Mehrmonatige Sperrung der Zugstrecke Rosenheim-Salzburg 2027

Von Redaktion Südbayern

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Bahnarbeiter erneuern mithilfe eines Krans die Gleise.
Bauarbeiten auf der Strecke Rosenheim-Salzburg: Eine mehrmonatige Vollsperrung sorgt ab 7. Februar 2027 für drastische Einschränkungen – der ADAC Südbayern erklärt die Auswirkungen für Pendler.© Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus

Die Strecke Rosenheim-Salzburg wird ab 7. Februar 2027 für fünf Monate komplett gesperrt – eine der einschneidendsten Maßnahmen im süddeutschen Bahnverkehr seit Jahren. Die Sperrung Rosenheim-Salzburg 2027 trifft vor allem die vielen Berufspendler. Der ADAC Südbayern informiert über die Hintergründe sowie Folgen und zeigt Alternativen für Pendler auf.

Rund 20.000 Menschen fahren täglich aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim sowie der Stadt Rosenheim nach München, ein erheblicher Teil davon mit dem Zug bzw. den öffentlichen Verkehrsmitteln. „Pendler müssen sich infolge der Streckensperrung Rosenheim-Salzburg 2027 auf längere Wege, neue Abläufe und volle Straßen einstellen“, so Verkehrsexperte Bernd Emmrich vom ADAC Südbayern.

Warum wird die Strecke Rosenheim-Salzburg gesperrt?

Die Deutsche Bahn nutzt die Zeit für eine umfassende Generalsanierung einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen im süddeutschen Raum. Konkret geplant sind:

  • Erneuerung von Gleisen, Weichen und Oberleitungen

  • Modernisierung von neun Bahnhöfen und Bahnsteigen (u.a. Barrierefreiheit, Wetterschutz)

  • Verbesserte Betriebsstabilität

  • Umbau von sieben Bahnübergängen für mehr Sicherheit und weniger Störungen

Am Ende soll die Strecke zuverlässiger sein – mit moderner Technik, robuster Infrastruktur und attraktiven Bahnhöfen.

Schienenersatzverkehr Rosenheim-Salzburg – was bedeutet das für Pendler?

Von 7. Februar bis 9. Juli 2027 fahren zwischen Rosenheim und Salzburg keine Züge. Stattdessen setzt die Bahn einen umfangreichen Schienenersatzverkehr für den Nahverkehr ein (Fern- und Güterverkehr werden großräumig umgeleitet). Das heißt:

  • Ersatzbusse zwischen allen wichtigen Bahnhöfen

  • Deutlich längere Fahrzeiten, besonders im Berufsverkehr

  • Abweichende Abfahrtsorte (z.B. Busbahnhöfe statt Gleise)

Empfehlung des ADAC Südbayern: Je nach Strecke und Tageszeit etwa 20 bis 60 Minuten mehr einplanen.

Ausweichen aufs Auto: Wie wirkt sich der Mehrverkehr auf der A8 und im Stadtgebiet München aus?

Viele Pendler werden nach Einschätzung des ADAC Südbayern auf das Auto ausweichen – mit spürbaren Folgen für die ohnehin stark belastete A8 sowie den Stadtverkehr in München.

Der ADAC Südbayern rechnet mit:

  • längeren Staus im Berufsverkehr

  • zusätzlichen Fahrzeitverlusten durch Überlastungen im Stadtgebiet

  • Verzögerungen an bekannten Engstellen wie Irschenberg oder Inntaldreieck

  • erhöhtem Unfallrisiko infolge dichterer Verkehrsströme

  • Zeitverlusten von 20 bis 60 Minuten, abhängig von Tageszeit und Verkehrslage

Die A8 zählt schon heute zu den staureichsten Autobahnen Deutschlands, München zu den am stärksten belasteten Städten. Jeder zusätzliche Verkehr verschärft die Situation weiter.

Welche Alternativen für Pendler gibt es?

Um die Straßen zu entlasten, empfiehlt der ADAC Südbayern:

  • Sinnvolle Park‑&‑Ride‑Möglichkeiten an weniger ausgelasteten Bahnhöfen zwischen Rosenheim und dem Münchner Stadtgebiet nutzen

  • Fahrgemeinschaften bilden

  • Arbeitszeiten flexibilisieren oder Homeoffice nutzen, wo möglich

Wer dennoch ausschließlich mit dem Auto pendelt, sollte früh losfahren und die Verkehrslage täglich prüfen. Tipp: Nutzen Sie die ADAC Maps App.

Was passiert ab 2028 auf der Zugstrecke Rosenheim–München?

Ab 2028 soll auch die Zugstrecke zwischen Rosenheim und München saniert werden. Nach deutlicher Kritik ist nun vorgesehen, die Arbeiten in kleinere Abschnitte aufzuteilen, statt die Strecke monatelang komplett zu sperren. So soll während der Bauzeit zumindest ein eingleisiger Betrieb möglich bleiben. Auf der Verbindung Rosenheim–Salzburg lässt sich diese Anpassung nach aktuellem Stand jedoch nicht mehr realisieren.