ADAC Mobilitätsmonitor: Münster wieder an der Spitze

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Von Christof Henn

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Fahhrad Fahrer fahren in Augsburg auf einer Fahrrad Straße
4,5 Kilometer nur für Radfahrer: Die Promenade in Münster© Maximilian Mann

Im Auto, auf dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder zu Fuß: In 29 Großstädten mit weniger als 500.000 Einwohnern hat der ADAC Menschen befragt, wie sie die Verkehrssituation in ihrer Kommune finden.

  • Höchste Unzufriedenheit bei Autofahrenden

  • Bemängelt wird vor allem Baustellenmanagement

  • Befragung wurde zuletzt 2021 durchgeführt

Münster ist ein Paradies für Radfahrer: Auf der Promenade, einem 4,5 Kilometer langen autofreien Ring rund um das historische Zentrum, sind an Spitzentagen mehr als 20.000 von ihnen unterwegs. Und am Hauptbahnhof gibt es das größte Fahrradparkhaus Europas.

Zwei Gründe, warum Münster im ADAC Monitor "Mobil in Mittelgroßstädten“ in der Kategorie Fahrrad knapp hinter Freiburg auf Rang 2 landete. Im Gesamtindex, in dem auch die Zufriedenheit von Autofahrern, ÖPNV-Nutzern und Fußgängern abgebildet wird, liegt Münster auf dem ersten Platz.

Damit hat Münster seinen Titel als Mobilitätsvorbild verteidigt, schon in der ADAC Erhebung 2021 war die Stadt im Ranking an der Spitze. 2026 folgen Freiburg und Erfurt auf den vorderen Plätzen, den größten Sprung nach vorne hat Mönchengladbach gemacht: 2021 noch auf dem letzten Platz, liegt die Stadt am Niederrhein jetzt im Mittelfeld. Neues Schlusslicht ist Oberhausen.

Karte und Grafik: Die Ergebnisse aller 29 Städte

Gemeinsam mit dem Münchner Marktforschungsinstitut komma hat der ADAC in 29 deutschen Großstädten mit weniger als 500.000 Einwohnern untersucht, wie zufrieden die Menschen mit der Mobilität sind. Befragt wurden im Juni 2026 Einwohner, Einpendler/Besucher ab 18 Jahren, die sich als Autofahrende, ÖPNV-Nutzende, Radfahrende und Fußgänger an mindestens zwei Tagen pro Woche in der jeweiligen Stadt bewegen.

Um die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit messbar zu machen, wurden positive und negative Aussagen verrechnet und so ein Indexwert gebildet. Die Skala erreicht theoretisch von +100 bis −100. Die Karte und die Grafik zeigen die Ergebnisse aller 29 Städte.

Warum Autofahrer besonders unzufrieden sind

Eine Baustelle mit einem Verkehrszeichen Umleitung
Baustellen, hier in Oberhausen, bremsen den Verkehrsfluss. Autofahrende bemängeln in der ADAC Studie das Baustellenmanagement© Maximilian Mann

Schlechter als bei der letzten Befragung 2021 ist aktuell die Stimmung bei Autofahrerinnen und Autofahrern. Über alle 29 Städte hinweg beträgt der Indexwert −9. Die Liste der Ärgernisse ist lang: Baustellenmanagement, Parkraumangebot, Höhe von Parkgebühren, Zustand der Straßen und das Verhalten von E-Scooter-Fahrern. Positiv werten Autofahrende vor allem gute Wegweisung, Parkleitsysteme und das regelkonforme Verhalten von Fußgängern.

ADAC Verkehrspräsident Professor Dr. Peter König: "Nötig ist ein strategisches Baustellenmanagement, das Sanierungen vorausschauend plant und besser koordiniert. Es muss darum gehen, den Verkehrsfluss möglichst wenig zu beeinträchtigen. Aber auch eine frühzeitige und gute Kommunikation kann dazu beitragen, die Akzeptanz zu erhöhen."

Radfahrer: Insgesamt zufriedener

Deutlich zufriedener als Autofahrende sind alle anderen Verkehrsteilnehmer in den 29 vom ADAC untersuchten mittelgroßen Städten. Der Gesamtindex der Zufriedenheit bei den Radfahrern und Radfahrerinnen hat sich über alle Städte hinweg auf den Wert von 20 erhöht (2021: 18). Freiburg liegt hier jetzt mit 46 knapp vor Münster (45), das Schlusslicht bildet Krefeld mit −5.

Radfahrer schätzen direkte Wege und dass sie zuverlässig an ihr Ziel kommen. Als störend empfinden sie rücksichtslose E-Scooter-Fahrer.

Fußgänger: Gesamtzufriedenheit sinkt

Die E-Scooter-Fahrer nerven auch Fußgänger, die aber insgesamt vergleichsweise wenig zu bemängeln haben. Besonders zufrieden sind sie mit der Direktheit der Wege und dem Angebot an gesicherten Querungsmöglichkeiten, also etwa Ampeln oder Zebrastreifen. Der Gesamtindex der Zufriedenheit sank allerdings von 37 im Jahr 2021 auf jetzt 28.

An der Spitze liegt weiterhin Münster, wenn auch mit einem deutlich gesunkenen Wert (von 51 auf jetzt 42). Am Ende der Skala rangiert Ludwigshafen mit 7.

ÖPNV-Nutzer: Besonders großer Unterschied

Auch Bus und Bahn bekommen in der ADAC Studie von den Befragten gute Noten. Gelobt werden die Haltestellendichte und kurze Wege beim Umsteigen. Kritisiert werden das Preis-Leistungs-Verhältnis und fehlende Parkraumangebote an Bahnhöfen. Der Gesamtindex der Zufriedenheit liegt 2026 bei 28, unverändert gegenüber der Befragung 2021.

Am besten schnitt Erfurt ab (54), hier war der Unterschied besonders groß zum Schlusslicht Saarbrücken (7), alle Städte haben aber einen positiven Indexwert.

ADAC Verkehrspräsident Prof. Dr. Peter König

„Besonders erfolgreich sind Städte, die alle Verkehrsmittel berücksichtigen und auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort abstimmen. Dabei müssen auch Kinder, Senioren und Menschen mit Einschränkungen berücksichtigt werden.“

ADAC Verkehrspräsident Professor Dr. Peter König©ADAC/Stefanie Aumiller

Alle Ergebnisse des Monitors zum Download

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Der Monitor "Mobil in Mittelgroßstädten"
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