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Der ADAC

E-Scooter kaufen – Der ADAC Ratgeber

Mechaniker repariert E-Scooter
Informieren Sie sich vor dem Kauf eines E-Scooters auf jeden Fall über Wartungsmöglichkeiten ∙ © dpa/Britta Pedersen

E-Scooter sind flotte Flitzer für Stadt und Land. Allerdings unterscheiden sich die Modelle bei Preis, Leistung und Fahrkomfort teils erheblich. Achten Sie auf diese Kriterien, wenn Sie einen E-Scooter kaufen.

E-Scooter mit Straßenzulassung sind seit Juni 2019 in deutschen Städten unterwegs. Ihre Vorteile? Sie sind wendig, klein und im besten Fall auch zusammenklappbar. Auch wenn sich der Hype um das Elektrokleinstfahrzeug mittlerweile wieder ein wenig gelegt hat – der E-Scooter ist nach wie vor eine interessante (und vor allem stylische) Art, den letzten Kilometer zwischen Bahnhof und Arbeitsstelle zurückzulegen oder durch die City zu cruisen.

Was Sie vor dem E-Scooter-Kauf klären sollten

  • Was sind meine persönlichen Anforderungen an den E-Scooter in puncto Fahrdynamik, Komfort und Reichweite?

  • Wie sieht mein übliches Streckenprofil aus? Fahre ich auf Kopfsteinpflaster, geht es bergauf und bergab?

  • Bieten die Händler bzw. Hersteller eine Wartung an?

  • Wie hoch ist die erlaubte maximale Zuladung? Gibt der Hersteller nur die maximal zulässige Gesamtmasse an, hilft folgende Formel: Zulässige Gesamtmasse = Fahrzeuggewicht + Körpergewicht + 10 kg

  • Erfüllt der E-Scooter die in Deutschland geltenden Regeln und Verkehrsvorschriften? Nur dann dürfen Sie das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nutzen.

Auf diese Ausstattungsdetails sollten Sie achten

Bremssystem

Um eine gute Verzögerung zu erzielen, müssen beide Räder über eine wirksame Bremse verfügen. Hydraulische Bremssysteme sind mit wenig Kraftaufwand zu bedienen und am besten zu dosieren. Sie liefern ein maximales Bremsmoment.

Elektrische Bremsen sind zwar verschleißfrei und die Räder können zumeist nicht überbremst werden – dennoch sollten elektrische Bremsen aus Sicht des ADAC zwingend mit zwei mechanischen Bremsen kombiniert werden.

Fußtrittbremsen haben nur geringe Bremskräfte. Die ADAC Experten sagen: Nicht zu empfehlen!

Die ADAC Experten raten

Nehmen Sie vor dem Kauf unbedingt eine ausgiebige Probefahrt vor! Testen Sie den E-Scooter vor allem im Hinblick auf Bremsverhalten und Fahrdynamik. Auch die Bedienung sollte getestet und vom Händler erklärt werden.

Lichtsystem

E-Scooter haben ein eigenes Bordnetz, über das auch das Lichtsystem mit Strom versorgt werden sollte. Von batteriebetriebenen LED-Leuchten, wie sie auch für Fahrräder verwendet werden, raten die ADAC Experten ab.

Für mehr Sicherheit sorgen eine Bremsleuchte und ein großer seitlicher Abstrahlwinkel der Front- und Rückleuchte. Der ADAC appelliert an die Hersteller, die E-Scooter sowohl hinten als auch an der Lenkstange mit Blinkern auszustatten, die einfach bedient werden können.

Akku

Der Akku sollte abnehmbar sein. So können Sie den Roller vor dem Haus oder in der Garage abstellen und den Akku zum Laden mit in die Wohnung nehmen. Außerdem ist er so mit geringem Aufwand zu ersetzen. Der Austausch eines fest verbauten Akkus über den Hersteller kostet zwischen 120 und 800 Euro.

Diebstahlsicherung

Eine Diebstahlsicherung (z.B. mit stabiler Öse) zum einfachen Anketten sollte die Mindestausstattung sein. Ergänzt werden kann der Diebstahlschutz mit einer vom Hersteller eingebauten PIN-Sperre, einer Sperre via Handy-App, einer abnehmbaren Bedieneinheit oder einer mechanischen Verriegelung der Räder oder des Lenkers.

