Frankreich: Extreme Tempoverstöße gelten jetzt als Straftat
Von Katja Fastrich

Höhere Strafen für Raser in Frankreich: Ab sofort gelten Tempoverstöße von mehr als 50 km/h als Straftat. Betroffen sind auch deutsche Autofahrer.
Raserei gilt als Straftat und kann Freiheitsentzug bedeuten
Bußgelder für extreme Tempoverstöße mehr als verdoppelt
Geschwindigkeitsüberschreitungen haben in Frankreich stark zugenommen
Frankreich verschärft seine Sanktionen für extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen deutlich. Ab sofort gelten Tempoverstöße von mindestens 50 km/h nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Möglich sind bis zu drei Monate Freiheitsentzug sowie eine Geldbuße von bis zu 3750 Euro. Zudem erfolgt ein Eintrag ins Strafregister. Ergänzend kann das Fahrzeug beschlagnahmt und der Führerschein für bis zu drei Jahre entzogen werden.
Die bisherigen Bußgelder für geringere Überschreitungen bleiben unverändert. Das gab das französische Innenministerium in einer Mitteilung bekannt. Die Neuregelung gilt seit 29. Dezember 2025.
Frankreich: Tempoverstöße haben zugenommen
In Frankreich wurden im Jahr 2024 63.217 Geschwindigkeitsverstöße mit mehr als 50 km/h über der zulässigen Geschwindigkeit registriert, dies ist ein Anstieg von 69 Prozent gegenüber 2017.
Bislang wurden derart hohe Tempoverstöße mit einer Geldbuße von 1500 Euro sowie einem Führerscheinentzug von bis zu drei Jahren geahndet. Erst im Wiederholungsfall drohten 3750 Euro.
Strafen gelten auch für deutsche Autofahrer
Die Sanktionen können ausdrücklich auch gegen ausländische Raserinnen und Raser verhängt werden. Der Führerscheinentzug gilt jedoch weiterhin nur auf französischem Staatsgebiet. In Deutschland oder anderen Ländern bleibt die Fahrerlaubnis bestehen. Nicht bezahlte Geldstrafen können allerdings in Deutschland vollstreckt werden.
Frankreich orientiert sich mit der Verschärfung teilweise an der Schweiz, die seit Jahren strenge Regeln gegen extreme Raserei kennt. Dort führen hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen – etwa 40 km/h innerorts, 60 km/h außerorts oder 80 km/h auf Autobahnen – automatisch zu:
Freiheitsstrafen von 1 bis 4 Jahren
Mindestens zwei Jahren Führerscheinentzug
Möglichkeit der Fahrzeugbeschlagnahme
Die Schweiz zählt damit zu den Ländern mit den härtesten Sanktionen in Europa.
Das kosten Tempoverstöße in Deutschland
In Deutschland fallen die Strafen für vergleichbare Verstöße deutlich milder aus. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts um 51 bis 60 km/h kostet laut ADAC-Regelsatz:
480 Euro
2 Punkte in Flensburg
1 Monat Fahrverbot
Eine strafrechtliche Verfolgung ist hier anders als in Frankreich nicht vorgesehen.