regel: Wird eine Forderung innerhalb von 100 Tagen beglichen, bleibt der Eintrag nur noch 18 Monate gespeichert. Zuvor waren es 36 Monate.

Die kostenlose SCHUFA-Datenkopie enthält alle gespeicherten persönlichen Daten und dient der eigenen Kontrolle. Die kostenpflichtige Bonitätsauskunft ist hingegen speziell für Vermieter oder Banken gedacht und enthält nur relevante Bonitätsinformationen.

Eine Bonitätsprüfung analysiert die finanzielle Situation und das Zahlungsverhalten eines Kreditantragstellers. Banken und Finanzdienstleister nutzen diese Prüfung, um das Risiko eines Kreditausfalls zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass der Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtungen pünktlich und fristgerecht erfüllt.

Die Ergebnisse der Bonitätsprüfung haben weitreichende Folgen für die Kreditvergabe. Sie beeinflussen nicht nur die grundsätzliche Kreditentscheidung, sondern bestimmen maßgeblich die individuellen Konditionen:

  • Der Zinssatz ist direkt an die Bonität gekoppelt – je besser der Score, desto günstiger der Kredit. Bei Baufinanzierungen kann der Unterschied zwischen sehr guter und mittelmäßiger Bonität bis zu 0,5 Prozentpunkte betragen, was bei größeren Kreditsummen tausende Euro Unterschied ausmachen kann.

  • Auch die maximale Kredithöhe kann mit besserer Bonität ansteigen. Während Kreditnehmer mit Top-Bonität oft das Fünffache ihres Jahreseinkommens finanzieren können, erhalten Personen mit schwächerer Bonität möglicherweise nur das Zweifache.

  • Bei der Laufzeit und den Sicherheiten zeigt sich: Kreditnehmer mit ausgezeichneter Bonität genießen mehr Flexibilität bei der Wahl der Rückzahlungsdauer und benötigen häufig keine zusätzlichen Sicherheiten.

Der SCHUFA-Score wird regelmäßig, in der Regel quartalsweise, aktualisiert. Veränderungen im Zahlungsverhalten oder neue Einträge können sich somit zeitnah auf den Score auswirken.

Fazit

Das SCHUFA‑Update 2026 sorgt für mehr Transparenz und Fairness: Der neue Score ist leichter nachvollziehbar, basiert auf nur zwölf klar definierten Kriterien und lässt sich im kostenlosen digitalen SCHUFA‑Account jederzeit einsehen. Und erstmals können Verbraucher wirklich verstehen, prüfen und korrigieren, was ihre Bonität beeinflusst.