Gaffen ist kein Kavaliersdelikt

19.2.2018

Nach Unfällen gibt es immer wieder Behinderungen durch Gaffer. Sie filmen Unfallopfer und behindern Rettungskräfte. Wir erklären, wieso Menschen gaffen und welche Strafen ihnen drohen.

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Das Handy fungiert als Filter zwischen Unfall und Schaulustigem und verleiht diesem Anonymität.

Wenn es auf der Autobahn kracht, ist es keine Seltenheit, dass andere Autofahrer anhalten. Allerdings nicht um zu helfen, sondern um zu gaffen und zu fotografieren oder filmen.

Grundsätzlich ist Neugier allen angeboren. Wenn die Sensationslust aber die Oberhand gewinnt, werden sicherheitsrelevante Hemmnisse schnell über Bord geworden. Gaffer gefährden dann sich und andere und verzögern im schlimmsten Fall sogar die Rettungsarbeiten.

Viele Schaulustige greifen zum Smartphone, um den Unfall zu filmen. Hohe Klickzahlen und "Gefällt-mir-Angaben" bestätigen sie später in ihrem Verhalten. Wenn Sie online auf solch einen Film stoßen, sollten Sie deshalb am besten gar nicht oder nur in ablehnender Weise reagieren.

Hohe Strafen für Gaffer

Wer bei Unfällen oder in Situationen, in denen andere in Not sind, keine Hilfe leistet, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Ausgenommen, wenn derjenige sich dabei selbst in Gefahr bringen würde. Die Strafen drohen auch, wenn andere Hilfeleistende, zum Beispiel Rettungskräfte, behindert werden.

Gaffer, die Verletzte und verunglückte Autos fotografieren oder filmen, müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe rechnen. Es ist dabei egal, ob die Aufnahmen weitergegeben oder veröffentlicht werden. Was zählt, ist allein die Anfertigung, die laut Strafgesetzbuch "die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt".