Wirtschaftsbericht ADAC SE 2024

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten in Deutschland, gesellschaftlicher Spannungen und einer insgesamt pessimistischen Grundhaltung stieg die Reisefrequenz im Jahr 2024 weiter an. Die Ausgaben für den Urlaub haben 2024 ein neues Rekordniveau erreicht und betrugen durchschnittlich 1.544 € (Vorjahr 1.538 €) pro Person. Der Anteil der Deutschen, die eine Reise von wenigstens fünf Tagen Dauer unternommen haben, wuchs im Vergleich zum Vorjahr nochmals um zwei Prozentpunkte an [Quelle: Tourismusanalyse 2025, 11. Februar 2025.]
Zum Jahresende hat sich der Bestand der ADAC Mitglieder gegenüber dem Vorjahr um 402 Tsd. auf 22,2 Mio. Mitglieder erhöht. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Rahmenbedingungen des ADAC SE Konzerns aus.
Geschäftsverlauf des Konzerns
Das Geschäftsjahr 2024 war von einem Boom im touristischen Bereich geprägt. Entsprechend konnten die ADAC Gesellschaften, die Leistungen rund um Reise und individuelle Mobilität anbieten, davon profitieren. Insbesondere bei der ADAC Versicherung war infolgedessen allerdings auch ein Anstieg der Leistungsmaßnahmen zu verzeichnen, welcher das Ergebnis belastete.
Bei den Versicherungsleistungen führte die gute Vertriebsleistung in Verbindung mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Reiseprodukten zu einer Steigerung der prognostizierten Beiträge. Ferner war eine gestiegene Schadensfrequenz zu beobachten, da die Versicherungen im Vergleich zu den Vorjahren überproportional von den Versicherungsnehmern in Anspruch genommen wurden. Die Fachbereiche haben mit einer Intensivierung von Schadensteuerungsmaßnahmen reagiert.
Der Konzern verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg in Höhe von Mio. € 98,4 bzw. 7,8 % auf Mio. € 1.363,9.
Vermögenslage
Die Konzernbilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr moderat um Mio. € 102,2 bzw. 5,7 % auf Mio. € 1.883,3.
Das Konzerneigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahr von Mio. € 453,4 um Mio. € 23,8 bzw. 5,2 % auf insgesamt Mio. € 477,2 erhöht.
Die Rückstellungen sind insgesamt um Mio. € 86,0 bzw. 7,3 % auf Mio. € 1.266,1 gestiegen.
Die Verbindlichkeiten haben sich im Vorjahresvergleich um Mio. € 8,8 bzw. 6,1 % auf Mio. € 136,2 verringert. Dies resultiert insbesondere aus der Rückzahlung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Ertrags- und Finanzlage
Im Geschäftsjahr wurde ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von Mio. € 62,3 erzielt, welches um Mio. € 34,7 bzw. >100,0 % über dem des Vorjahres mit Mio. € 27,6 liegt. Diese Entwicklung basiert im Wesentlichen auf einer im Vorjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibung auf geleistete Anzahlungen.
Gegenläufig wirken sich die um Mio. € 23,0 bzw. > 100,0 % gestiegenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergebnismindernd aus, so dass sich wie prognostiziert ein im Vergleich zum Vorjahr um Mio. € 11,0 bzw. 41,7 % höherer Konzernjahresüberschuss in Höhe von Mio. € 37,5 ergibt.
Die Eigenkapitalquote (als Relation des Eigenkapitals zur Bilanzsumme) hat sich leicht verringert und beträgt zum Geschäftsjahresende 25,3 % (VJ: 25,5 %).