ÖPNV-Preise in Dresden und Leipzig über Bundesdurchschnitt

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Mobil in der Stadt
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In Deutschland sind in den letzten fünf Jahren die ÖPNV-Ticketpreise um rund 27 Prozent (und damit leicht über der kumulierten Inflation von 22 Prozent) gestiegen. In Leipzig hingegen haben sich die untersuchten ÖPNV-Preise im Vergleich zu 2021 im Schnitt um 28 Prozent erhöht, in Dresden gar um 37 Prozent. Allerdings ist hier darauf hinzuweisen, dass es in der Landeshauptstadt geringfügige Änderungen im Tarifsystem gab. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) hat zudem am 4. Dezember 2025 beschlossen, die Fahrpreise zum 1. April 2026 im gesamten Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) erneut zu erhöhen.

Mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fahren inzwischen fast wieder so viele Menschen wie vor Corona. Wer häufig pendelt, vielleicht sogar in verschiedenen Städten, für den ist die Wahl der Fahrkarte klar – das Deutschlandticket. Alle anderen müssen rechnen.

Welches Ticket ist das passende für die eigenen Bedürfnisse? Ab wann lohnt sich eine Zeitkarte?

Beim Einzelticket (bundesweiter Durchschnittspreis 3,68 €) liegt Dresden mit 3,40 € auf Platz 4 der in 2026 untersuchten 25 Großstädte, Leipzig findet sich mit 3,60 € auf Platz 9 wieder. Leistungsunterschiede: Einzeltickets haben in vielen Städten eine zeitlich begrenzte Gültigkeit. Diese liegt je nach Stadt meist zwischen 60 und 180 Minuten. In aller Regel sind Umstiege und Fahrtunterbrechungen erlaubt, aber Rund- und Rückfahrten nicht möglich. In manchen Städten gibt es weitere Leistungen, z.B. die kostenfreie Mitnahme von Kindern.

Beim Tagesticket (bundesweiter Durchschnittspreis 8,44 €) ergibt sich ein anderes Bild für Dresden und Leipzig. Hier finden sich Dresden mit 9 € auf Platz 16 und Leipzig mit 10,20 € auf Platz 22 wieder. Leistungsunterschiede: Tagestickets gelten ab dem Kauf bzw. der Entwertung in einigen Städten volle 24 Stunden (u.a. Leipzig), während die Gültigkeit andernorts bereits mit Betriebsschluss endet (u.a. Dresden), was weniger verbraucherfreundlich ist. In manchen Städten sind weitere Leistungen enthalten, z.B. die Übertragbarkeit auf andere Personen oder die Mitnahme von Erwachsenen, Kindern, Fahrrädern oder Hunden.

Das Wochenticket – vielerorts in Deutschland ein Auslaufmodell und nicht mehr im Angebot - (bundesweiter Durchschnittspreis 32,46 €) gibt es in Dresden für 29,90 € und in Leipzig für 37,30 €, damit landen die sächsischen Städte auf Platz 6 und 11. Leistungsunterschiede: Wochentickets enthalten in einigen Städten kostenfreie (oder für einen Aufpreis verfügbare) Leistungen, die das Deutschlandticket nicht bietet. Hierzu zählen z.B. die Übertragbarkeit auf andere Personen oder die Mitnahme von Erwachsenen, Kindern, Fahrrädern oder Hunden.

Monatstickets (bundesweiter Durchschnittspreis 103,33 €) sind durchweg teurer als das Deutschlandticket, punkten aber häufig durch weitere Leistungen. Hier liegt Dresden mit 86,90 € auf Platz 7, Leipzig ruft für das Monatsticket 109,90 € auf und landet auf Platz 15. Die Monatstickets in Leipzig und Dresden enthalten weitere Leistungen, so dass sie für einige Nutzer eine attraktive Konkurrenz zum Deutschlandticket sein können. Beispielsweise sind sie in der Standard-Version auf andere Personen übertragbar. In Dresden gibt es darüber hinaus attraktive Mitnahmeregelungen.

In den Preisvergleich wurden vier Ticketarten einbezogen:

Einzel-, Tages-, Wochen- und Monatstickets – jeweils für einen Erwachsenen und in der Standard-Version (d.h. keine Online-Tickets, keine Abos, etc.). Als Geltungsbereich wurde das (innere) Stadtgebiet gewählt – in Dresden die Tarifzone Dresden und in Leipzig 110 Zone.

Fazit für Verbraucher: Für ÖPNV-Pendler und regelmäßige Nutzer ist das Deutschlandticket für monatlich 63 Euro aktuell ein preislich unschlagbares Angebot, das in der Regel günstiger ist als klassische ÖPNV-Tickets. Für Gelegenheitsnutzer kommt es stark auf die Art der Nutzung an:
Wer in erster Linie ein ÖPNV-Ticket (ggf. in mehr als einem Stadtgebiet) für sich allein benötigt, kann schon ab 1-2 Tagen ÖPNV-Nutzung pro Woche über ein Deutschlandticket nachdenken.

Wer sein ÖPNV-Ticket auf andere übertragen oder Erwachsene, Kinder, Fahrräder oder Hunde mitnehmen will, fährt mit klassischen ÖPNV-Tickets meist besser, weil derartige Leistungen häufig inbegriffen oder für einen Aufpreis zu haben sind – Nutzer sollten dies unbedingt prüfen.