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– Weniger Unfallopfer auf den Straßen Europas –

Test LKW-Notbremsassistenten (2017)

Immer wieder wird in den Medien von schweren Lkw-Unfällen an Stau-Enden berichtet. Diese Auffahrunfälle sind oftmals von einer sehr hohen Unfallschwere geprägt. Aus diesem Grund hat sich der Gesetzgeber bereits vor einiger Zeit damit befasst und eine Ausrüstungspflicht mit automatischen Notbremsassistenten für Lkw vorgeschrieben. Diese erfolgt in 2 Stufen. Stufe 1 ist seit November 2015 für alle Neufahrzeuge ab 8 t vorgeschrieben, Stufe 2 gilt ab November 2018. 

Die Anforderungen an Notbremssysteme sind jedoch recht moderat. So müssen selbst in Stufe 2 bei stehenden Hindernissen lediglich 20 km/h aus den 80 km/h Fahrgeschwindigkeit abgebaut werden. Das würde eine Kollision der 40 t schweren Fahrzeuge mit immer noch 60 km/h bedeuten! 

Um die technischen Möglichkeiten schwerer Lkw wichtiger Hersteller zu hinterfragen und die Vermeidbarkeit der häufigsten und gefährlichsten Lkw-Unfälle durch aktive Sicherheitssysteme in Serienfahrzeugen zu belegen, wurden als Beispiel drei Lkw-Modelle einer Untersuchung unterzogen.

Basierend auf den Erkenntnissen der ADAC Unfallforschung werden Fahrversuche mit Lkw durchgeführt. Es soll so überprüft werden, wie wirksam die Fahrerassistenzsysteme bei unfallträchtigen Fahrzuständen sind und wie leistungsfähig sie heute schon sein können. Auch die Tauglichkeit in der Fahrpraxis soll dabei untersucht werden.

Die Fahrversuche werden mit schweren Lkw (>7,5t) durchgeführt. Es werden zwei Module durchlaufen. Zum Einen das Praxismodul, um Erfahrungen aus dem praktischen Umfeld von Lkw-Fahrern zu gewinnen, und zum Anderen ein Sicherheitsmodul, um die Fahrerassistenzsysteme zu überprüfen.

Das Praxismodul findet auf freier Straße im Umfeld des ADAC Technik Zentrums statt. Es wird hier auf einer Streckenlänge von ca. 30 km die Warnstrategie der Systeme in den Lkw untersucht: 15 km autobahnähnliche Straße und 15 km Landstraße. 

Wichtig hierbei ist die Umgebung der Fahrerkabine:

  • wie oft und auf welche Weise wird eine Warnung ausgegeben
  • wie stark wird der Fahrer durch optische oder akustische Signale belastet

Das Sicherheitsmodul wird auf einem Testgelände des ADAC Technik Zentrums durchgeführt. Angelehnt an das Euro NCAP Testverfahren, werden hier mehrere Szenarien abgeprüft. 

  • Auffahren auf stehendes Hindernis (0 km/h); Lkw fährt 50-60-70-80 km/h
  • Auffahren auf langsam fahrendes Hindernis (20 km/h); Lkw fährt 50-60-70-80 km/h
  • Auffahren auf verzögerndes Hindernis (50 km/h; 6 m/s²); Lkw fährt 50 km/h, 40 m Abstand

Für die praktische Erprobung wurden drei Lkw-Marken gewählt. Hierbei sind die für Deutschland und Europa wichtigsten Marken MAN und Mercedes-Benz sowie der Hersteller mit einem hohen Anteil bei den Neuzulassungen von schweren Nutzfahrzeugen, Volvo Trucks, bestimmt worden. 

Die Lkw-Modelle, die einen Überblick über den technischen Stand liefern, sind allesamt Sattelzugmaschinen, welche im Lkw-Fernverkehr eine sehr hohe Verbreitung haben. Es werden untersucht:

MAN TGX

Mercedes-Benz Actros

Volvo FH 540

Die Sattelauflieger werden jeweils beladen mit Ballast.


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