Reifen

Um einen guten Fahrkomfort zu erzielen, muss der E-Scooter nicht unbedingt über luftgefüllte Reifen verfügen. Auch weich konstruierte Vollgummireifen können ausreichen. Weiterer Vorteil: sie sind pannensicher und wartungsarm.

Mann und Frau stehen auf E-Scooter und schlagen ein
E-Scooter kaufen – diese beiden sind offensichtlich zufrieden mit ihrem Modell ∙ © Shutterstock/Dmytro Zinkevych

Fahrwerk

Gerade auf Kopfsteinpflaster spürt der Fahrer jede Unebenheit im Rücken. Ein gefedertes und gedämpftes Fahrwerk kann den Komfort erhöhen. Deshalb: Unbedingt Probefahrt machen!

Fußstandsfläche

Die Fußaufstandsfläche bietet dem Fahrer den notwendigen Kontakt zum E-Scooter. Griffigkeit, Breite und Länge beeinflussen Fahreigenschaften und Sicherheit. Die ADAC Experten empfehlen hier eine Breite ab ca. 170 mm und eine Länge ab ca. 450 mm. Damit wird die Kippgefahr auf dem E-Scooter deutlich reduziert.

Seitenständer

Jedes Modell sollte über einen gut verarbeiteten Seitenständer verfügen, der leicht zugänglich ist und mit dem sich der E-Scooter sicher abstellen lässt. Wichtig: Bei Bodenkontakt während der Fahrt sollte sich der Ständer selbstständig einklappen – falls der Fahrer dies vergessen hat.

Was einen guten E-Scooter auszeichnet

Einfacher Transport

Für einen einfachen Transport sollten Sie unbedingt auf das Gewicht des Scooters achten. Je nach Modell beträgt es zwischen 10 und 25 kg. Bereits ab etwa 15 kg wird das Tragen – je nach körperlicher Verfassung – anstrengend.

Ein E-Scooter sollte sich außerdem bequem in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Auto oder zum Laden in die Wohnung transportieren lassen. Zusammenklappbare Scooter sorgen für ein kleines Packmaß. In Kombination mit einem zusammenfaltbaren Lenker schrumpft die Dimension des Kleinstfahrzeugs auf ein Minimum. Beim Zusammenklappen sollte die Lenkstange einrasten, das sorgt für Stabilität beim Transport.

Effektiver Antrieb

Ein guter Antrieb zeichnet sich durch flotte Beschleunigung und eine gute Steigleistung am Berg aus. Dafür empfehlen ADAC Experten eine Leistungen von mindestens 250 Watt. Achten Sie darauf, dass die meist über einen Daumengasgriff erfolgende Antriebssteuerung gut dosierbar ist.

Gute Verarbeitung

Gut verarbeitete E-Scooter erkennt man zunächst an ihrem aufgeräumten Design. Zusammengeführte Kabel sind von Vorteil. Anbauteile sollten einen festen Sitz aufweisen. Scharfe Kanten und ungleichmäßige Schweißnähte hingegen zeugen von einer schlechten Verarbeitung.

Fahrkomfort und Fahrdynamik beim E-Scooter

Breite und große Reifen fangen kleinere Erschütterungen am effektivsten ab und erhöhen den Fahrkomfort. Härtere Stöße beim Überfahren von Kanten und Bordsteinauffahrten oder bei Schlaglöchern kann ein Dämpfungs- bzw. Federungselement abfedern.

Um den E-Scooter auf die gewünschte Körpergröße einzustellen, sollte sich die Höhe des Lenkers verstellen lassen. Die Lenkerbreite sollte nicht weniger als 450 mm haben. Das ermöglicht sicheres und kontrolliertes Fahren.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Räder, desto stabiler rollt ein E-Scooter. Mit großen Rädern kann der Fahrer die Balance somit leichter halten.

Auch ein längerer Radstand (Abstand zwischen Vorder- und Hinterrad) erhöht die Stabilität. Hier empfehlen die ADAC Experten einen Wert von mehr als 950 mm. Beide Aspekte verbessern die Fahrdynamik.

Die Gebrauchsanweisung

Jedem E-Scooter sollte eine vollständige, gut lesbare und bebilderte Gebrauchsanleitung beigelegt sein. Der ADAC appelliert an die Hersteller, diese Anleitung auch online zur Verfügung zu stellen, damit Probleme auch unterwegs gelöst werden können.

Der ADAC E-Scooter-Test 2020 – große Unterschiede bei Qualität und Reichweite

Text: Jörg Peter Urbach. Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann