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– Bremsen/Sicherheit –

Bremswegvergleich verschiedener Fahrzeugklassen

Wie leistungsstark sind eigentlich die Bremsen verschiedener Fahrzeug-Klassen? Das hat der ADAC getestet. Denn Auffahrunfälle gehören nach wie vor zur häufigsten Unfallart. Dass die Bremsleistung eines Fahrzeuges nicht zwingend mit der Motorleistung oder der möglichen Höchstgeschwindigkeit steigt, scheinen hier viele Fahrer zu vergessen. Haupt-Unfallursache ist in der Regel ein zu geringer Abstand zum Vordermann. Die Abstandsunterschreitungen sind sowohl bei identischen Fahrzeugkategorien, also z.B. Pkw zu Pkw, als besonders auch zwischen unterschiedlichen Kategorien zu beobachten. Als besonders problematische Kombinationen fallen hier z.B. Motorrad und Pkw, Gespann mit Wohnwagen und Lkw oder auch Kleintransporter und Pkw ins Auge.

  • Ergebnisse der maximal beladenen Fahrzeuge
    Alle Fahrzeuge wurden auf ihr maximales, zulässiges Gesamtgewicht aufgelastet. Anschließend wurden mindestens zehn Bremsungen durchgeführt und messtechnisch erfasst. Aus den gewonnenen Daten lässt sich sowohl der Bremsweg als auch die hierfür nötige Verzögerung aus 80 km/h berechnen. Für die Vergleichbarkeit mit dem Lkw, der aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen maximal 80 km/h fahren darf, wurden für die Auswertung Bremsungen aus dieser Geschwindigkeit gewählt. VW Golf und BMW X3 erreichen trotz abweichender Gesamtmasse mit 23,2 Meter bzw. 23,5 Meter ähnliche Bremswege. Auch die Verzögerungen mit 10,6 m/s² bzw. 10,5 m/s² sind nahezu identisch. Etwas abgeschlagen mit einem Bremsweg von 25,3 Meter und einer durchschnittlichen Verzögerung von 9,8 m/s² liegt das Motorrad unerwartet deutlich hinter den Werten der Pkw im Solobetrieb. Auch das Gespann mit dem BMW X3 als Zugfahrzeug kann das Motorrad mit 25,2 Meter Bremsweg knapp unterbieten.

    Überraschend länger fällt der Bremsweg des Kleintransporters sowie des Wohnmobils aus: mit 28,0 Meter bzw. 29,8 Meter und einer durchschnittlichen Verzögerung von 8,8 m/s² bzw. lediglich 8,3 m/s². Der schwere Lkw erreicht mit einem Bremsweg von 36,2 Meter und einer Verzögerung von 6,8 m/s² zwar durchaus akzeptable Werte auf dem Stand der Technik, muss sich jedoch deutlich den anderen Teilnehmern im Vergleich geschlagen geben.


    HerstellerFahrzeugtypBremsweg [m]Verzögerung [m/s2]
    VW GolfPkw - untere Mittelklasse23,210,6
    BMW X3Pkw - Mittelklasse23,510,5
    BMW X3 mit Hymer Carado C164LGespann mit Wohnwagen25,29,8
    BMW 1200GSMotorrad-Tourer25,39,8
    Mercedes SprinterKleintransporter28,08,8
    Dethleffs Globebus T4Wohnmobil29,88,3
    DAF XF 460 FTLkw 40 t36,26,8


  • Ergebnisse der teilbeladenen sowie leeren Fahrzeuge

    Um Einflüsse des Beladungszustandes auf das Bremsverhalten zu untersuchen, wurden außerdem Versuche mit leeren und teilbeladenen Fahrzeugen durchgeführt. Aus versuchstechnischen Gründen waren diese Tests beim Lkw und beim Gespann mit Wohnanhänger nicht möglich. Die Untersuchung ließ erkennen, dass die Zuladung bei allen untersuchten Fahrzeugen nur einen geringen Einfluss auf den Bremsweg hat. Die größte Abweichung liegt mit 5,2 Prozent beim Mercedes Sprinter, der im vollgeladenen Zustand etwa 1,4 Meter länger zum Stehen benötigt als ohne Zuladung.


    Teilbeladene Fahrzeuge

    HerstellerFahrzeugtypBremsweg [m]Verzögerung [m/s2]
    VW GolfPkw - untere Mittelklasse23,210,6
    BMW X3Pkw - Mittelklasse23,210,5
    BMW 1200GSMotorrad-Tourer24,010,3
    Mercedes SprinterKleintransporter27,29,1
    Dethleffs Globebus T4Wohnmobil28,98,5


    Leere Fahrzeuge

    HerstellerFahrzeugtypBremsweg [m]Verzögerung [m/s2]
    VW GolfPkw - untere Mittelklasse22,511,0
    BMW X3Pkw - Mittelklasse23,110,7
    BMW 1200GSMotorrad-Tourer25,29,8
    Mercedes SprinterKleintransporter26,69,3
    Dethleffs Globebus T4Wohnmobil28,68,6


 


Fotos: ADAC e.V./Axel Griesch

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