Stefan Fritz treibt Diversität im ADAC voran

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© ADAC/Theo Klein

Wir sind alle divers. Gleichzeitig spüren viele Menschen Ängste oder Vorbehalte vor dem Anderen, dem Fremden. Meine Aufgabe im ADAC ist es, Mitarbeitende auf dem bereits eingeschlagenen Weg zu mehr Akzeptanz zu begleiten. Denn bei Diversität geht es nicht nur um die Abkürzung „m/w/d“ in Stellenanzeigen.

Diversität wird in sieben Kerndimensionen unterteilt: Alter / ethnische Herkunft und Nationalität / Geschlecht und geschlechtliche Identität / körperliche und geistige Fähigkeiten / Religion und Weltanschauung / sexuelle Orientierung und Identität / soziale Herkunft. In der Arbeitswelt spiegeln sich die Dimensionen in unterschiedlicher Ausprägung wider. Beim ADAC arbeiten zum Beispiel Menschen aus 40 Nationen. In Unternehmen wie dem ADAC können zudem die Alterspyramide, Teilzeitarbeit, Frauen in Führungspositionen oder die Schwerbehinderten-Quote Themen sein.

Vielfältige Teams arbeiten besser

Viele Menschen leben bereits Vielfalt © ADAC/Theo Klein

Gleichzeitig ist Vielfalt ein wichtiger Aspekt auf dem Bewerbermarkt. Studien belegen, dass ein Drittel der befragten Angestellten in vielfältigere Unternehmen wechselt. Auch der ADAC braucht wie jeder andere Arbeitgeber gelebte Vielfalt. Daher ist es wichtig, solche Themen noch breiter anzugehen. Vielfältige Teams funktionieren besser, arbeiten effektiver und bestätigen damit, dass man Dinge auch anders machen kann.

Rein rechtlich unterliegen alle Mitarbeitenden dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, das Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer oder mehreren Dimensionen vor Diskriminierung schützt. Auch mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt im Jahr 2020 setzte der ADAC ein deutliches Zeichen, das Thema Diversität anzugehen und sich den vielfältigen Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Ein weiteres Zeichen: Die Satzung wurde hinsichtlich mehr Vielfalt im Ehrenamt angepasst.

Netzwerke bilden sich

Der ADAC hat also erkannt, dass Vielfalt eine Tatsache ist, Inklusion dagegen eine Wahl. Daher wurde in den letzten beiden Jahren einiges ins Rollen gebracht: Ein Beispiel ist das Engagement des ADAC bei „Des mach ma!“, einem gemeinsamen, sozialen Aktionstag von Münchner Unternehmen, oder die Möglichkeit, sich im ADAC zu den Themen „Religion und Weltanschauung“ auszutauschen, Vorträge zu „Geschlecht & geschlechtlicher Identität“ und „Körperliche & geistige Fähigkeiten“ zu hören. Aber auch die Gründung einer ADAC-internen LGBTIQ-Community oder eines Frauennetzwerks setzen Zeichen für einen inklusiven ADAC. Mitarbeitende zelebrierten den Diversity-Tag 2021 gemeinsam und engagieren sich stark für die einzelnen Dimensionen. Wir setzen dazu immer wieder Zeichen, ob mit Artikeln oder Kalendereinträgen im Intranet, Aktionen zu bestimmten Tagen und natürlich mit der Teilnahme am deutschen Diversity-Tag am 31. Mai.

Auch in den Motorsportclubs des ADAC existiert eine große Vielfalt: In einem dieser ehrenamtlich geführten Vereine haben nur Frauen das Sagen, andere Ortsclubs kümmern sich um Senioren oder betreiben aktiv Jugendförderung. Es sind aber nicht nur Motorsportclubs im ADAC. Auch ein Spielmanns- und Fanfarenzug sowie eine Rollstuhl-Sportgemeinschaft zählen dazu.

Beim ADAC ist viel Potenzial vorhanden: Viele Menschen leben bereits Vielfalt, oft ist es den einzelnen Personen gar nicht bewusst. Da passiert schon viel, und ich freue mich, daran anzuknüpfen und die Welt ein bisschen besser gestalten zu können.

Die Gelben Engel helfen jeden Tag vielfältig

Ich arbeite eng mit sämtlichen Bereichen des Personalwesens, wie Recruiting, Personalentwicklung oder Ausbildung zusammen. Wir stellen ein Diversity-Management für den gesamten ADAC. Eingebunden werden alle Mitarbeitenden, also auch die Luftrettung, die Regionalclubs und die Straßenwacht. Die Gelben Engel zum Beispiel helfen jeden Tag den vielfältigsten Menschen.

In Sensibilisierungs-Trainings lernen die Teilnehmenden, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihr Wissen über „das Anderssein“ zu erweitern: So betrifft z.B. Homosexualität nicht nur die Sexualität, sondern es geht auch um einen Lebensentwurf. Ein kalendarisches Alter sagt nicht zwingend etwas über die körperliche Fitness eines Menschen oder seine geistige Flexibilität aus. Genauso wenig kann man einen Menschen auf seine religiöse Einstellung reduzieren. Wir alle sind mehr. Es ist wichtig, immer wieder über sich selbst nachzudenken, seine Handlungen zu hinterfragen, aber auch Interessierten Hilfestellung anzubieten. Es werden Möglichkeiten geboten, sich mit dem Andersartigen auseinanderzusetzen. Man wird sich vielleicht auch seiner eigenen Privilegien bewusst, die ja nicht selbstverständlich sind. Leider finden diese Trainings derzeit nur virtuell statt, trotzdem kommen auch auf diesem Weg viele Diskussionen auf.

Nötig sind viele kleine Schritte

Der ADAC ist ein komplexes Unternehmen, das macht es auf der einen Seite sehr interessant, auf der anderen Seite nicht einfach. Durch die vielen Bereiche innerhalb des ADAC und die vielfältigen Menschen, im Hauptamt oder im Ehrenamt, kann man einen Kulturwandel nicht von jetzt auf gleich herbeiführen. Es bedarf vielfältiger kleiner Schritte. Das kenne ich sehr gut aus meiner Arbeit in der Schwulen-Bewegung der 1980er- und 1990er-Jahre. Viele Früchte aus dieser Zeit konnten erst Jahre später geerntet werden.

Bisher nehmen alle Kolleginnen und Kollegen meine Arbeit im ADAC sehr positiv auf. Mich erreichen viele Fragen und Ideen. Ich höre oft „Schön, dass wir das jetzt machen!“ oder „Wie kann ich Sie unterstützen?“ Alles in allem sind die Gemeinsamkeiten aller ohnehin größer als die Unterschiede, die oft zu Diskriminierung führen. Was definitiv hilft: Immer wieder kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren.

Stefan Fritz' Aufgabe im ADAC ist es, Mitarbeitende auf ihrem bereits eingeschlagenen Weg zu mehr Akzeptanz zu begleiten.