Autobreiten in der Baustelle

14.6.2018

Autos werden immer breiter. 70 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge sind heute breiter als zwei Meter. Zu breit für viele Baustellenspuren. Wo findet man die Autobreite im Fahrzeugschein und wie verhält man sich in der Baustelle. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Fahrbahnverengung in einer Baustelle
Moderne Autos brauchen Platz - in vielen Baustellen sind die Spuren für die immer breiter werdenden Fahrzeug zu eng. 

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Fahrzeugschein
Hier finden Sie die Autobreite ohne Außenspiegel.

Autos werden immer breiter. Ein Blick ins Jahr 1978 zeigt, dass Autos der Kompaktklasse (etwa der VW Golf) damals im Durchschnitt 1,59 Meter breit waren. Heute haben Fahrzeuge der gleichen Klasse etwa 20 Zentimeter auf 1,78 Meter zugelegt. Diese Maße spiegeln allerdings noch nicht die tatsächliche Breite der Autos wieder, da sie die Außenspiegel nicht miteinbeziehen. Rechnet man diese dazu, sind viele Autos heute breiter als 2 Meter. 

Tatsächliche Autobreite steht nicht in den Papieren

Wer wissen will, wie breit sein Fahrzeug wirklich ist, dem hilft der Blick in die Fahrzeugpapiere nur bedingt weiter. Denn hier steht lediglich der Wert ohne Außenspiegel. Autofahrer sollten sich aber über die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs informieren und ggf. selbst nachmessen.

Wir haben bei über 200 aktuellen Automodellen nachgemessen und eine Liste mit den tatsächlichen Autobreiten zusammengestellt. (PDF-Download20,16 KB)

Autobreiten spielen in Baustellen eine wichtige Rolle

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Autobreiten, Fahrzeugbreite, Baustelle
Autobahnbaustellen: breite Autos - schmale Spuren

Vor allem beim Fahren in Autobahnbaustellen ist es sehr wichtig, die Breite des Fahrzeugs zu kennen. Denn in vielen Baustellen auf Deutschlands Autobahnen sind die verengten Spuren, vor allem auf der linken Seite, oft nur für Pkw bis maximal zwei Meter Breite zugelassen. Seit Jahren sind aber rund 70 Prozent der neu zugelassenen Pkw mit Außenspiegeln breiter als zwei Meter. Bereits Fahrzeuge der Kompaktklasse (wie etwa ein VW Golf) dürfen heute die engen Spuren nicht mehr befahren. Die Folge: Auf vielen Baustellenspuren dürfen nur noch Kleinwagen und Motorräder links unterwegs sein.

Eine Verengung der Fahrspur in Baustellen auf dieses Maß ist nicht mehr zeitgemäß. Breitere Behelfsfahrstreifen, die eine tatsächliche Fahrzeugbreite bis 2,1 Meter zulassen, sind daher notwendig. Viel Platz haben Autofahrer aber auch dann nicht. Wer seine Nerven schonen will, sollte sich deshalb rechts halten. Das kostet kaum Zeit: In einer fünf Kilometer langen Baustelle bringen 10 km/h mehr gerade einmal 25 Sekunden Zeitgewinn.

So kommen Sie sicher durch die Baustelle 

Die zweithäufigste Unfallursache in Baustellen ist die Kollision nebeneinander fahrender Fahrzeuge. Um diese Unfallgefahr zu minimieren, empfehlen wir in Baustellen versetzt zu fahren und unnötige Überholmanöver zu vermeiden. Auch hierbei gilt: Das versetzte Fahren ist nur dann sinnvoll, wenn der linke Fahrstreifen von einer ausreichenden Anzahl von Fahrzeugen benutzt werden darf.

Staus vor Baustellen lassen sich dadurch vermeiden, dass die Zahl der Fahrstreifen auch in der Baustelle beibehalten wird. Fällt eine Spur weg, muss man sich im Reißverschlussverfahren einfädeln. Dabei gilt: so weit wie möglich bis zum Hindernis fahren und erst dann einfädeln. Das Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens kann mit 20 Euro Bußgeld geahndet werden. Außerdem sollten Autofahrer in Baustellen besonders aufmerksam fahren und ausreichend Abstand zum Vordermann halten. 

Tipps zum Reißverschlussverfahren finden Sie hier