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Mautbox richtig anbringen

Eine ADAC Mautbox in der Farbe weiß, welche im Auto an der Windschutzscheibe angebracht ist.
Eine Mautbox funktioniert nur zuverlässig, wenn sie richtig im Fahrzeug angebracht ist. Sitzt sie ungünstig an der Windschutzscheibe, kann das Signal gestört werden und die Mautstation erkennt die Box nicht oder erst verspätet. Besonders kritisch sind beschichtete oder metallbedampfte Scheiben, verbaute Sensorbereiche und größere Fahrzeugaufbauten wie ein Alkoven.
  • Die Mautbox gehört fest an die Innenseite der Windschutzscheibe.
  • Bei beschichteten Scheiben zählt das vorgesehene Kommunikationsfenster.
  • Alkoven und größere Fahrzeuge können eine abweichende Position erfordern.
Wer vor der Fahrt weiß, wo die Mautbox hingehört, vermeidet typische Empfangsprobleme und kommt entspannter durch die Mautspur.

Warum die richtige Position der Mautbox so wichtig ist

Eine Mautbox kommuniziert mit den Anlagen an der Mautstation per Funk. Sie braucht dafür keinen direkten optischen Sichtkontakt wie eine Kamera, muss aber so sitzen, dass das Funksignal zuverlässig übertragen werden kann. Sitzt sie ungünstig, kann das Signal gestört oder abgeschirmt werden. Dann erkennt die Mautstation das Gerät verspätet oder gar nicht.

Metallisierte Beschichtungen oder Heizdrähte in der Windschutzscheibe können den Funkkontakt stören oder verhindern. Deshalb ist die korrekte Positionierung besonders wichtig, wenn das Fahrzeug eine beschichtete, beheizbare oder metallbedampfte Frontscheibe hat.

Praktisch bedeutet das: Die Box sollte fest in ihrer Haltung sitzen, innen an der Windschutzscheibe angebracht sein und nicht durch die Spiegelgehäuse, Verkleidungen, Scheibenwischerbereiche oder andere Hindernisse abgeschirmt werden.

Wo die Mautbox richtig sitzt

Bei den meisten Fahrzeugen wird die Mautbox innen an der Windschutzscheibe befestigt. Entscheidend ist zunächst, ob es sich um die ADAC Mautbox für Pkw und leichtere Wohnmobile bis 3 Meter Höhe beziehungsweise 3,5 Tonnen handelt oder um die Camper Mautbox für Wohnmobile über 3,5 Tonnen. Davon hängen Position, Sicherheitsabstände und mögliche Anforderungen an die Stromversorgung ab.

Mautbox-TypFahrzeugRichtige PositionBesonderheiten
ADAC Mautbox bis 3m / 3,5 tPkw, kleinere Wohnmobile, viele Camper unterhalb der Gewichts- und HöhengrenzeIm gepunkteten, schraffierten oder farblich markierten Bereich der Windschutzscheibe, meist rund um den RückspiegelBei beschichteten Scheiben ausschließlich in der unbeschichteten Aussparung montieren
ADAC Mautbox bis 3m / 3,5 tWohnmobile mit überstehenden AlkovenHäufig mittig an der Windschutzscheibe und etwa 15 Zentimeter über das AmaturenbrettNicht automatisch so hoch wie beim Pkw montieren, weil der Alkoven das Signal abschirmen kann
Camper Mautbox für Wohnmobile > 3,5 tSchwere Wohnmobile über 3,5 TonnenInnen an der Windschutzscheibe, gut sichtbar von außen und frei von VerdeckungenNicht im Bereich von Scheibenwischern, Verkleidungen, Airbag-Abdeckungen, beweglichen Teilen oder Warmluftauslässen montieren
Camper Mautbox bei metallisierter WindschutzscheibeWohnmobile über 3,5 Tonnen mit metallisierter ScheibeIm nichtmetallisierten Bereich der WindschutzscheibeBeschichtungen können GPS-, GPRS- oder Funkverbindungen beeinträchtigen

Bei der ADAC Mautbox für Pkw und Wohnmobile (bis 3 Meter Höhe bzw. bis 3,5 t) ist die Position vergleichsweise klar vorgegeben: Sie gehört in den unbeschichteten Bereich der Windschutzscheibe, meist in das gepunktete, schraffierte oder farblich markierte Feld rund um den Rückspiegel. Bei beschichteten Windschutzscheiben darf sie nicht einfach an eine beliebige Stelle geklebt werden, sondern muss in die dafür vorgesehene Aussparung.

