Winterreifen für Fahrräder

© Touring Club der Schweiz

Schneematsch, Eis und Reifglätte erschweren Radfahrern im Winter das Vorankommen. Ist der Boden im Winter zu rutschig, kann es häufiger zu Stürzen kommen. Winterreifen für Fahrräder versprechen mehr Sicherheit bei Eis und Schnee – doch was bringen die Reifen wirklich?

Winterreifen im Test

Der ADAC Partnerclub TCS (Touringclub der Schweiz) hat 2021 acht Winterreifen-Modelle auf Schnee, Eis und Asphalt getestet. Das klare Ergebnis: Die Umrüstung auf echte Winterreifen mit entsprechend offener Profilierung und weicherer Mischung bietet im Vergleich zu den unterschiedlich stark befüllten Sommerreifen deutlich mehr Grip auf der Fahrbahn. Sowohl die vier getesteten Winterreifen mit Spikes als auch die vier Reifen ohne Spikes überzeugen durch eine Verkürzung des Bremswegs bei winterlichen Verhältnissen.

Die Umrüstung auf Winterreifen mit Lamellen-Profil und weicherer Gummimischung bietet im Vergleich zu Standard-Fahrradreifen deutlich mehr Haftung. Das macht sich vor allem auf lockeren und festgefahrenen Schneefahrbahnen sowie auf Schneematsch bemerkbar. Ist der Untergrund dagegen vereist, helfen nur noch Winterreifen mit Spikes, um überhaupt Haftung zu generieren. Im Vergleich zu Sommerreifen kann der Bremsweg mit Spike-Reifen auf gut die Hälfte reduziert werden.

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Testsieger wurde beim Schweizer Touringclub ein modulares Reifenmodell. Der Winter Traveler Skin der norwegischen Firma Retyre lässt sich bei Bedarf mit einem Reißverschluss über den Basis-Reifen ziehen. Der Sommerreifen mit glattem Straßenprofil wird so im Winter durch einen stark profilierte Spike-Reifen mit 160 Spikes ergänzt - vergleichbar einer Schneekette beim Pkw.

Umrüsten lohnt sich

Spezielle Fahrrad-Winterreifen verbessern die Haftung auf gefrorenem Untergrund. © Touring Club der Schweiz

Welche Reifenart die bessere Wahl ist, hängt von den individuellen Einsatzbedingungen ab. Reifen mit Spike-Besatz verkürzen auf Eis und Schnee zwar messbar die Länge des Bremsweges, auf harten Bodenverhältnissen sind sie jedoch unangenehm zu fahren. Wer nur ab und zu auf schneebedeckten Straßen unterwegs ist, kann im Winter auch auf Reifen mit Lamellen-Profil zurückgreifen. Die geben ebenfalls mehr Sicherheit und sind gleichzeitig komfortabler zu fahren. Preislich liegen die verschiedenen Winterreifentypen zwischen 25 und 55 Euro.

Da sich die Winterreifen bei wärmeren Temperaturen aufgrund ihrer weicheren Gummimischung schneller abnutzen, sollten die Reifen am Fahrrad ähnlich wie beim Auto entsprechend der Jahreszeit getauscht werden.

Der Grip-Trick mit Sommerreifen

Wer keine speziellen Winterreifen aufgezogen hat, kann bei Schnee und Eis den Reifendruck der Sommerreifen auf 2-3 bar absenken. Durch den niedrigeren Reifendruck vergrößert sich die Aufstandsfläche der Reifen und die Haftung auf rutschigen Untergrund kann so etwas verbessert werden. Gerade für Pendler, die viel bei winterlichen Bedingungen unterwegs sind, lohnt sich jedoch der Wechsel zu Winterreifen.


Fahrtechnik für den Winter

Wer im Winter mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte vorausschauend fahren, um plötzliches Bremsen oder Ausscheren zu vermeiden. Beides kann auf nasser und rutschiger Fahrbahn schnell zu schmerzhaften Stürzen führen. Auf Bodenmarkierungen, Kopfsteinpflaster oder Brücken gilt besondere Vorsicht, diese Stellen sind häufig rutschiger als die restliche Fahrbahn. Beim Anfahren mit E-Bike oder Pedelec kann das Hinterrad durch die schnelle Beschleunigung die Haftung verlieren und wegrutschen – daher beim Start die geringste Unterstützungsstufe wählen.

Weitere Tipps für die Fahrt im Winter und eine Auflistung der getesteten Reifemodelle finden Sie unter adac.de.

ADAC Redaktion Hessen-Thüringen
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