Frankreich: Extreme Tempoverstöße gelten jetzt als Straftat

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Von Katja Fastrich

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Ein Auto fährt in Frankreich an einem Blitzer auf der Autobahn vorbei
Frankreich geht künftig rigoros gegen extreme Raserinnen und Raser vor© dpa/alexandre marchi

Höhere Strafen für Raser in Frankreich: Ab sofort gelten Tempoverstöße von mehr als 50 km/h als Straftat. Betroffen sind auch deutsche Autofahrer.

  • Raserei gilt als Straftat und kann Freiheitsentzug bedeuten

  • Bußgelder für extreme Tempoverstöße mehr als verdoppelt

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen haben in Frankreich stark zugenommen

Frankreich verschärft seine Sanktionen für extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen deutlich. Ab sofort gelten Tempoverstöße von mindestens 50 km/h nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Möglich sind bis zu drei Monate Freiheitsentzug sowie eine Geldbuße von bis zu 3750 Euro. Zudem erfolgt ein Eintrag ins Strafregister. Ergänzend kann das Fahrzeug beschlagnahmt und der Führerschein für bis zu drei Jahre entzogen werden.

Die bisherigen Bußgelder für geringere Überschreitungen bleiben unverändert. Das gab das französische Innenministerium in einer Mitteilung bekannt. Die Neuregelung gilt seit 29. Dezember 2025.

Frankreich: Tempoverstöße haben zugenommen

In Frankreich wurden im Jahr 2024 63.217 Geschwindigkeitsverstöße mit mehr als 50 km/h über der zulässigen Geschwindigkeit registriert, dies ist ein Anstieg von 69 Prozent gegenüber 2017.

Bislang wurden derart hohe Tempoverstöße mit einer Geldbuße von 1500 Euro sowie einem Führerscheinentzug von bis zu drei Jahren geahndet. Erst im Wiederholungsfall drohten 3750 Euro.

Strafen gelten auch für deutsche Autofahrer

Die Sanktionen können ausdrücklich auch gegen ausländische Raserinnen und Raser verhängt werden. Der Führerscheinentzug gilt jedoch weiterhin nur auf französischem Staatsgebiet. In Deutschland oder anderen Ländern bleibt die Fahrerlaubnis bestehen. Nicht bezahlte Geldstrafen können allerdings in Deutschland vollstreckt werden.

Frankreich orientiert sich mit der Verschärfung teilweise an der Schweiz, die seit Jahren strenge Regeln gegen extreme Raserei kennt. Dort führen hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen – etwa 40 km/h innerorts, 60 km/h außerorts oder 80 km/h auf Autobahnen – automatisch zu:

  • Freiheitsstrafen von 1 bis 4 Jahren

  • Mindestens zwei Jahren Führerscheinentzug

  • Möglichkeit der Fahrzeugbeschlagnahme

Die Schweiz zählt damit zu den Ländern mit den härtesten Sanktionen in Europa.

Das kosten Tempoverstöße in Deutschland

In Deutschland fallen die Strafen für vergleichbare Verstöße deutlich milder aus. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts um 51 bis 60 km/h kostet laut ADAC-Regelsatz:

  • 480 Euro

  • 2 Punkte in Flensburg

  • 1 Monat Fahrverbot

Eine strafrechtliche Verfolgung ist hier anders als in Frankreich nicht vorgesehen.

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