Hochwassergefahr: Welche Regionen Deutschlands bedroht sind
Von Sabrina Doschek

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt angesichts von steigenden Temperaturen und Regen vor hohen Flusspegeln in Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Welche Regionen jetzt von Hochwasser bedroht sind und was Autofahrende beachten sollten.
Update: Mehrere Straßen in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt
Schneeschmelze und Regen lassen Pegel steigen
Lokal bereits Alarmstufen erreicht
Tipps für Autofahrende in Hochwassergebieten
Der Schnee schmilzt und vielerorts regnet es, weshalb der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Hochwasser in Teilen Deutschlands warnt. In Sachsen-Anhalt kann es vor allem an Ilse, Bode und deren Nebenflüssen sowie an Jeetze und Dumme zu hohen Wasserständen kommen. Laut Wetterexperten und -expertinnen kann an einzelnen Messstellen die erste oder zweite Alarmstufe erreicht werden.
Hochwassergefahr in Teilen Bayerns
Im Norden Bayerns führen Regen und Schneeschmelze bereits zu Überschwemmungen, besonders betroffen sind Coburg, Kronach und Lichtenfels. Der Hochwassernachrichtendienst warnt vor Überflutungen in bebauten Gebieten in diesen Regionen.
Ausuferungen oder Überschwemmungen sind in Franken sowie in der Oberpfalz und in Teilen von Schwaben möglich. In den Alpen muss weiter mit Lawinen gerechnet werden.
Hochwasser in Niedersachsen möglich
Schmelzende Schneemassen und Regen lassen auch die Flusspegel in Niedersachsen steigen, besonders im Harz und im Norden. An mehreren Messstellen wurde bereits die erste Meldestufe erreicht. Bis Montag Abend, 23. Februar, werden dort teils starke Niederschläge erwartet. Eine großflächige Hochwassergefahr besteht derzeit jedoch nicht.
Im Harz hatte das Winterwetter mit Dauerfrost in den vergangenen Wochen für jede Menge Schnee gesorgt, was vor allem viele Wintersportler und -sportlerinnen gefreut hat.
Die Fachleute der Hochwasservorhersagezentrale betonen, dass bei Starkregen für kleinere Flussgebiete und Flussoberläufe schwer frühzeitig erkennbar ist, ob die Gefahr von Hochwasser bestehe. Entsprechend sollten Wetter- und Unwetterwarnungen beachtet werden.
Mecklenburg-Vorpommern: Straßen gesperrt
Gefrorene Böden, Regen und Schmelzwasser sorgen in Mecklenburg-Vorpommern für überflutete Straßen und Sperrungen. Die B197 und B104 bei Remplin sind inzwischen wieder frei, die B197 zwischen Neubrandenburg und Anklam bleibt in beiden Richtungen gesperrt. Auch einzelne Kreis- und Landstraßen sind laut Polizei noch nicht befahrbar.
Wegen der überfluteten Straßen rechnet die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) mit Verspätungen, Umleitungen und einzelnen Ausfällen im Busverkehr, besonders auf Rügen sowie rund um Bad Sülze, Tribsees und Stralsund sowie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Aktuelle Verkehrsinformationen findet man bei der ADAC Verkehrsinfo oder im ADAC Routenplaner .
Hochwasserwarnung: Wann sich die Lage beruhigen soll
In Sachsen-Anhalt könnten einzelne Messstellen entlang der Ilse und Bode bis zum Dienstag, 23. Februar, die erste Alarmstufe überschreiten. Die Pegel von Jeetze und Dumme könnten bis Mittwoch, 24. Februar, sogar die zweite Alarmstufe erreichen. Auch im Fluss Aland könnten die Wasserstände bis Mittwoch weiter steigen.
In Bayern soll sich die Hochwasserlage bis Dienstag, 23. Februar, langsam beruhigen.
Tipps fürs Autofahren bei Hochwasser
Wer in Hochwassergebieten unterwegs ist, muss darauf gefasst sein, dass sich die Lage vor Ort sehr schnell ändern kann. Es ist ratsam, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Straßen- und Wettersituation zu informieren. Das gilt auch für Fahrten über Alpenpässe, wenngleich dort der frühzeitige und kurze Wintereinbruch inzwischen vorbei ist.
In von Hochwasser betroffenen Gebieten sollte man nach Möglichkeit das Parken in Tiefgaragen vermeiden, auf keinen Fall in überflutete Unterführungen fahren und generell nicht mit dem Auto durch Wasser fahren. Die tatsächliche Tiefe ist oft schwer abzuschätzen, Hindernisse oder Fahrbahnunterspülungen sind nicht immer zu erkennen.
Aquaplaning: Gefahr bei starkem Regen
Bei heftigem Regen steigt zudem das Risiko für Aquaplaning. Dabei verliert der Reifen durch eine geschlossene Wasserschicht den Kontakt zur Straße, Lenk- und Bremsbefehle wirken dann nicht mehr.
Überall dort, wo Wasser schlecht abfließen kann, kann Aquaplaning entstehen, meist in Senken, Unterführungen, Spurrillen und Kurven. Steigt der Wasserstand, kann der Reifen das Wasser nicht mehr verdrängen und beginnt aufzuschwimmen.
Mit Material von dpa.