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Der ADAC

Campingurlaub: Das müssen Neueinsteiger wissen

Gerade in diesem Sommer sind Campingplätze wie der Inselclub auf Fehrmarn bereits stark belegt. ∙ © Inselcamp Fehmarn Meeschendorf

Was ist beim Mieten eines Wohnmobils wichtig? Wie findet sich ein geeignetes Reiseziel? Und gibt es überhaupt noch genug freie Plätze? Tourismus-Experte Dirk Schneider vom ADAC Nordrhein erklärt im Interview, wie der Camping-Urlaub auch für Neulinge zum Erfolg wird.

Camping-Urlaub liegt im Trend. Die Nachfrage für die Sommerferien ist groß. Campingplätze in ganz Deutschland sind wieder geöffnet und auch beliebte europäische Reiseländer wie Italien ziehen nach. Hat man denn jetzt überhaupt noch eine Chance, ein Wohnmobil für die Sommerferien zu mieten?

Dirk Schneider: "Je nach Region bekommt man bei den Vermietungen teilweise schon nichts mehr. Gerade zentrale Vermietstationen in größeren Städten sind häufig bereits ausgebucht. Ganz hoffnungslos ist die Situation aber nicht. Es lohnt sich, auch mal im erweiterten Umkreis rund um den eigenen Wohnort zu suchen, 20, 30 oder 40 Kilometer entfernt. Generell gilt: Möglichst schnell buchen, sonst ist alles weg."

Braucht man einen besonderen Führerschein fürs Wohnmobil oder den Wohnwagen? Welche Mietbedingungen gibt es?

"Bei Wohnmobilen unter 3,5 t reicht der normale Pkw-Führerschein, Klasse B. Ist das Wohnmobil schwerer, benötigt man mindestens die Klasse C1. Damit darf man Fahrzeuge bis zu 7,5 t fahren. Führerscheine, die vor 1999 ausgestellt worden sind, erlauben das Fahren beider Klassen. Bei Gespannen mit Wohnanhängern unter 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht, inklusive Pkw, reicht Klasse B aus. Für alles darüber sind wieder größere Führerscheinklassen notwendig. Voraussetzung für die Anmietung ist neben einem geeigneten Führerschein häufig ein Mindestalter von 21 Jahren."

Was kostet ein Wohnmobil am Tag? Und welche weiteren Kosten kommen noch hinzu?

"Je nach Größe und Dauer der Anmietung variieren die Preise sehr stark. Bei einem 14-tägigen Urlaub mit einem gemieteten Wohnmobil können es 100 bis 160 Euro pro Tag werden. Wenn man die enthaltenen Freikilometer überschreitet, kommen etwa 40 Cent pro gefahrenem Mehrkilometer hinzu. Weitere Kosten können entstehen, wenn man ein Haustier dabei hat. Vermieter berechnen hier etwa sieben bis acht Euro extra pro Tag. Die Benzinkosten hängen vom Reiseziel ab. Im Durchschnitt verbrauchen Wohnmobile neun bis 14 Liter Diesel pro 100 Kilometer."

Welchen Versicherungsschutz empfehlen Sie, um im Schadensfall nicht tief in die eigene Tasche greifen zu müssen?

"Wenn man in Deutschland ein Fahrzeug mietet, ist neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung meistens eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung dabei. Wir empfehlen eine Vollkasko-Versicherung. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Selbstbeteiligung. Die kann schon mal 1000 bis 3000 Euro betragen. Im Schadensfall sprengt das die Urlaubskasse. Mit einer optionalen Selbstbehaltsversicherung lässt sich der Eigenanteil deutlich reduzieren. Allerdings steigt dann der Tagesmietpreis und trotzdem sind nicht immer alle Schadensfälle abgedeckt. Man muss also genauer hinschauen und abwägen."

Man sollte zwingend vorher die Verfügbarkeit des Platzes prüfen und nicht auf gut Glück losfahren

Das Fahrzeug ist ja nur die halbe Miete. Wie sind in Deutschland und Europa die Plätze bislang gebucht?

