Hochwassergefahr: Welche Regionen Deutschlands bedroht sind
Von Sabrina Doschek

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt angesichts von steigenden Temperaturen und Regen vor hohen Flusspegeln in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Schleswig-Holstein. Welche Regionen jetzt von Hochwasser bedroht sind und was Autofahrende beachten sollten.
Update: Hochwasserwarnung für Köln, Rhein erreicht Sieben-Meter-Marke
Schneeschmelze und Regen lassen vielerorts Pegel steigen
Tipps für Autofahrende in Hochwassergebieten
Der Schnee schmilzt und vielerorts regnet es, weshalb der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Hochwasser in Teilen Deutschlands warnt.
Hochwasserwarnung für Köln und entlang des Rheins
Der Pegelstand des Rheins in Köln nähert sich der Sieben-Meter-Marke. In Rodenkirchen wird daher vorsorglich das Hubtor errichtet, um Hochwasserschäden zu vermeiden. Seit Montag, 23. Februar, warnt das Landesamt für Umwelt (LfU) Rheinland-Pfalz vor Hochwasser an den Kölner Rheinufern.
Die Warnung betrifft das Gebiet von Oberwinter bis zur niederländischen Grenze. Neben dem Rhein sind auch Mosel und Sieg sowie kleinere Flüsse betroffen. Behörden empfehlen, sich von Gewässern fernzuhalten, Fahrzeuge aus gefährdeten Zonen zu entfernen und Schutzmaßnahmen zu überprüfen.
Hochwasser: Die Lage in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt liegen die Pegelstände der Flüsse überwiegend im unteren Bereich. Lediglich der Pegel Ilsenburg an der Ilse und die Warme Bode in Tanne erreichten Alarmstufe eins.
Niederschläge und Schneeschmelze führten zu einem Anstieg der Wasserstände, Expertinnen und Experten warnen bis Mittwoch, 25. Februar, vor erhöhten Wasserständen, besonders an Ilse, Bode und deren Nebenflüssen. Auch Jeetze und Dumme könnten weiter steigen.
Hochwassergefahr in Teilen Bayerns: Lage beruhigt sich
Im Norden Bayerns führten Regen und Schneeschmelze bereits zu Überschwemmungen, besonders betroffen sind Coburg, Kronach und Lichtenfels. Der Hochwassernachrichtendienst warnte vor Überflutungen in bebauten Gebieten in diesen Regionen.
Die Schneeschmelze führt auch am Dienstag, 24. Februar, noch örtlich zu Hochwasser, besonders zwischen Cham und Nittenau in der Oberpfalz. Auch südliche Donauzuflüsse, etwa in Donauwörth, könnten über die Ufer treten.
Ab Mittwoch, 25. Februar, wird das Wetter in Bayern milder und sonniger, sodass sowohl die Lawinen- als auch die Hochwassergefahr bis zum Wochenende weiter zurückgehen.
Hochwasserwarnung für Teile Schleswig-Holsteins
Das Umweltministerium hat insbesondere für den Süden und Osten Schleswig-Holsteins eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Die Feuerwehr beobachtet die Entwicklung, derzeit sind die Wasserstände jedoch noch nicht kritisch.
Durch Tauwetter und Regenschauer sind die Wasserstände vieler Flüsse in Schleswig-Holstein in den letzten Tagen deutlich angestiegen. Im gelben Bereich der Hochwasserskala liegen unter anderem die Steinau im Kreis Herzogtum Lauenburg sowie die Alster und die Bille, die unter anderem durch den Kreis Stormarn verlaufen.
Die Fachleute der Hochwasservorhersagezentrale betonen, dass bei Starkregen für kleinere Flussgebiete und Flussoberläufe schwer frühzeitig erkennbar ist, ob die Gefahr von Hochwasser bestehe. Entsprechend sollten Wetter- und Unwetterwarnungen beachtet werden. Zur aktuellen Lage können Sie sich beispielsweise bei der Hochwasserzentrale informieren.
Aktuelle Verkehrsinformationen findet man bei der ADAC Verkehrsinfo oder im ADAC Routenplaner.
Tipps fürs Autofahren bei Hochwasser
Wer in Hochwassergebieten unterwegs ist, muss darauf gefasst sein, dass sich die Lage vor Ort sehr schnell ändern kann. Es ist ratsam, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Straßen- und Wettersituation zu informieren. Das gilt auch für Fahrten über Alpenpässe, wenngleich dort der frühzeitige und kurze Wintereinbruch inzwischen vorbei ist.
In von Hochwasser betroffenen Gebieten sollte man nach Möglichkeit das Parken in Tiefgaragen vermeiden, auf keinen Fall in überflutete Unterführungen fahren und generell nicht mit dem Auto durch Wasser fahren. Die tatsächliche Tiefe ist oft schwer abzuschätzen, Hindernisse oder Fahrbahnunterspülungen sind nicht immer zu erkennen.
Aquaplaning: Gefahr bei starkem Regen
Bei heftigem Regen steigt zudem das Risiko für Aquaplaning. Dabei verliert der Reifen durch eine geschlossene Wasserschicht den Kontakt zur Straße, Lenk- und Bremsbefehle wirken dann nicht mehr.
Überall dort, wo Wasser schlecht abfließen kann, kann Aquaplaning entstehen, meist in Senken, Unterführungen, Spurrillen und Kurven. Steigt der Wasserstand, kann der Reifen das Wasser nicht mehr verdrängen und beginnt aufzuschwimmen.
Mit Material von dpa.