Deutsche Luftrettungsanbieter schlagen Alarm

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Von Redaktion

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Ein ADAC Heli landet auf der autobahn
Luftrettungsorganisationen warnen vor den Folgen des Gesetzesentwurfs zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung© ADAC Luftrettung/Philip Bockshammer

Die Versuche, Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung zu sparen, erzeugen einen erheblichen Kollateralschaden: Sie gefährden die Existenz der Luftrettung in Deutschland – davor warnen übereinstimmend die gemeinnützigen Rettungsdienstorganisationen ADAC Luftrettung, DRF Luftrettung und Johanniter Luftrettung. Hintergrund ist der neue Gesetzesentwurf zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Finanzierung der Luftrettung in Deutschland bedroht

  • Gesetzesentwurf: Negative Auswirkungen auf die notfallmedizinische Versorgung

  • Luftrettung hat besondere Anforderungen für Vergütung und Budgetierung

Sollte der Gesetzesentwurf aus dem Gesundheitsministerium in der aktuellen Form verabschiedet werden, werde der Luftrettung in Deutschland schrittweise die finanzielle Grundlage entzogen, so die drei Rettungsdienstorganisationen. Dies gefährde die notfallmedizinische Versorgung von Millionen Menschen.

"Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen stabil zu halten, ist ein legitimes Ziel", erklärt Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung: "Die geplanten Maßnahmen führen jedoch zu einer dramatischen Unterfinanzierung im Bereich der Luftrettung und gefährden somit die notfallmedizinische Versorgung in Deutschland", so Bruder. "Die Notfallversorgung in Deutschland darf nicht den Diskussionen um Sparmaßnahmen geopfert werden. Wenn die Versorgungssicherheit im Rettungswesen ernst genommen wird, muss hier nachgebessert werden."

Die Luftrettungsunternehmen erinnern daran, dass die Luftrettung außerordentlichen Bedingungen unterliegt und nicht pauschal bewertet werden kann: So arbeiten die Luftrettungsdienste in einer hochregulierten und sicherheitskritischen Infrastruktur und halten Mitarbeitende in ständiger Bereitschaft vor.

Pilotinnen und Piloten sowie medizinisches Personal wie Notfallsanitäterinnen, Notfallsanitäter, Notärztinnen und Notärzte erfüllen hochqualitative Anforderungen und müssen über jahrelange Erfahrung verfügen. Die Orientierung der Finanzierung an der Grundlohnrate – wie im Gesetzesentwurf vorgesehen – spiegle nicht die tatsächlichen Kosten wider.

Die Grundlohnrate zeigt die Veränderungen der beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder einer Krankenkasse. Sie dient als Referenz für die Vergütung und Budgetierung im Gesundheitswesen. Die speziellen Bedingungen in der Luftrettung berücksichtigt sie nicht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Versorgungsbereichen im Gesundheitswesen wird die zivile Luftrettung in Deutschland überwiegend durch gemeinnützige Organisationen getragen. Im vergangenen Jahr wurden die drei Luftrettungsorganisationen zu insgesamt rund 90.000 Notfalleinsätzen alarmiert.