Gefahren im Herbst: Sicher unterwegs auf Sachsens Straßen

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© ADAC/Ralph Wagner

Nasses Laub, Nebel, tiefstehende Sonne, Wildwechsel und plötzlich auftretende Glätte: Der Herbst stellt alle Verkehrsteilnehmenden vor besondere Herausforderungen. Wer jetzt vorausschauend fährt, die Geschwindigkeit anpasst und sein Fahrzeug vorbereitet, kommt sicherer durch die dunkle Jahreszeit.

Wenn die Tage kürzer werden, verändern sich die Bedingungen auf Sachsens Straßen. Morgens kann dichter Nebel die Sicht einschränken, auf der Fahrbahn liegt nasses Laub und am Abend sind Rehe oder Wildschweine unterwegs. Gleichzeitig sorgen Regen und tiefstehende Sonne für zusätzliche Sichtprobleme.

Auch Fahrrad- und Motorradfahrende müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Und spätestens wenn die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt sinken, kann aus einer nassen plötzlich eine glatte Fahrbahn werden.

Nasses Laub: Rutschgefahr auf der Fahrbahn

Was am Wegesrand schön aussieht, kann auf der Straße gefährlich werden. Feuchtes Herbstlaub bildet auf dem Asphalt eine rutschige Schicht. Brems- und Lenkmanöver können dadurch weniger wirksam sein.

Das gilt besonders für Motorradfahrende, denn nasses Laub kann in Kurven schnell zum Sturz führen. Auch Fahrradfahrende und E-Scooter sollten Laubflächen möglichst vorsichtig und mit reduziertem Tempo passieren.

So fahren Sie sicher:

  • Geschwindigkeit reduzieren und ausreichend Abstand halten

  • abruptes Bremsen, Beschleunigen und Lenken vermeiden

  • besonders in Kurven vorsichtig fahren

  • mit verdeckten Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckeln und Unebenheiten rechnen

  • auf Zweirädern möglichst aufrecht und ohne hektische Lenkbewegungen über rutschige Stellen fahren

Nebel: Sichtweite entscheidet über die Geschwindigkeit

Im Herbst gehören Nebelfelder vor allem in den Morgenstunden zum Straßenbild. Die Sicht kann innerhalb weniger Meter stark abnehmen.

Bei schlechter Sicht gilt: Nur so schnell fahren, dass innerhalb der sichtbaren Strecke angehalten werden kann. Als Orientierung können die Leitpfosten dienen, die auf geraden Strecken in der Regel 50 Meter auseinanderstehen.

Bei Nebel sollte das Abblendlicht manuell eingeschaltet werden. Das Tagfahrlicht reicht nicht aus, weil dabei die Rückleuchten vieler Fahrzeuge ausgeschaltet bleiben. Die Nebelschlussleuchte darf ausschließlich bei einer Sichtweite von weniger als 50 Metern durch Nebel verwendet werden.

Wichtig: Bei Nebel nicht einfach auf die Lichtautomatik verlassen. Sie erkennt Nebel nicht zuverlässig.

Tiefstehende Sonne: Wenn die Straße plötzlich verschwindet

Im Herbst steht die Sonne morgens und abends besonders tief. Besonders problematisch wird das, wenn die Sonne auf eine nasse Fahrbahn trifft oder durch die Windschutzscheibe reflektiert wird.

Eine verschmutzte oder innen beschlagene Scheibe verstärkt die Blendwirkung zusätzlich.

Deshalb:

  • Windschutzscheibe innen und außen regelmäßig reinigen

  • Scheibenwaschanlage kontrollieren

  • Wischerblätter auf ihre Funktion prüfen und bei Schlierenbildung wechseln

  • Sonnenblende nutzen und gegebenenfalls Sonnenbrille bereithalten

  • Geschwindigkeit reduzieren, wenn die Sicht eingeschränkt ist

  • besonders auf Radfahrende und Fußgänger achten, die durch Gegenlicht schlechter zu erkennen sein können

Wildwechsel: Im Herbst besonders aufmerksam

Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen. Besonders kritisch sind Straßen durch Waldgebiete sowie Strecken entlang von Feldern und Wiesen. In der Dämmerung sind viele Wildtiere aktiv. Durch die kürzeren Tage fällt diese Zeit zunehmend mit dem Berufsverkehr zusammen.

