Unentdecktes Hinterland von Kroatien: Slawonien und mehr

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Von Redaktion

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Das prächtige Barockschloss Odescalchi in Ilok ganz im Osten Kroatiens wurde im 18. Jahrhundert für eine wohlhabende italienische Familie erbaut© Shutterstock/tokar

Kroatien ist bekannt für seine Küste mit zahllosen Inseln und Stränden. Doch während Istrien, Dalmatien und Co. stark besucht sind, gilt das Hinterland noch immer als Geheimtipp. Wer eine Reise durch Kroatien plant, sollte Slawonien nicht außen vor lassen. Die schönsten Highlights mit Karte.

  • Natur erleben in Europas größtem Sumpfgebiet

  • Eintauchen in die Kupferzeit-Kultur der Vučedol

  • Majestätische Festungen und prächtige Schlösser

Ganz im Osten von Kroatien, zwischen Ungarn, Bosnien und Serbien, liegt Slawonien. Von den Touristenströmen wird die Region zu Unrecht nicht beachtet, denn hier befinden sich nicht nur Städte voller Geschichte, Kunst und Kultur, sondern auch geologische Schätze und Naturschönheiten. Zwischen Drau und Donau bewegt sich diese Reise durch das Hinterland von Kroatien.

Kurz und knapp: Slawonien-Roadtrip

Das Hinterland von Kroatien ist noch immer ein Geheimtipp, der sich zu entdecken lohnt. Die Region im Osten des Landes ist besonders für Radfahrer, Wanderer und Naturfreunde ein lohnendes Ziel, aber auch für Genießer, Familien und alle, die im Urlaub eher Ruhe als Trubel suchen.

  • Route: Zagreb – Virovitica – Požega – Kutjevo – Slavonski Brod – Osijek – Vukovar

  • Strecke: rund 450 Kilometer

  • Reisezeit: etwa 7 bis 10 Tage, abhängig von den geplanten Aufenthalten

  • Beste Reisezeit: April bis Mai und September bis Oktober

  • Aktivitäten: Wandern, Radfahren, Weinproben, Weinlese

Sehenswerte Orte in Slawonien

  • Zagreb: Die Hauptstadt Kroatiens ist eine der ältesten Städte in Europa und besticht mit einem reichen kulturellen Angebot und grünem Umland.

  • Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Der Biosphärenpark umfasst fünf Länder und gilt als Amazonas Europas.

  • Kutjevo: Thermalquellen, der Naturpark Papuk und das Schloss Kutjevo machen die Region zum vielseitigen Reiseziel.

  • Slavonski Brod: Die mächtige Festung dominiert das Stadtbild. In der Umgebung finden sich zahlreiche Wander- und Radwanderwege.

  • Osijek: Der größte Zoo Kroatiens und der Naturpark Kopački Rit machen Osijek besonders für Naturfreunde zu einem interessanten Urlaubsort.

  • Vukovar: Ganz im Osten, an der Grenze zu Serbien gelegen, lockt Vukovar vor allem historisch Interessierte mit Sehenswürdigkeiten wie Schloss Eltz, dem Vučedol-Museum und einer archäologischen Fundstätte.

Rundreise in Kroatien: Karte

Etappe 1: Zagreb entdecken

Ein Blick über Zagreb
Zu Beginn der Rundreise durch Kroatien steht Sightseeing in der Hauptstadt Zagreb auf dem Programm© iStock.com/Dreamer4787

Bei einem Urlaub in Kroatien sollte man sich auf keinen Fall die Hauptstadt entgehen lassen. Zagreb ist eine der ältesten mitteleuropäischen Städte und hat eine Vielzahl historischer Sehenswürdigkeiten zu bieten, zum Beispiel den Lotrščak-Turm aus dem 13. Jahrhundert. Berühmt ist die Stadt auch für ihre Museen, darunter das Museum der Zerbrochenen Beziehungen, das Museum der Illusionen oder das Pilzmuseum, das größte seiner Art weltweit. Der botanische Garten und der nahe gelegene Naturpark Medvednica bieten Möglichkeiten zur Erholung in der Natur.

