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Ost- und Südosteuropa |  | 28.07.2020

Abzocke im Urlaub – Falsche Pannenhelfer unterwegs

Täuschend echt im Aussehen, aber ein  Fake-Pannenhelfer in Serbien! Foto: ADAC SE

In Ost- und Südosteuropa sind Betrüger als falsche Pannenhelfer unterwegs. Diese „gelben Teufel“ verhindern oft mit Störsender einen Anruf bei der ADAC Auslands-Notrufstation.

Die ADAC Versicherung AG warnt erneut vor falschen Pannenhelfern, die sich als Gelbe Engel ausgeben und Reisenden viel Geld für Abschlepp- und teils unnötige Werkstattleistungen abknöpfen. Außer in Ungarn und Serbien sind die Betrüger jetzt auch vermehrt in Bulgarien, Kroatien und Slowenien aktiv. Dazu sind die Slowakei, Litauen und Polen betroffen.

Der Gelbe Engel Alessandro Miluzzi arbeitet als einziger ADAC Straßenwachtfahrer im Ausland.
Der Gelbe Engel Alessandro Miluzzi arbeitet als einziger ADAC Straßenwachtfahrer im Ausland. Foto: ADAC SE

Um die Urlauber in die Falle zu locken, nutzen die Betrüger Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der Pannenhilfe-Autos, mit dem Logo des Clubs oder der Aufschrift „Im Auftrag des ADAC“. Auch das Personal tritt im Gewand der ADAC Straßenwachtfahrer auf. Aber: Im Ausland betreibt der ADAC keine eigene Straßenwacht-Flotte, und die dortigen Vertragspartner dürfen weder auf ihren Fahrzeugen noch an Werkstätten ADAC Logos verwenden.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: In Norditalien ist ein echter „Gelber Engel“ ganzjährig als Pannenhelfer für die ADAC Notrufstation tätig.

Tipp Icon

So läuft die Panne im Ausland ab

Falsche Pannenhelfer warten bereits an der Autobahn

Besonders offensichtlich ist die Taktik vieler Betrüger, bereits an der Autobahn zu warten und direkt nach einer Panne aufzutauchen, um dem Hilfesuchenden ihre Dienste anzubieten. Anrufversuche der ADAC Plus-Mitglieder beim Auslands-Notruf können fehlschlagen, da die Kriminellen Störsender in ihren Fahrzeugen installiert haben, die das Telefonnetz unterbrechen und eine Mobilfunkverbindung unmöglich machen. In so einer Situation sollten Autofahrer ihr Fahrzeug abschließen, sich einige Meter entfernen und von dort den ADAC Auslands-Notruf kontaktieren.

Wenn die ADAC Versicherung AG die Betrüger, beispielsweise mittels Foto von Nummernschildern, identifizieren kann, wird mit Unterstützung des Partnerclubs immer Anzeige auf Unterlassung erstattet. Betrugsanzeigen können nur die Geschädigten erstatten.

Wichtig zu wissen:

Wenn der Partnerclub vor Ort keine Pannenhilfe leisten kann, wird das Fahrzeug in die nächste geeignete Werkstatt geschleppt (Kostenerstattung bis maximal 300 Euro). Hier unterstützt der ADAC seine Mitglieder bei Sprachbarrieren. Mitglieder müssen sich darauf einstellen, dass Ersatzteile teurer sind als in Deutschland, da diese oft erst extra eingeflogen werden müssen.

Dauert die Reparatur länger als einen Tag, hilft der ADAC auf Wunsch bei der Vermittlung eines Hotels und eines Mietwagen. Die Kosten für Hotel (maximal 3 Tage à 85 Euro pro Person und Nacht) und Mietwagen (maximal 500 Euro) können beim ADAC zur Kostenerstattung eingereicht werden. Dauert die Reparatur länger als drei Tage, wird das Fahrzeug vom ADAC nach Deutschland an den Wohnort zurückgebracht.

Produktangebot

Der Versicherungsschutz der ADAC Plus- und Premium-Mitgliedschaft gilt für sämtliche Reisen mit Verkehrsmitteln – egal, ob Reisende mit dem Auto, Wohnmobil, der Bahn, mit Flugzeug, Fahrrad, Mietwagen oder Kreuzfahrtschiff unterwegs sind.

Alle Informationen dazu sind unter https://www.adac.de/mitgliedschaft/ zu finden.

Die erste Auslands-Notrufstation hat der ADAC 1974 in Athen eingerichtet. Von den aktuell acht Stationen im Ausland befinden sich heute die größten in Barcelona, Lyon und Monza. Zusätzlich gibt es vier Hilfezentralen in Deutschland, die bei Kfz-Schadenfällen und medizinischen Notfällen weiterhelfen. Insgesamt haben sie 2019 über 700.000 Urlaubern in Not geholfen und über 15.000 Fahrzeugrücktransporte nach Deutschland organisiert.

Neben Deutsch sprechen die Mitarbeiter auch die jeweilige Landessprache. Alle Stationen sind das ganze Jahr über besetzt. Die ADAC Auslands-Notrufstationen sind zentral aus den jeweiligen Urlaubsländern erreichbar unter der Telefonnummer +49 89 22 22 22.