Glamping mit Kindern: Die perfekte Sicherheits-Checkliste für Eltern

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Von ADAC SE Kommunikation

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Glamping im Mobilheim
© gettyimages/sturti

Wer seinen Familien-Urlaub gerne im Freien verbringt und am liebsten draußen zuhause ist, für den ist Camping im Mobilheim oder in einem luxuriösen Glamping-Zelt ideal. Vor allem für Familien gibt es so viel Natur rund um die Uhr, deutlich mehr Komfort als in einem Zelt und – anders als bei Pauschalreisen im Hotel – volle Flexibilität bei den Frühstücks- und Essenzeiten.

  • Familienfreundlichen Campingplatz und kindgerechtes Mobilheim auswählen

  • Unterkunft, Umgebung und Brandschutz systematisch auf Sicherheit prüfen

  • Notfälle, Sonne, Hitze und Wetter mit Checkliste und klaren Regeln absichern

Damit der Campingurlaub jedoch auch genauso entspannt wird, ist eine durchdachte Planung und eine strukturierte Sicherheits-Checkliste sinnvoll. Mit unserem Glamping-Ratgeber geben wir wertvolle Tipps - von der Platzwahl über Kindersicherung bis zur Notfall-Ausrüstung.

Vor der Buchung: Sicheren Campingplatz und richtiges Mobilheim finden

Mit dem in der Coronazeit entstandenen Camping-Boom ist auch die Zahl der Angebote im In- und Ausland in die Höhe geschossen. Vor allem in den südlichen Ländern mit lauen Sommernächten ist Urlaub auf dem Campingplatz längst salonfähig geworden und spricht eine breite Masse an. Umso wichtiger ist es, vor der Reise und der Buchung das passende, saubere und sichere Quartier zu finden.

  • An erster Stelle: Beim Campingplatz gezielt nach dem Kriterium „familienfreundlich“ suchen und auf die Kinderangebote achten. Gibt es nur einen kleinen Pool oder eine richtige Plansch-Landschaft für die Kleinen? Wie sieht es mit Kinderbetreuungs- und Animationsangeboten aus, damit die Eltern auch mal für ein paar Stunden ihre Ruhe haben?

  • Beim Lageplan gibt es mehrere Punkte zu beachten: So ist wichtig für Ohren und Nasen, wie weit laute Straßen oder die Müllplätze entfernt sind. Wie nah sind See oder Meer, der Campingplatz-Supermarkt, der Spielplatz, die Bar oder die Bühne? Große Anlagen etwa an der Adria ziehen sich oft über Kilometer, deshalb die täglichen Wege bedenken und berechnen!

  • Die Glamping-Unterkunft sollte zudem möglichst abseits von viel befahrenen Wegen und Einfahrten gewählt werden, damit die Kinder sicher und ungestört spielen können.

  • Auch das Mobilheim selbst sollte vorher auf Kindersicherheit gecheckt werden: Dies gilt vor allem für Steckdosen, Treppen, Balkon, Geländer oder Fenster-Begrenzungen.

  • Gute und moderne Anlagen statten ihre Mobilheime zudem mit Rauchmeldern, Feuerlöschern oder Löschdecken aus.

  • Und zudem sollten – neben dem Packen der richtigen Reiseapotheke – auch diese Infos vorab eingeholt werden: Gibt es auf der Anlage einen Arzt? Wo ist die nächste Klinik? Wie lauten die Notrufnummern im Urlaubsland?

Kindersichere Unterkunft: Innenraum-Check bei der Ankunft

Es dauert nur ein paar Minuten, gibt jedoch große Sicherheit und kann schlimme Unfälle verhindern. Bei einem kurzen Sicherheits-Rundgang unmittelbar nach dem Einchecken ist auf Folgendes zu achten:

  • Steckdosen prüfen und bei Bedarf mit mitgebrachten Sicherungen versehen.

  • Lose Kabel, nicht genutzte Mehrfachsteckdosen und Stolperfallen aus dem Weg räumen.

  • Schränke mit Putzmitteln, Glas oder Alkohol für Kinder unzugänglich machen (hochstellen oder mit Riegeln sichern).