Bei der Camper Mautbox ist die Positionierung etwas anders zu bewerten. Sie muss zwar ebenfalls innen an der Windschutzscheibe sitzen, ist aber nicht so stark auf den Rückspiegelbereich festgelegt. Entscheidend ist hier, dass sie die Sicht des Fahrers nicht einschränkt, von außen sichtbar bleibt und nicht durch ausgeschaltete Scheibenwischer, Verkleidungen oder andere Bauteile verdeckt wird. Außerdem darf sie nicht in der Nähe beweglicher Teiler oder Airbag-Abdeckungen angebracht werden und keine Warmluftauslässe beeinträchtigen.

Mautbox Schritt für Schritt montieren

Pkw Mautbox bis 3,5 Tonnen bzw. 3 Meter Höhe

  1. Halterung an der Rückseite der Mautbox anbringen.

  2. Unbeschichtete Fläche an der Windschutzscheibe suchen.

  3. Bei beschichteter Scheibe das Fahrzeughandbuch prüfen.

  4. Vorgesehene Stelle gründlich reinigen.

  5. Schutzfolie vom Klebestreifen entfernen.

  6. Mautbox innerhalb der unbeschichteten Fläche befestigen.

  7. Prüfen, ob die Box fest sitzt und die Sicht nicht stört.

Diese Mautbox kommuniziert per Funk und benötigt keinen optischen Sichtkontakt zur Mautstation. Trotzdem darf sie nicht hinter metallisierten Beschichtungen oder Heizdrähten sitzen, weil diese den Funkkontakt stören oder verhindern können.

Camper Mautbox für Wohnmobile über 3,5 Tonnen

  1. Geeignete Stelle innen an der Windschutzscheibe bestimmen.

  2. Prüfen, ob die Sicht des Fahrers frei bleibt.

  3. Sicherstellen, dass die Box von außen sichtbar ist.

  4. Abstand zu Scheibenwischern, Verkleidungen, beweglichen Teilen und Airbag-Abdeckungen halten.

  5. Warmluftauslässe frei lassen.

  6. Bei metallisierter Scheibe einen nichtmetallisierten Bereich wählen.

  7. Scheibe reinigen und trocknen lassen.

  8. Halterung korrekt ausrichten und fest andrücken.

  9. OBU in die Halterung einrasten lassen.

  10. Prüfen, ob sie sich nicht in der Halterung bewegen lässt.

  11. Stromversorgung sicher verlegen, falls erforderlich.

Bei dieser Camper-Mautbox können Beschichtungen der Windschutzscheibe nicht nur den Funkkontakt, sondern auch die Verbindung zu GPS- oder GPRS-Systemen beeinträchtigen. Außerdem spielt die Stromversorgung eine zusätzliche Rolle. Kabel müssen so verlegt sein, dass sie sich während der Fahrt nicht lösen und den Betrieb des Fahrzeugs nicht beeinträchtigen.

Die wichtigsten Unterschiede bei der Montage

Nicht jede Mautbox stellt dieselben Anforderungen an die Positionierung. Besonders deutlich wird das beim Vergleich zwischen einer Mautbox für Pkw und leichtere Wohnmobile und einer Camper Mautbox für schwere Wohnmobile.

PunktMautbox bis 3 Meter / 3,5 TonnenCamper Mautbox über 3,5 Tonnen
StandardpositionGepunkteter, schraffierter oder farblich markierter Bereich rund um den RückspiegelInnen an der Windschutzscheibe, gut sichtbar und frei von Verdeckungen
Beschichtete ScheibeAusschließlich in der unbeschichteten Aussparung montierenNichtmetallisierten Bereich nutzen
SignalKommunikation per Funk, kein optischer Sichtkontakt zur Mautstation nötigNeben Funk können auch GPS- oder GPRS-Verbindungen betroffen sein
AlkovenHäufig tiefere Position mittig an der Scheibe, etwa 15 Zentimeter über dem Armaturenbrett Ebenfalls so platzieren, dass der Aufbau das Signal möglichst nicht abschirmt
StromversorgungKein zusätzlicher Anschluss im Fahrzeug nötigJe nach Einbau flexible oder feste Stromversorgung beachten
KabelKein Thema bei der normalen KlebemontageKabel so verlegen, dass sie sich nicht lösen und den Fahrzeugbetrieb nicht stören
Zusätzliche SicherheitsabständeSichtfeld und Fahrzeugtechnik beachtenZusätzlich Abstand zu beweglichen Teilen, Airbag-Abdeckungen und Warmluftauslässen beachten

