Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Radschnellwege in NRW

Schnell, sicher und bequem kommen Pendler auf Radschnellwegen an ihr Ziel. ∙ © 2019 Simon Bierwald / INDEED Photography

Schnelligkeit, Sicherheit, Zeitgewinn und Fahrspaß – das sind die Vorteile von Radschnellwegen, die vor allem Städte mit dem Umland oder verschiedene Ballungsräume miteinander verbinden sollen.

Was sich in den Niederlanden längst bewährt hat, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen und ist vielerorts sogar noch eine Vision. Dabei zeigen niederländische Erfahrungen, dass nach dem Bau einer Fahrrad-Schnellroute etwa 5 bis 15 Prozent der in der Gegend bislang Autofahrenden auf Fahrräder umsteigen – sicherlich für so manchen staugeplagten Landstrich eine deutliche Erleichterung.

Radschnellwege sind durchaus eine geeignete Maßnahme, um Berufspendler auf Distanzen bis 15 Kilometer zum Umstieg vom Auto oder ÖPNV auf das Fahrrad und vor allem auf das Pedelec zu motivieren. Daher sind sie ein wichtiger Baustein, um den Verkehrsproblemen in NRW Herr zu werden.

Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW

In Nordrhein-Westfalen – „Deutschlands Stauland Nummer 1“ – hat man bereits vor einigen Jahren die Bedeutung von Radschnellwegen für das gesamte Verkehrssystem erkannt und die Radschnellverbindungen des Landes auf eine Stufe mit Landesstraßen gestellt. Das bedeutet, dass der Bau der Radschnellwege so je nach Ortsgröße in der Baulast des Landes liegen und komplett getragen bzw. bei Städten mit über 80.000 Einwohnern zu 70 Prozent gefördert werden kann.

In den nächsten Jahren sollen in NRW rund 270 Kilometer Radschnellwege entstehen:

Radschnellweg Ruhr RS1

Die „A 40 für Fahrradfahrer“ führt mitten durch die Metropole Ruhr und verbindet die Städte Duisburg, Mülheim a. d. Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm auf einer Länge von rund 101 Kilometern.

  • 2010 wird die Projektidee geboren

  • 2015: Eröffnung des ersten sechs Kilometer langen Teilabschnitts zwischen Mülheim und Essen

  • 2021: Eröffnung zweier Abschnitte in Essen und Gelsenkirchen

Radschnellweg Westmünsterland RS2

Rund 45 Kilometer von Isselburg an der niederländischen Grenze über Bocholt, Rhede, Borken, Ramsdorf bis nach Velen.

  • 2016: grünes Licht für die Umsetzung

  • 2018: vertiefende Planungen beginnen

Radschnellweg OWL RS3

Verbindet die Städte Herford, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden auf einer Strecke von etwa 36 Kilometern.

  • 2017: erste Planungsphase beginnt

  • 2020: Vorplanungen laufen mit noch nicht genau festgelegter Trasse

Radschnellweg Euregio RS4

Die Trasse soll mit 14,4 Kilometern Länge die Stadt Aachen mit Herzogenrath auf deutscher und Kerkrade auf niederländischer Seite verbinden. Über einen Abzweig von weiteren elf Kilometern Länge wird die niederländische Stadt Heerlen als Oberzentrum angebunden.

  • 2012: erste Überlegungen

  • 2017: Vorplanung

  • bis 2021: Linienfindungsverfahren

Radschnellweg Mittleres Ruhrgebiet

Verbindet die Städte Gladbeck, Bottrop und Essen über eine Strecke von rund 16 Kilometern miteinander.

  • 2017: Machbarkeitsstudie liegt vor

Radschnellweg Neuss, Düsseldorf, Langenfeld/Monheim

Rund 30 Kilometer von Neuss über Düsseldorf bis nach Langenfeld und Monheim

  • 2017: Machbarkeitsstudie liegt vor

  • 2020: Abschluss Umweltverträglichkeitsstudie

  • 2021: Linienbestimmungsverfahren

Radschnellweg Köln-Frechen

Rund 8 Kilometer von der Kölner Innenstadt bis nach Frechen

  • 2013: Teilnahme am Planungswettbewerb

  • 2020: Vorplanung wird erstellt

Bei allen sieben Projekten kann laut Verkehrsministerium NRW noch keine seriöse Aussage zur Fertigstellung getroffen werden. Dafür müsse erst Baurecht bestehen. Einzelne Abschnitte des RS1 sind bereits soweit fortgeschritten, dass sie 2021 eröffnet werden können, wie zum Beispiel die Brücke über dem Berthold-Beitz-Boulevard in Essen oder der im Bau befindliche Abschnitt in Gelsenkirchen.

Noch ist viel Geduld nötig

„Und warum dauert das alles so lange?“, wird sich manch einer fragen. Unter anderem sorgen langwierige Abstimmungsprozesse mit Anwohnern oder Eigentümern, zwischen Land und Kommunen sowie Hürden im Planungsrecht, einzuholende Studien zur Umweltverträglichkeit und fehlende Ingenieure für Verzögerungen.

ADAC Motorwelt

Im NRW-Regionalmagazin der ADAC Motorwelt aus dem Herbst 2020 finden Sie viele weitere Informationen rund um die neue Leverkusener Brücke, die Radschnellwege in NRW und weitere Großprojekte.

Die ADAC Motorwelt gibt es für Clubmitglieder kostenlos in allen Service-Centern/Geschäftsstellen des ADAC sowie bei über 1850 Edeka- und Netto-Märkten in Nordrhein-Westfalen.

Kriterien für Radschnellwege

Radschnellwege – nicht zu verwechseln mit normalen Radwegen – sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Verbindungen zwischen Landkreisen, Kommunen oder Stadtteilen. Sie führen ohne viele Umwege und Kurven von A nach B. Ohne große Unterbrechungen durch Kreuzungen, so schnell, bequem und sicher es eben geht und natürlich auf einem Untergrund, der es erlaubt, flott voranzukommen.

Das sind die Kriterien für Radschnellwege:

  • durchgängige Trennung zwischen Rad- und Fußgängerverkehr

  • bei baulichen Radwegen eine Mindestbreite von vier Metern

  • möglichst Vorfahrtberechtigung und grüne Ampelwelle

  • wenig Steigungen

  • Wegweisung nach NRW-Standards

  • innerorts Beleuchtung

  • geregelten Winterdienst und Reinigung

  • Servicestationen und Raststätten

Julia Spicker
Redakteurin ADAC Nordrhein
Kontakt