  • In der Küche scharfe Messer, Gläser, Streichhölzer und Feuerzeuge außer Reichweite von kleinen Händen aufbewahren.

  • Für Fenster und Türen gilt: Prüfen, ob sich Kinder leicht aussperren, herauslehnen oder sich leicht im Bad oder auf der Toilette einschließen können.

  • Etagenbett: Klare Regeln, wer oben schlafen darf und seitliche Absturz-Sicherung ausreichend prüfen.

  • Balkon oder Terrasse: Sprossen von Balkonbrüstungen (max. 12 Zentimeter Abstand), wacklige Stühle und Tische sichern oder umstellen.

Gefahrenquellen rund um das Mobilheim entschärfen

Auch draußen vor dem Mobilheim oder dem Glamping-Zelt lauern einige Gefahren, die sich jedoch leicht entschärfen lassen:

  • Grillplatz so wählen, dass Kinder nicht vorbeirennen müssen und eine klare „Stopp-Zone“ um den Grill einführen.

  • Feuerstellen, Grill, heiße Platten und Kohle konsequent abschirmen und nie unbeaufsichtigt lassen.

  • Stolperfallen wie Zeltschnüre, Heringe, Teppiche und lose Stufen sichtbar machen oder umstellen.

  • Wege zum Sanitärgebäude und Spielplatz tagsüber mit den Kindern abgehen und leicht zu merkende Orientierungspunkte setzen.

  • Wenn Wasser in der Nähe ist (Pool, See, Fluss): Klare Grenzen festlegen und niemals kleine Kinder unbeaufsichtigt ans Wasser lassen.

  • Nachts: Außenbeleuchtung prüfen, ggf. kleines Campinglicht oder Solarlampen einsetzen.

Augen auf: Sicherheitsregeln mit Kindern besprechen

Kinder brauchen auch im Urlaub einfache, klare und positiv formulierte Regeln, die sie sich leicht merken und umsetzen können. Ein paar Beispiele:

  • Für Geschwisterkinder oder wenn man mit mehreren Familien unterwegs ist, gilt: „Wir bleiben immer zu zweit!“ Kein Kind streift allein über den Platz!

  • Feste Grenzen definieren: „Du darfst bis zum roten Haus / bis zum Spielplatz, aber nicht weiter!“

  • Immer leicht auffindbare Treffpunkte vereinbaren, falls jemand sich verläuft, z.B. am Spielplatz, vor dem Supermarkt.

  • Den Kindern erklären, dass sie nie mit Fremden mitgehen oder -fahren oder in deren Unterkünfte gehen dürfen.

  • Baderegeln festlegen, vor allem bei Nicht-Schwimmern: Nie allein ins Wasser gehen, auch nicht nur kurz, ins flache Becken oder seichte Meerwasser. Hinter einer Sandbank kann der Pegel schnell weit abfallen.

  • Vollständigen Kindernamen, Namen der Anlage und Parzellen-/Mobilheimnummer üben und ein Kärtchen in die Tasche stecken. Zudem mit den Kindern Mobilheim-/Platznummer einprägen oder auf die Innenseite des Camping-Armbands schreiben. Dort kann auch eine Mobilnummer der Eltern notiert werden.

Vorsicht, Gas! Das Brandschutz-1x1 beim Camping

Anders als bei den meisten Familien daheim üblich, spielt sich auf Campingplätzen viel mit Gas als Energiequelle ab. Deswegen ist hier besondere Vorsicht geboten und die Flaschen oder Kartuschen müssen bei Nicht-Gebrauch immer abgedreht sein. Zudem ist beim Thema Brandschutz generell wichtig:

Rauchmelder (wenn vorhanden) testen und den Kindern das Alarmgeräusch erklären.

  • Einen festen Löschplatz definieren: Wo ist der Feuerlöscher, wer holt ihn im Ernstfall?

  • Keine Handtücher oder Deko an Gasherd, Ofen, Grill oder Lampen hängen.

  • Kinder nicht am Gasherd spielen lassen, Zündhölzer und Feuerzeuge immer wegsperren.