Wer ein Verkehrszeichen „Wildwechsel“ sieht, sollte deshalb das Tempo reduzieren und den Fahrbahnrand aufmerksam beobachten.

Was tun, wenn Wild auftaucht?

Befindet sich ein Tier am Straßenrand oder bereits auf der Fahrbahn:

  1. Geschwindigkeit deutlich reduzieren und bremsbereit sein.

  2. Fernlicht ausschalten, damit das Tier nicht zusätzlich geblendet wird.

  3. Mit weiteren Tieren rechnen. Wild kommt häufig nicht allein.

  4. Bei einer unvermeidbaren Kollision nicht hektisch ausweichen, sondern kontrolliert stark abbremsen und die Fahrspur halten.

Nach einem Wildunfall sollte das Fahrzeug gesichert, die Warnblinkanlage eingeschaltet und eine Warnweste angelegt werden. Bei verletzten Personen gilt: 112 wählen und Erste Hilfe leisten. Außerdem müssen Polizei beziehungsweise zuständige Stellen informiert werden.

Starkregen und Aquaplaning: Wenn der Reifen den Kontakt verliert

Der Herbst bringt häufig kräftige Regenschauer. Steht viel Wasser auf der Fahrbahn, können Reifen aufschwimmen. Zwischen Reifen und Straße bildet sich dann ein Wasserkeil, der den Kontakt zur Fahrbahn unterbrechen kann.

Besonders gefährdet sind Bereiche mit Spurrillen, Senken, Kurven und unzureichendem Wasserabfluss.

Bei starkem Regen gilt daher:

  • Geschwindigkeit reduzieren

  • ausreichend Abstand halten

  • Abblendlicht einschalten

  • auf Gischt vorausfahrender Fahrzeuge achten

  • Spurrillen mit viel Wasser möglichst vermeiden

  • Reifenprofil und Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Gerät das Fahrzeug ins Aquaplaning, gilt: nicht hektisch lenken oder bremsen. Gas vorsichtig wegnehmen und das Lenkrad möglichst gerade halten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben.

Erntezeit: Vorsicht vor „Bauernglatteis“

Im Herbst sind auf Sachsens Straßen vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Traktoren und Erntemaschinen können Erde, Lehm oder Erntereste auf die Fahrbahn bringen.

Kommt Feuchtigkeit hinzu, kann daraus eine gefährlich rutschige Schicht entstehen, die umgangssprachlich auch als „Bauernglatteis“ bezeichnet wird.

Besonders auf schmalen Landstraßen sollte mit langsam fahrenden und teilweise sehr breiten Fahrzeugen gerechnet werden.

Deshalb: Geschwindigkeit reduzieren, Abstand halten und jederzeit mit Verschmutzungen oder plötzlich auftauchendem Gegenverkehr rechnen.

Erste Glätte: Herbst kann schon winterlich werden

Sinken die Temperaturen in den frühen Morgenstunden, kann sich auf Brücken, in Senken oder schattigen Bereichen bereits erste Glätte bilden. Besonders tückisch: Die Fahrbahn kann an einer Stelle noch trocken wirken und wenige Meter weiter bereits rutschig sein.

Motorradfahrende sollten bei niedrigen Temperaturen besonders vorsichtig sein. Nässe, Raureif und kalter Asphalt reduzieren den Grip. Nasses Laub und verschmutzte Fahrbahnen erhöhen die Sturzgefahr zusätzlich.

Auch Autofahrende sollten bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt Geschwindigkeit und Fahrweise entsprechend anpassen.

Fahrrad und E-Bike: Sehen und gesehen werden

Für Radfahrende wird der Herbst vor allem wegen der zunehmenden Dunkelheit zur Herausforderung. Das Fahrradlicht sollte bereits bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht eingeschaltet werden.