Etappe 2: Von Zagreb nach Virovitica

Die Weinberge von Medimurje
Naturgenuss: Međimurje zählt zu den Weinregionen Kroatiens© iStock.com/Kanyo Andrea

Von der Hauptstadt Zagreb aus führt die Route zunächst nach Norden in die Landschaft Međimurje in der gleichnamigen Gespanschaft. Die nördlichste Region Kroatiens gilt als der Blumengarten des Landes. Zwischen den Flüssen Mur und Drau steht der Urlaub im Zeichen des Genusses mit Spezialitäten und Weinen der Region.

Bemerkenswert ist auf einer Reise durch Slawonien besonders die Natur, die sich hier dank der zahlreichen Flüsse üppig und ursprünglich präsentiert. Seit 2021 wird der Biosphärenpark Mur-Drau-Donau von der Unesco anerkannt. Er überspannt fünf Länder und verfügt über große Artenvielfalt. Das Drava Story Visitor Center bietet Workshops und interaktive Ausstellungen für Kinder und Jugendliche. Auch Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden. Wanderwege entlang von Quellen, Bächen und durch jahrhundertealte Wälder warten im Naturpark Papuk darauf, erkundet zu werden.

Virovitica an den Hängen des Bilogora-Gebirges war schon in der Antike besiedelt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen heute das Schloss Pejačević mit dem städtischen Museum im Dachgeschoss. Auch ein Besuch in Čakovec lohnt sich: Im Schloss informiert das Museum von Međimurje über die Geschichte der Region. Die Stadt kann mit einem großen Angebot an Gastronomie und Weinen aufwarten.

Etappe 3: Von Virovitica nach Požega und Kutjevo

Der Naturpark Papuk mit zahlreichen Bergquellen liegt im Herzen des gleichnamigen Gebirges© Shutterstock/Mario Krpan

Von Virovitica aus führt die Route durch den Papuk-Naturpark nach Požega. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 152 Metern im gleichnamigen Požega-Kessel, der von den alten Römern "goldenes Tal" genannt wurde. Die Thermalquelle des Kurortes Lipik soll die Muskelentspannung fördern und die Haut verjüngen. Auch wird dem Heilwasser eine stressreduzierende Wirkung nachgesagt. Die Region um Kutjevo ist zudem ein renommiertes Weinanbaugebiet und besonders für ihren Welschriesling bekannt.

Doch auch für historisch Interessierte hat die Region einiges zu bieten: Das Besucherzentrum House of the Pannonian Sea gibt spannende Einblicke in die Urzeit: Vor Millionen von Jahren bedeckte ein Meer die Pannonische Tiefebene. Wer nicht ganz so weit in die Vergangenheit reisen will, besichtigt Schloss Kutjevo. Es gehört zu den schönsten historischen Bauwerken der Region. Sehenswert ist auch der Schlosspark, der heute als Denkmal der Gartenarchitektur geschützt ist.

Etappe 4: Von Požega nach Slavonski Brod

Blick von oben auf die Burg Tvrdja und die Stadt Osijek
Die mächtige Festung Brod ist das Wahrzeichen von Slavonski Brod und einen Besuch wert© iStock.com/Feelthedrone

Am Nordufer der Save liegt Slavonski Brod, umgeben von Bergen. Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Festung Brod, die nur fünf Minuten zu Fuß vom Hauptplatz im Zentrum entfernt liegt.

Daneben gibt es vor allem in den Sommermonaten ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm für Klein und Groß, bei dem auch Freizeitsportler auf ihre Kosten kommen: Im Adrenalinwald in Brebina sorgen ein Kletterpark, eine Zipline und vieles mehr für Nervenkitzel. Wer es ruhiger mag, besucht den künstlich angelegten Petnja-See. Er liegt etwa sieben Kilometer von Slavonski Brod entfernt und ist ein Ziel für Wanderungen, zum Schwimmen und Angeln.

Etappe 5: Osijek und Umgebung

Der natioanlpark kopacki in Kroatien
Der Naturpark Kopački rit zählt zu den am besten erhaltenen Sumpfgebieten in Europa© stock.adobe.com

Obwohl Osijek die viertgrößte Stadt in Kroatien ist, bleibt sie aufgrund ihrer Lage im östlichen Hinterland ein Geheimtipp. Früher eine wichtige Handelsmetropole, ist Osijek noch heute als Stadt für Kultur und Bildung gefragt. Sehenswert sind zum Beispiel die Altstadt mit Festungsanlage, das Kroatische Nationaltheater und die Europäische Avenue.

