Deutschlandticket oder Monatskarte der Verkehrsverbünde – mit welchem ÖPNV-Ticket fährt man in Südbayern am günstigsten?
Von Redaktion Südbayern

Das Deutschlandticket sollte den ÖPNV attraktiv und günstig machen wie nie. Zum Jahresbeginn hat sich sein Preis jedoch abermals erhöht. Wir haben deshalb verglichen, für wen sich das Deutschlandticket noch lohnt und wann die Monatskarten der Verkehrsverbünde der Großstädte München, Augsburg, Regensburg oder Ingolstadt die bessere Wahl sind.
Seit 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro statt 58 Euro. Obwohl das Deutschlandticket erneut im Preis gestiegen ist, ist es weiterhin für viele Reisende sinnvoll. Aktuell nutzen es rund 14 Millionen Menschen in Deutschland.
Das personalisierte Deutschlandticket ist in der 2. Klasse in allen Nahverkehrszügen (RB, RE, S-Bahn) sowie in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen und – sofern öffentlich betrieben – auf Fähren und Schwebebahnen gültig. Es ist nicht nutzbar im Fernverkehr (ICE, IC, FlixTrain, Fernbusse) sowie in Spezialbahnen wie Bergbahnen. Das Ticket ist ausschließlich im monatlich kündbaren Abo erhältlich und verlängert sich automatisch. Weitere Informationen bietet die Deutsche Bahn.
Deutschlandticket und Monatskarten der Verkehrsverbünde im Vergleich
Die Monatsfahrkarten der bayerischen Verkehrsverbünde sind vergleichsweise teuer.
So kostet im Münchner MVV eine Monatskarte zwischen 71,40 Euro und 344,20 Euro, im Augsburger AVV zwischen 68,80 und 419,70 Euro und im Regensburger RVV zwischen 65,50 und 392,50 Euro. Bei der Ingolstädter VGI kostet die günstigste Monatskarte sogar 78,50 Euro, die teuerste bei 534,10 Euro. Wer in diesen Städten ein Monatsticket benötigt, fährt mit dem Deutschlandticket für 63 Euro weiterhin günstiger – selbst bei der günstigsten Tarifstufe.
Günstiger im Innenraum: Jahresabos der Verkehrsverbünde
Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Jahresabos: Einige Verkehrsverbünde bieten Jahresabos an, die je nach Tarifzone unter dem Preis des Deutschlandtickets liegen.
In München kostet das Innenraum-Abo beispielsweise nur 59,50 Euro, das Abo für alle Zonen 286,80 Euro. Das Monatsabo kann nach Ablauf von drei Monaten erstmals gekündigt werden.
In Regensburg reduziert sich der Preis beim Jahresabo durch ein 9-Monate-Bezahlen-Modell auf umgerechnet 49,13 Euro pro Monat für die erste Preisstufe bis 294,38 Euro für die höchste Preisstufe.
In Augsburg liegen die Preise für das Jahresabo bei 57,30 Euro für eine Zone und bei 143,00 Euro für den Gesamtraum.
In Ingolstadt sinkt der monatliche Preis durch ein Jahresabo auf 71,30 Euro in der niedrigsten Tarifstufe bzw. 465,87 Euro in der höchsten Tarifstufe.
Es lohnt sich also, die Kosten des Deutschlandtickets mit den monatlichen Kosten für ein Jahresabo im eigenen Verkehrsverbund zu vergleichen. Die Differenz zwischen den günstigsten Jahresabos und dem Deutschlandticket ist in den meisten Fällen jedoch gering. Schon wer außerhalb des Verbunds auch einmal den ÖPNV nutzt oder das Abo nicht durchgängig das ganze Jahr benötigt, fährt mit dem Deutschlandticket besser.
Sonderkonditionen der Verkehrsverbünde beachten
Viele Verkehrsverbünde bieten bei ihren Tickets und Abos jedoch Vorteile, die das Deutschlandticket nicht enthält. Etwa die kostenlose Mitnahme von Kindern oder weiteren Personen oder die Übertragung des Tickets an Dritte.