  • Nach dem Kochen: Herd kontrollieren, Gas zudrehen, keine Pfannen mit heißem Fett unbeaufsichtigt lassen

  • Klare Regel: Kerzen nur mit Erwachsenen anzünden und niemals in der Nähe von Stoff, Holz oder Papier.

Erste Hilfe im Notfall

Im Urlaub ist schnell etwas passiert, deswegen ist es wichtig im Notfall kühlen Kopf zu bewahren und für die Erste Hilfe gerüstet zu sein:

  • Eine kleine, gut sortierte Reiseapotheke mitnehmen: Pflaster, Wunddesinfektion, Fieberthermometer, kindgerechte Schmerz- und Fiebermittel, Kühl-Pads, Verbände, Zeckenzange, Pinzette, Mückenschutz, Brand-/Wund- und Insektenbiss-Salben, Sonnenschutz.

  • Wichtige Telefonnummern griffbereit notieren: 112, Campingplatz-Rezeption, Kinderarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst, ADAC Auslandskrankenschutz, ADAC Medical App

  • Standortdaten (Name des Campingplatzes, Adresse, Parzellennummer) sichtbar im Mobilheim aufhängen.

  • Bei besonderen Allergien oder Krankheiten (z.B. Asthma, Diabetes, schwere Nahrungsmittelallergien) ein kurzes Notfallblatt vorbereiten und mitführen.

  • Älteren Kindern erklären, wo und wie sie Hilfe holen können.

Tipps für Sonnenschutz, Hitze & Wetter

Gerade beim Sommerurlaub im Süden ist Vorsicht geboten, damit ein Sonnenbrand oder -stich nicht den Urlaub verdirbt und gefährliche Beschwerden hervorruft. Deshalb:

  • Kinder konsequent mit hohem Sonnenschutzfaktor eincremen, Sonnenhut und leichte, lange Kleidung nutzen.

  • Mittagshitze meiden, Siesta oder Indoor-Spielzeit einführen.

  • Im Mobilheim regelmäßig lüften, bei Hitze Fensterläden/Plissees tagsüber geschlossen halten.

  • Klimaanlage auf angenehme, moderate Temperatur einstellen, um Erkältungen zu vermeiden.

  • Immer ausreichend Wasser bereitstellen – Trinkflasche für jedes Kind.

  • Bei Gewitter: Kinder ins Mobilheim holen, keine Aktivitäten im Wasser, nicht unter einzelne Bäume stellen.

  • Kinder darüber informieren, was bei starkem Regen oder Unwetter passiert und absprechen: „Wo treffen wir uns? Was tun wir bei einem Stromausfall?“

Sicher campen mit Kindern: Checkliste zum Download

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Checkliste zum Abhaken: Sicher campen mit Kindern
Auf Nummer sicher gehen mit dieser Liste: Daheim ausdrucken und am Urlaubsort abhaken, dann kann nichts mehr schiefgehen.
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Fazit

Ein sicherer Camping- oder Glamping-Urlaub mit Kindern gelingt durch gute Planung, eine kindgerechte Unterkunft und klar geregelte Abläufe im Alltag vor Ort.

  1. Ab welchem Alter ist Camping mit Kindern sinnvoll? Camping ist in jeder Altersstufe möglich, entscheidend sind familienfreundlicher Platz, Ruhe im Schlafbereich und passende Sicherheitsvorkehrungen.

  2. Wie finde ich einen sicheren Campingplatz? Auf familienfreundliche Ausrichtung, sichere Spielflächen, übersichtliches Gelände und erreichbare medizinische Versorgung achten.

  3. Was muss ich im Mobilheim prüfen? Steckdosen, Treppen, Betten, Balkon, Herd und Grill sichern sowie Rauchmelder und Löschmittel checken.

  4. Welche Grundregeln sollten Kinder kennen? Feste Spielgrenzen, Treffpunkte, „nie allein ans Wasser“ und „nicht mit Fremden mitgehen“ vereinbaren.

  5. Was gehört zur Notfall-Ausstattung? Reiseapotheke für Kinder, wichtige Telefonnummern, ausreichend Wasser, Sonnen- und Insektenschutz bereithalten.