Vor jeder Fahrt lohnt sich ein kurzer Check:

  • Funktionieren Vorder- und Rücklicht?

  • Sind Reflektoren vorhanden und sauber?

  • Sind Bremsen und Reifen in Ordnung?

  • Ist der Reifendruck korrekt?

  • Sind reflektierende Elemente an Kleidung oder Rucksack vorhanden?

Auf nassem Laub, Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen und Kanaldeckeln kann es rutschig werden. Gerade bei E-Bikes und E-Scootern sollte deshalb das Tempo reduziert und auf abrupte Brems- oder Lenkmanöver verzichtet werden.

Motorrad: Herbst bedeutet weniger Grip

Für Motorradfahrende verändert sich die Fahrbahn im Herbst besonders stark. Kalter Asphalt, Nässe, Laub, Schmutz und Raureif können die Haftung deutlich reduzieren.

Wer auch im Herbst unterwegs ist, sollte deshalb:

  • Kurven mit geringerer Geschwindigkeit anfahren

  • extreme Schräglagen vermeiden

  • besonders sanft bremsen und beschleunigen

  • auf Laub, Bitumen, Fahrbahnmarkierungen und Kanaldeckel achten

  • morgens mit Raureif und glatten Stellen rechnen

Bei Schnee und Eis gehört das Motorrad allerdings besser in die Garage.

Herbstcheck fürs Auto: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Bevor die dunkle und kalte Jahreszeit richtig beginnt, lohnt sich ein kurzer Fahrzeugcheck.

Beleuchtung: Funktionieren Scheinwerfer, Rückleuchten, Bremsleuchten und Blinker?

Scheiben und Wischer: Sind die Scheiben sauber? Ziehen die Wischer Schlieren?

Reifen: Stimmen Luftdruck und Profiltiefe? Sind die Reifen für die kommenden Bedingungen geeignet?

Scheibenwaschanlage: Ist ausreichend Flüssigkeit vorhanden und bereits Frostschutz eingefüllt?

Batterie: Mit sinkenden Temperaturen steigt die Belastung für die Fahrzeugbatterie. Besonders bei älteren Batterien kann ein Check sinnvoll sein.

Winterreifen: Ein gesetzlich vorgeschriebener Zeitraum für den Wechsel existiert nicht. Entscheidend sind die tatsächlichen Straßenverhältnisse und die situative Winterreifenpflicht. Wer frühzeitig wechselt, vermeidet zudem Engpässe und ist vorbereitet, wenn der erste Wintereinbruch kommt.

Die wichtigsten Herbstgefahren auf einen Blick

🍂 Nasses Laub
Tempo reduzieren und hektische Lenk- und Bremsmanöver vermeiden.

🌫️ Nebel
Abblendlicht einschalten, Abstand vergrößern und Geschwindigkeit an die Sichtweite anpassen.

🦌 Wildwechsel
Vor allem in der Dämmerung an Wald- und Feldrändern besonders aufmerksam fahren.

🌧️ Starkregen
Tempo reduzieren und auf Aquaplaning achten.

☀️ Tiefstehende Sonne
Scheiben sauber halten und Geschwindigkeit bei Blendung reduzieren.

🚜 Ernteverkehr
Mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und verschmutzten Fahrbahnen rechnen.

❄️ Erste Glätte
Besonders auf Brücken, in Senken und schattigen Bereichen vorsichtig fahren.

🚲 Dunkelheit
Fahrradbeleuchtung und Reflektoren kontrollieren. Sichtbar sein.

🏍️ Kalter Asphalt
Auf dem Motorrad weniger Grip einkalkulieren und Kurven vorsichtig fahren.

Sicher durch den Herbst

Der Herbst lässt sich nicht ausschalten. Nebel, Regen, Laub und Wildwechsel gehören zur Jahreszeit dazu. Entscheidend ist deshalb, die Fahrweise an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.

Wer langsamer fährt, ausreichend Abstand hält, vorausschauend unterwegs ist und sein Fahrzeug jetzt auf Herbst und Winter vorbereitet, schafft sich wertvolle Sicherheitsreserven.