In München dürfen Kinder bis 14 Jahre (alle eigenen bzw. drei Kinder eines anderen Haushalts) werktags ab 9 Uhr und am Wochenende ganztags kostenlos mitfahren – ob die Erwachsenen das Monatsticket im Abo haben oder nicht. Zudem hat man die Wahl zwischen einem persönlichen oder einem übertragbaren Ticket.
In Regensburg können Besitzer eines Jahresabos unter der Woche ab 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztags bis zu vier Personen kostenlos mitnehmen. Zusätzlich profitieren sie von Vergünstigungen beim E-Carsharing und bei P+R. Das Abo ist übertragbar.
In Augsburg lassen sich Übertragbarkeit und Mitnahmeoption beim Jahresabo für 10 Euro Aufpreis monatlich hinzubuchen.
In Ingolstadt erlauben Monats- und Jahreskarten werktags ab 18 Uhr sowie am Wochenende die Mitnahme eines Erwachsenen und zweier Kinder. Monats- und Jahreskarten sind übertragbar.
Gerade für Familien können diese Sonderkonditionen der Verkehrsverbünde also entscheidend sein.
Viele Unternehmen übernehmen die Kosten für das Deutschlandticket teilweise oder komplett. Beim Deutschlandticket Job zahlt der Arbeitgeber 25 Prozent und der Bund weitere 5 Prozent. Nachfragen lohnt sich.
Unabhängig von der Ticketwahl gibt es zudem gute Nachrichten für alle Berufspendler. Sie profitieren seit dem 1. Januar 2026 dank der Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer bereits ab dem ersten Kilometer steuerlich.
Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer
Auch wer nur in der Freizeit für Ausflüge mit der Bahn fahren möchte, kann vom Deutschlandticket profitieren. Durch die vergleichsweise flexible Kündigungsmöglichkeit kann es so beispielsweise auch zum attraktiven Angebot für die Sommer- oder Urlaubszeit werden und in manchen Fällen interessanter sein als Ländertickets oder ein normaler Fahrschein. Schon bei zwei längeren Regionalbahnfahrten außerhalb des Verkehrsverbunds pro Monat ist das Deutschlandticket etwa günstiger als zwei Quer-durchs-Land-Tickets (je 51,00 Euro). Auch das Bayernticket zum Preis von 34 Euro ist für Einzelpersonen ab dem zweiten Tag teurer als das Deutschlandticket. Erst in der Gruppe ist es wieder die attraktivere Option.
Fazit: Für wen sich das Deutschlandticket lohnt
Insbesondere für Vielfahrer, die häufig die Regionalbahnen und andere nutzbare öffentliche Nahverkehrsmittel – egal, ob aus beruflichen oder privaten Gründen – nutzen, ist das Deutschlandticket auch weiterhin meist die beste und günstigste Lösung. Wer den ÖPNV nur gelegentlich nutzt, sollte die monatlichen Ausgaben für Einzelfahrscheine, Tages- oder Streifenkarten genau kalkulieren. Liegen diese über 63 Euro, lohnt sich das Deutschlandticket. Dabei sollten aber auch die jeweiligen Ticketeigenschaften der Verkehrsverbünde berücksichtigt werden. Insbesondere für Familien, lohnt es sich, bei den Sonderkonditionen genau hinzuschauen.
Tipps zur Entscheidungsfindung: Deutschlandticket – Ja oder nein?
Wie häufig nutzen Sie die Regionalbahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel pro Monat?
Wie viel geben Sie zusammengerechnet aktuell pro Monat für ÖPNV‑Tickets aus?
Wie viel kostet die Monatskarte bzw. das Jahresabo in Ihrem Verkehrsverbund für die benötigte Strecke?
Fahren Sie regelmäßig Strecken, die über Tarifgrenzen hinausgehen und sonst teurer wären?
Nehmen Sie regelmäßig Personen, z. B. Ihre Kinder, mit?
Nutzen andere Personen Ihre Fahrkarte, wenn Sie sie nicht benötigen?
(Preise: Stand Januar 2026)