Mit einer Fläche von 17 Hektar ist der Zoo von Osijek der größte Zoo in Kroatien. Die Gehege sind naturnah gestaltet, um für die mehr als 650 tierischen Bewohner eine möglichst artgerechte Umgebung zu schaffen. Nicht nur für Naturfreunde ein Erlebnis ist der Naturpark Kopački Rit östlich von Osijek, eines der am besten erhaltenen Sumpfgebiete in Europa. Hier leben über 2000 verschiedene Tierarten.

Tipp: Von der Anlegestelle am Sakadaš-See aus geht es mit dem Boot auf eine spannende Reise durch den Naturpark Kopački Rit.

Etappe 6: Von Osijek nach Vukovar

Im prächtigen Schloss Eltz ist heute das Stadtmuseum von Vukovar beheimatet© stock.adobe.com/Goran Jakus

36 Kilometer südöstlich von Osijek liegt Vukovar direkt an der Donau und an der Grenze zum Nachbarland Serbien. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen der Wasserturm und das Schloss Eltz. Beide Bauwerke wurden im Kroatienkrieg Anfang der 1990er-Jahre stark beschädigt, sind aber inzwischen restauriert und strahlen in neuem Glanz. Vukovar ist außerdem ein Zentrum slawischer Kultur, wovon zahlreiche Museen und Galerien in der Stadt zeugen. Wer eine Pause braucht, flaniert am Donauufer entlang oder entspannt im Sommer am Stadtstrand.

Schon in vorgeschichtlicher Zeit siedelten Menschen in der Region um Vukovar: Fünf Kilometer flussabwärts liegt die archäologische Fundstätte Vučedol, einer der wichtigsten Fundorte aus der Spätsteinzeit. Sehenswert ist auch das Vučedol-Museum. Für Kinder gibt es einen Museumsführer, in dem das Vučedol-Mädchen Dolka in kindgerechter Sprache einen Einblick in den Alltag in der spätsteinzeitlichen Kultur gibt.

Noch weiter flussabwärts an der Donau, kurz vor der serbischen Grenze, liegt Schloss Ilok. Die einstige Burg wurde von der mächtigen italienischen Adelsfamilie Odescalchi im Barockstil umgebaut. Das Schloss wurde nach einer Restaurierung 2010 für Besucher geöffnet und bietet ein Stadtmuseum und berühmte Weinkeller.

Häufige Fragen zu Kroatiens Hinterland

Das Neandertaler-Museum in Krapina, ca. eine Autostunde nördlich von Zagreb, widmet sich den Geheimnissen der Urmenschen. Rund um Zagreb vermitteln zahlreiche Lehrpfade bei einfachen Wanderungen Wissenswertes über die Flora und Fauna der Region. Zahlreiche Reiterhöfe bieten im Umland von Zagreb Ausritte in der Natur an – Anfänger sind willkommen.

Die Weinanbauregion Kutjevo profitiert von einem sauren, porösen Gestein und halbfeuchtem bis feuchtem Klima. So gedeiht hier beispielsweise der Welschriesling. Die Weinstraße von Kutjevo verbindet international bekannte Güter in der Region und bietet Besuchern Gelegenheit, lokale Tropfen zu verkosten und mehr über die Geschichte des Weinbaus zu erfahren.

Der Keller von Kutjevo, einer der ältesten Weinkeller Südosteuropas, ist durch einen unterirdischen Gang mit dem Schloss verbunden, beide können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Der Naturpark Papuk ist der erste Unesco Global Geopark Kroatiens und wurde zum Schutz der für Slawonien typischen stillen Natur eingerichtet. Eine Wanderung ist hier besonders zu empfehlen. Wer sich mehr Adrenalin wünscht, kommt im Adrenalinpark Duboka auf seine Kosten. Speziell während der Hochwasserzeit ist die Gajna, eine typisch slawonische Prisaweiden-Landschaft, ein wichtiger Nistplatz für Vögel und Wasserlebewesen. Mit dem Rad kann man sie besonders gut kennenlernen.