"Im Mai hat sich die Suche nach deutschen Campingplätzen auf PiNCAMP*, dem Camping-Portal des ADAC, gegenüber dem Vorjahr vervierfacht. Die meisten Plätze in Deutschland sind für den Sommer bereits sehr stark belegt, manche sogar ausgebucht. Die
Bundesregierung hat zudem die Reisewarnung für 29 europäische Länder zum 15. Juni aufgehoben. Bis zu den Sommerferien werden viele beliebte Ziele im Ausland wieder verfügbar sein. Einreisen nach Italien, ein Camping-Klassiker, sind jetzt schon wieder erlaubt. Zu erwarten ist, dass es – wie in Deutschland – auch in anderen Ländern zu einem verstärkten Inlandsurlaub kommt und damit zu einer hohen Auslastung der Stell- und Campingplätze. Deshalb sollte man zwingend vorher die Verfügbarkeit prüfen und nicht auf gut Glück losfahren. Sonst ist die Enttäuschung vor Ort groß."

Wie viel muss man für den Stellplatz auf einem Campingplatz einkalkulieren?

"Auf Campingplätzen sollte man mit mindestens 20 Euro pro Tag rechnen, Tendenz aufwärts. Es können es auch 40 Euro werden. Teilweise gibt es auch kostenlose Stellplätze, wenn man auf Sanitäranlagen verzichten kann. Diese eignen sich aber meist nur für eine
Zwischenübernachtung und nicht für einen längeren schönen Camping-Urlaub."

Wie finden Neueinsteiger das richtige Ziel für den ersten Camping-Urlaub?

"Wer zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs ist, der sollte mit einer realistischen Route und nicht zu großen Entfernungen starten. Mehr als 80 bis 90 Kilometer schafft man pro Stunde nicht. Deswegen unbedingt überlegen, wie viele Zeit man am Tag hinterm Steuer verbringen möchte. Ansonsten ist Frust vorprogrammiert. Infrage kommen vor allem Ziele innerhalb Deutschlands oder in Nachbarländern mit guter Infrastruktur und komfortablen Plätzen. Geeignet und beliebt sind Frankreich, die Niederlande, Dänemark, Österreich und Italien. Welche Art Camping- oder Stellplatz es wird, ist vor allem eine Typfrage: Was ist mir besonders wichtig? Die Lage, zum Beispiel am Meer oder mit Blick auf die Berge? Familienfreundlichkeit, Komfort, eine Top-Bewertung? Wer sich unsicher ist, probiert am besten mehrere Varianten aus. Das Tolle am Camping ist ja gerade die Flexibilität."

Die Camping-Leistungen des ADAC Nordrhein

  • Eine Beratung zum Thema Camping-Urlaub bekommen Mitglieder
    und Kunden in den ADAC Reisebüros sowie telefonisch unter 0
    800 5 21 10 12
    (Mo-Fr: 10-17 Uhr; Sa: 9-14 Uhr). Alle Standorte unter adac-nordrhein.de.

  • Die ADAC Reisebüros bieten auch eine Wohnmobil-Vermietung an.

  • Den ADAC Campingführer 2020 (5800 Plätze in Deutschland
    und Europa) und weitere Camping-Produkte gibt es in allen ADAC Centern oder
    unter www.adac-shop.de.

  • Wohnmobil- und Wohnwagen-Check: Zu den Leistungen der ADAC Campingstation in Hürth-Gleuel (Innungstraße 16-18) bei Köln gehören eine Wohnwagen-/Wohnmobil-Waage, Gasanlagenprüfung, die Prüfung der Campingausstattung sowie eine Gebrauchtwagenprüfung und ein Sicherheitscheck des Fahrzeugs. Für die Prüfleistungen ist vorab eine Terminbuchung erforderlich. Kontaktdaten, Preise und Anmeldung unter adac.de/pruefdienste-nrw.

  • Bei technischen Fragen beraten die Experten des ADAC
    Nordrhein auch telefonisch unter 0221 47 27 635.

  • Weil gerade für Camping-Neulinge das Fahren mit einem Wohnmobil oder
    Wohnwagen doch eine große Umgewöhnung ist, bieten die ADAC
    Fahrsicherheitszentren in Weilerswist (meinfahrtraining.de*) und Grevenbroich (fsz-grevenbroich.de*) spezielle Sicherheitstrainings
    für Wohnmobile und Gespanne
     an.

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Laura Harlos
Redakteurin ADAC Nordrhein
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