Verkehrsreferententagung des ADAC Schleswig-Holstein

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© Rainer Pregla

Verkehrssicherheit, Baustellen und Mobilität der Zukunft im Fokus


Bei der Verkehrsreferententagung des ADAC Schleswig-Holstein am 25. April 2026 im Hotel Heidehof in Rendsburg standen aktuelle Entwicklungen rund um Verkehrssicherheit, Infrastruktur und moderne Mobilität im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter der Ortsclubs sowie Mitglieder der Gremien erhielten dabei einen umfassenden Überblick über zentrale Verkehrs- und Mobilitätsthemen im Land.

Zum Auftakt stellte der Erste Polizei Hauptkommissar Olaf Weddern vom Landespolizeiamt Schleswig-Holstein die aktuelle Verkehrsunfallstatistik 2025 vor. Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Zwar ging die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Schleswig-Holstein leicht zurück, gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Verkehrstoten von 86 auf 94 Personen an. Besonders im Fokus standen ungeschützte Verkehrsteilnehmende wie Fahrradfahrende, Pedelec-Nutzende und Fahrerinnen und Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern.

Besorgniserregend entwickelte sich insbesondere das Unfallgeschehen bei Pedelecs. Die Zahl der Pedelec-Unfälle stieg um 14,6 Prozent auf 1.877 Fälle und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben. Besonders häufig betroffen sind ältere Verkehrsteilnehmende. Fast jeder zweite schwerverletzte Pedelec-Fahrende war älter als 65 Jahre.

Auch die Zahl der Unfälle mit E-Scootern nahm erneut deutlich zu. Mit 930 registrierten Verkehrsunfällen wurde gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um mehr als ein Drittel verzeichnet. Hauptursachen sind laut Landespolizei häufig eine falsche Straßenbenutzung sowie Alkohol- oder Drogeneinfluss. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen.

Zahlreiche Baumaßnahmen
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung waren die zahlreichen Straßen- und Autobahnbaustellen im Land. Jan Hundsdörfer aus der Abteilung Verkehr und Technik des ADAC Schleswig-Holstein stellte die wichtigsten Bauvorhaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr sowie der Autobahn GmbH vor. Insgesamt sollen 2026 rund 270 Millionen Euro in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Vorgesehen sind 131 Baumaßnahmen mit zahlreichen Brücken- und Radwegprojekten.

Besonders umfangreich fallen die Arbeiten auf den Autobahnen aus. Thematisiert wurden unter anderem die Sanierungen auf der A215 zwischen Kiel-West und Kiel-Mitte, Baustellen auf der A1 und A21 sowie die anstehenden Sperrungen des Elbtunnels an mehreren Wochenenden. Auch der Ersatzneubau der Rader Hochbrücke bleibt eines der zentralen Infrastrukturprojekte im Norden. Dort soll Ende 2026 wieder Verkehr mit zwei Fahrspuren je Richtung über die neue Brücke rollen.

Große Aufmerksamkeit erhielt zudem der Bericht zum Ausbau der A20 bei Bad Segeberg. Das Projekt umfasst eine Baulänge von rund 10 Kilometern mit vier Anschlussstellen und mehreren Brückenbauwerken. Die Verkehrsfreigabe ist derzeit für Ende 2031 vorgesehen.

Mobilität der Zukunft
Neben klassischen Infrastrukturthemen spielte auch die Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle. Christopher Sonnenberg aus dem Bereich Technik und Verbraucherschutz gab einen Einblick in aktuelle Entwicklungen beim autonomen Fahren und modernen Lichtsystemen. Vorgestellt wurden die unterschiedlichen Automatisierungsstufen vom assistierten Fahren bis hin zum vollständig autonomen Fahrzeug. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere hochautomatisiertes Fahren unter realen Bedingungen weiterhin große technische Herausforderungen mit sich bringt – etwa bei schlechtem Wetter, komplexer Infrastruktur oder hoher Verkehrsdichte.

Moderne Sensorik
Auch moderne Sensorik stand im Mittelpunkt des Vortrags. Erläutert wurden die Aufgaben und Grenzen von Ultraschall-, Radar-, Kamera- und Lidarsystemen. Darüber hinaus präsentierte Sonnenberg aktuelle Entwicklungen bei LED- und digitalen HD-Scheinwerfersystemen, die durch präzisere Lichtverteilung zur Verkehrssicherheit beitragen sollen.

Aktuelle Projekte
Christian Plambeck, Vorstand für Verkehr und Technik, und Abteilungsleiter Jörg Kirst informierten außerdem über aktuelle Projekte des Regionalclubs. Vorgestellt wurde unter anderem die Mobile Bike Service Station des ADAC Schleswig-Holstein, die nach erfolgreichem Start 2025 auch in diesem Jahr wieder landesweit unterwegs ist – unter anderem in Pinneberg, Husum, Norderstedt und Kiel. Das Angebot werde sowohl an Schulen als auch bei Veranstaltungen sehr gut angenommen und trage zur Sichtbarkeit des ADAC im Bereich Fahrradmobilität bei.

Breiten Raum nahm zudem die Neuausrichtung des Landesfahrradturniers ein. Ziel des Wettbewerbs für Schülerinnen und Schüler zwischen acht und 13 Jahren ist es, Verkehrssicherheit, Fahrkompetenz und Reaktionsfähigkeit spielerisch zu fördern. Gleichzeitig sollen Schulen motiviert werden, sich gemeinsam als „fahrradsicherste Schule Schleswig-Holsteins“ zu engagieren.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Schulwegsicherheit. Gemeinsam mit der Unfallkasse Nord koordiniert der ADAC Schleswig-Holstein künftig einen „Runden Tisch Schulwegsicherheit“. Vertreter von Schulen, Verwaltung, Polizei und Verbänden wollen dabei Maßnahmen bündeln, Best-Practice-Beispiele sichtbar machen und die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen auf dem Schulweg nachhaltig verbessern.

Die Verkehrsreferententagung zeigte damit erneut die große Bandbreite der Verkehrssicherheits- und Mobilitätsarbeit des ADAC Schleswig-Holstein – von Infrastruktur und Baustellenmanagement über moderne Fahrzeugtechnik bis hin zur praktischen Verkehrserziehung und sicheren Mobilität im Alltag.

Rainer Pregla
Pressesprecher für den ADAC Schleswig-Holstein e.V.
Mobil: 01702823229
E-Mail: presse@portoma.de