Auf Tour mit der Müllabfuhr

Von ADAC Redaktion Hessen-Thüringen

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Die Entsorgungsbetrieb der Städte und Kommunen sind täglich mit vollem Einsatz dabei.© ADAC Hessen-Thüringen e.V. / Steve Bauerschmidt

Ob Aufräumen nach dem Faschingswochenende, Entsorgung des Herbstlaubes oder die wöchentlichen Rundtouren für Papier-, Rest- oder Plastikmüll – die Entsorgungsbetriebe der Städte und Kommunen haben alle Hände voll zu tun. Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer sind sie dabei häufig ein Störfaktor im Straßenverkehr, doch ohne die Müllabfuhr würde kaum etwas laufen.

  • Mehr als nur Müll aufsammeln

  • Knifflige Verkehrssituationen erschweren Arbeitsalltag

  • Digitale Unterstützung für Müllfahrzeuge

Charmante Gassen, schöne Plätze und ein gepflegtes Erscheinungsbild – was für die meisten Bewohner und Besucher in Hessens und Thüringens Städten Alltag ist, wäre ohne die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe kaum vorstellbar. Die Stadtwirtschaftsmitarbeiter sind von früh bis spät unterwegs, um Überbleibsel des Alltags von den Straßen zu entfernen und die Wege frei und sauber zu halten. Zu den täglichen Aufgaben gehören, neben der Straßenreinigung mit Kehrmaschine und Co., das Entleeren von Mülltonnen sowie häufig auch der Winterdienst.

Ein Müllabfuhr Mitarbeiter bringt eine Tonne Hausmüll zum Müllauto.
Die Entsorgungsbetriebe sammeln täglich mehrere Hundert Kilo Hausmüll in den Städten ein.© ADAC Hessen-Thüringen e.V. / Steve Bauerschmidt

Besonders der Hausmüll nimmt dabei eine immer größere Dimension ein. Die Müllmassen haben über die Jahrzehnte kontinuierlich zugenommen. Beispielsweise fallen in der Thüringischen Landeshauptstadt Erfurt mittlerweile jährlich über 30.000 Tonnen Hausmüll in der Stadt an – pro Einwohner wurden demnach im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa 285 Kilo Abfall verursacht.

Stress im Straßenverkehr

Bei dieser täglichen Arbeit müssen sich die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe immer neuen Herausforderungen stellen. Zugeparkte Straßen, genervte Autofahrende oder brenzlige Verkehrssituationen gehören zum Alltag für die Müllabfuhr. Dabei herrscht mitunter ein rauer Ton im Straßenverkehr.

Wer einmal hinter einem Müllauto hergefahren ist, kennt das: wie im Schneckentempo geht es Meter für Meter voran. An Überholen ist in den schmalen Straßen und Gassen vieler Städte nicht zu denken. Viele Verkehrsteilnehmer stellt das vor eine wahre Geduldsprobe. Dabei wird nur selten die eigentliche Arbeit der Stadtwirtschaftsmitarbeiter gesehen – der eigene Zeitdruck ist meist zu hoch.

Rückfahrkamera am Müllauto.
Kameras und Sensoren sind wichtige Helfer bei der täglichen Arbeit der Müllwerker.© ADAC Hessen-Thüringen e.V. / Steve Bauerschmidt

Für Fußgänger oder Radfahrer, die sich noch schnell an der Seite vorbeiquetschen wollen, kann das aber richtig gefährlich werden. Denn: Die mehreren Meter langen und breiten Entsorgungs-Fahrzeuge haben viele Tote Winkel. Die Fahrer der Müllautos sind daher besonders geschult, da eine Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern zu schweren Unfällen führen könnte.

Digitale Sicherheitssysteme der Müllabfuhr

Um die Sicherheit von Mitarbeitenden und Passanten zu gewährleisten, sind die Fahrzeuge mit mehreren Assistenzsystemen ausgestattet. Seit Mitte 2024 gelten gesetzliche EU-Standards dafür. Kameras und Sensoren überwachen die Umgebung des Müllautos, um Unfälle zu verhindern. Für einen Rundumblick sind die Fahrzeuge von allen Seiten mit Kameras ausgestattet, über die der Fahrer das Geschehen draußen im Blick hat. Auch Abbiege- und Totwinkelassistenten erhöhen die Sicherheit.

Kaum Durchkommen

Zugeparkte Straßen sind nicht nur für die Müllabfuhr ein Problem: blockieren Falschparker Einfahrten oder Straßenkreuzungen kommen auch Rettungsfahrzeuge von Feuerwehr oder Krankenwagen kaum mehr durch. Langes Rangieren zwischen geparkten Fahrzeugen kann wichtige Sekunden kosten und im Ernstfall lebensgefährlich werden.

Nicht nur bei waghalsigen Überholmanövern durch andere Verkehrsteilnehmer, auch beim täglichen Rangieren zwischen Fahrzeugen sind Assistenzsysteme unumgänglich. Nicht selten blockieren falsch parkende Pkw den Weg der Müllabfuhr. Dann ist Präzision gefragt, um sicher durchzukommen.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Um im Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein, müssen alle Verkehrsteilnehmer an einem Strang ziehen – gegenseitige Rücksichtnahme und Umsicht sind das A und O. Dazu gehört auch Respekt und Geduld gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, egal in welchem Fahrzeug sie unterwegs sind

Mehr zur Arbeit der Stadtwirtschaftsmitarbeiter lesen Sie in der Regionalbeilage für Hessen, Thüringen und Sachsen der aktuellen ADAC Motorwelt. Die Reportage gibt Einblicke in einen oft unterschätzten Beruf, der für eine saubere Stadt unerlässlich ist.