Bei metallbedampften Scheiben zählt das Kommunikationsfenster

Bei beschichteten, metallbedampften, athermischen oder beheizbaren Windschutzscheiben sollte die Mautbox im dafür vorgesehenen Kommunikationsfenster sitzen. Dieser Bereich liegt häufig rund um den Innenspiegel und ist oft an einem Punktraster, einer Schraffur oder einer Markierung erkennbar. Ist die Stelle nicht eindeutig sichtbar, helfen Hinweise im Fahrzeughandbuch. Suchen Sie dort zum Beispiel nach Begriffen wie Mautgerät, Telemaut, Transponder, Kommunikationsfenster, Sendefenster, Wärmeschutzverglasung, beheizbare Frontscheibe oder metallisierte Windschutzscheibe.

Für die ADAC Mautbox gilt: Bei beschichteten Scheiben muss sie in der unbeschichteten Aussparung angebracht werden. Eine Montage außerhalb dieses Bereichs kann dazu führen, dass der Funkkontakt zur Mautanlage gestört oder verhindert wird.

Für die Camper Mautbox gilt ebenfalls: Bei metallisierten Windschutzscheiben ist ein nichtmetallisierter Bereich zu verwenden. Bei dieser Box ist der Punkt besonders wichtig, weil eine Beschichtung auch GPS- oder PGRS-Verbindungen beeinträchtigen kann.

Kameras und Sensoren dürfen nicht verdeckt werden

Video Rückspiegel Polestar4

Moderne Fahrzeuge haben hinter dem Innenspiegel oft Kameras und Sensoren für Assistenzsysteme. Genau dort befindet sich aber häufig auch der Bereich, in dem eine Mautbox am besten erkannt wird. Deshalb kommt es auf eine saubere Positionierung an: Die Box sollte möglichst nah am vorgesehenen Bereich sitzen, aber keine Kameras, Sensoren oder Sichtfelder verdecken.

Auch die Sicht des Fahrers darf durch die Mautbox nicht eingeschränkt werden. Wenn der Bereich hinter dem Spiegel bereits stark verbaut ist, kann eine Positionierung leicht rechts oder links davon sinnvoll sein. Bei beschichteten Scheiben bleibt aber wichtig, dass die Box weiterhin im unbeschichteten oder dafür vorgesehenen Bereich sitzt.

Bei größeren Camper Mautboxen kommt hinzu, dass die Position nicht in der Nähe beweglicher Fahrzeugteile liegen sollte. Auch Airbar-Abdeckungen, Warmluftauslässe und Bedienelemente müssen frei bleiben. Gerade bei neueren Fahrzeugen sollte man deshalb vor dem Aufkleben prüfen, ob die Mautbox die Sicht, die Kameraeinheit oder andere Assistenzsysteme beeinträchtigen könnte. Einmal fest verklebt, lässt sich der Halter meist nur mit Aufwand wieder sauber versetzen.

Diese Fehler führen häufig zu Problemen

Viele Erkennungsprobleme entstehen nicht durch die Mautbox selbst, sondern durch eine ungünstige Montage. Die häufigsten Fehler lassen sich jedoch leicht vermeiden.

FehlerBetrifft vor allemWarum problematischBesser so
Montage außerhalb der unbeschichteten AussparungMautbox bis 3 Meter / 3,5 TonnenFunkkontakt kann gestört oder verhindert werdenGepunktete, schraffierte oder farblich markierte Fläche nutzen
Montage hinter metallisierter ScheibeBeide Mautbox-TypenSignal kann abgeschirmt werdenNichtmetallisierten Bereich verwenden
Heizdrähte im MontagebereichVor allem Mautbox bis 3 Meter / 3,5 TonnenHeizdrähte können den Funkkontakt störenFahrzeughandbuch prüfen
Box durch Scheibenwischer verdecktVor allem Camper-Mautbox über 3,5 TonnenBox ist von außen schlechter erkennbarPosition außerhalb des Wischerbereichs wählen
Montage nahe Airbag-AbdeckungVor allem Camper Mautbox über 3,5 TonnenSicherheitsbereich kann beeinträchtigt werdenAbstand zu Airbag-Abdeckungen halten
Warmluftauslass verdecktVor allem Camper-Mautbox über 3,5 TonnenLuftführung wird beeinträchtigtLüftungsbereiche frei lassen
Kabel lose verlegtCamper Mautbox über 3,5 TonnenKabel können stören oder sich lösenStromversorgung sicher verlegen
Halter wird auf verschmutzte Scheibe geklebtBeide Mautbox-TypenDie Halterung kann sich lösenScheibe vorher reinigen und trocknen lassen
Klebepads werden auf kalter Scheibe angebrachtBeide Mautbox-TypenDie Haftkraft kann schlechter seinMöglichst auf ausreichende Temperatur achten
Box liegt lose im FahrzeugBeide Mautbox-TypenPosition ist unzuverlässigBox fest an der Windschutzscheibe montieren

Sonderfall Alkoven und größere Fahrzeuge

Bei Transportern, Wohnmobilen und besonders bei Alkoven-Fahrzeugen kann die Standardposition oben an der Scheibe nicht immer ideal sein. Der Grund ist die Bauform: Beim Alkoven ragt der Aufbau über die Frontscheibe hinaus. Dadurch kann eine sehr hoch montierte Mautbox ungünstig liegen, weil der Aufbau die Kommunikation mit der Mautanlage beeinflussen kann.

Für Mautboxen, die auch für Wohnmobile bis 3 Meter Höhe beziehungsweise 3,5 Tonnen vorgesehen sind, wird bei Alkoven-Fahrzeugen häufig eine tiefere Position empfohlen. Statt direkt im Bereich des Rückspiegels kann die Box dann mittig an der Windschutzscheibe und ungefähr 15 Zentimeter über dem Armaturenbrett sinnvoller sitzen. So wird vermieden, dass der überstehende Aufbau das Signal ungünstig abschirmt.

Bei Camper-Mautboxen für Wohnmobile über 3,5 Tonnen ist der Alkoven ebenfalls ein wichtiger Sonderfall. Auch hier gilt: Die Box muss von außen erkennbar sein, darf nicht verdeckt werden und sollte so platziert werden, dass der Aufbau die Kommunikation mit der Mautanlage möglichst wenig beeinträchtigt.

Der Alkoven ist damit kein eigener Hauptfall, aber ein wichtiger Sonderfall. Wer ein solches Fahrzeug fährt, sollte die Montageempfehlung der jeweiligen Mautbox beachten und die Box nicht automatisch so hoch wie bei einem normalen Pkw platzieren.

Vor der ersten Mautstation kurz prüfen

Für Mautboxen bis 3 Meter / 3,5 Tonnen

  • Sitzt die Box in der unbeschichteten Aussparung?

  • Ist die Fläche gepunktet, schraffiert oder farblich markiert?

  • Wurde die Scheibe vorher gereinigt?

  • Ist die Halterung fest angeklebt?

  • Stören metallisierte Beschichtungen oder Heizdrähte den Montagebereich?

  • Sitzt die Box fest und nicht lose auf dem Armaturenbrett?

  • Ist eine Zahlungsalternative griffbereit?

Zusätzlich bei Camper Mautboxen über 3,5 Tonnen

  • Ist die Box von außen sichtbar?

  • Bleibt die Sicht des Fahrers sichtbar?

  • Wird sie nicht durch ausgeschaltete Scheibenwischer verdeckt?

  • Hat sie Abstand zu beweglichen Teilen und Airbag-Abdeckungen?

  • Bleiben Warmluftauslässe frei?

  • Sitzt sie bei metallisierter Scheibe im nichtmetallisierten Bereich?

  • Ist die Stromversorgung sicher angeschlossen?

  • Sind Kabel so verlegt, dass sie sich nicht lösen oder stören?

  • Ist der Batteriestand ausreichend, falls die Box zeitweise im Batteriebetrieb läuft?

Bei beschichteten oder metallbedampften Scheiben sollte zusätzlich geprüft werden, ob die Mautbox wirklich im Kommunikationsfenster sitzt. Dieses ist je nach Fahrzeug oft rund um den Innenspiegel erkennbar, kann aber auch an anderer Stelle der Frontscheibe liegen. Ein Blick ins Fahrzeughandbuch hilft, wenn der Bereich nicht eindeutig markiert ist.

Bei Camper Mautboxen mit eigener Stromversorgung sollte außerdem auf dem Ladezustand geachtet werden. Im Batteriebetrieb kann die Laufzeit begrenzt sein. Wird die Stromversorgung getrennt, geben manche Geräte einen Warnton aus. Deshalb sollte vor und während der Fahrt geprüft werden, ob die Box ausreichend versorgt ist.

An der ersten Mautstation sollte man trotz Mautbox aufmerksam bleiben. Langsam die passende Spur einfahren, Abstand halten und auf das Signal der Box oder die Anzeige an der Spur achten. Für den Fall, dass die Erkennung nicht sofort funktioniert, ist eine Zahlungsalternative sinnvoll.