ADAC Studie zum Autokauf: Leasing von Elektroautos bleibt im Trend

Symbol für Ladestation von Elektroautos auf dem Asphalt
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Die Elektromobilität ist dabei, sich unter den Autokäufern als Basistechnologie zu etablieren. Dies zeigt die aktuelle Studie* der ADAC SE bei der im März 2023 mehr als 3000 Personen zu Besitz, Beschaffung und Finanzierung von privat genutzten Elektroautos befragt wurden. Besonders beliebt: Elektroautos und Leasing.

Elektroauto und Leasing weiterhin beliebte Kombination

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Leasing als Finanzierungsform ist bei E-Autos beliebter als bei Verbrennern oder Hybriden. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Neuauflage der ADAC Studie von 2022: Leasing liegt laut Umfrage im heutigen Bestand der privaten Stromer bei 28 Prozent (Vorjahr 23 Prozent) während der Leasing-Anteil bei Verbrenner-Fahrzeugen auf 5 Prozent bleibt.

Die Kombination von Leasing und Elektroautos bleibt hoch im Kurs. Unsere Absatzzahlen bestätigen dies. Bereits jeder dritte bei uns abgeschlossene Leasingvertrag läuft auf ein Elektrofahrzeug.

Die Kombination von Leasing und Elektroautos bleibt hoch im Kurs. Unsere Absatzzahlen bestätigen dies. Bereits jeder dritte bei uns abgeschlossene Leasingvertrag läuft auf ein Elektrofahrzeug.

Markus Groiß, Geschäftsführer der ADAC Fahrzeugwelt©ADAC SE/Stefanie Aumiller

Betrachtet man hingegen die Anschaffungsplanungen in den nächsten drei Jahren, sieht man, dass bei privaten Elektroautos 2023 gegenüber dem Vorjahr der Leasinganteil in den Planungen auf 17 Prozent zurückgeht (Vorjahr 22 Prozent).

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„Offenbar kehrt an dieser Stelle mehr Sicherheit in den Markt ein. Viele, die ihr Elektroauto zunächst geleast hatten, wollen den nächsten Stromer nun auch besitzen“, so Groiß. „Gleichzeitig bleibt bei Elektro-Neulingen die Möglichkeit des Modellwechsels nach zwei bis drei Jahren ein wichtiges Motiv für Leasing.“

ADAC Studie belegt Wunsch nach Elektroantrieb und Reichweite

Unter denjenigen, die in den nächsten drei Jahren die Anschaffung eines Privatwagens planen, will sich etwa jeder Zweite ein Hybrid- oder Elektroauto zulegen. Zwar nahm der Anteil der Befragten, die in den nächsten drei Jahren einen Pkw kaufen möchten, geringfügig ab, allerdings planen viele der Autokäufer, ein vollelektrisches Auto (22 Prozent) oder einen Hybrid-Pkw (26 Prozent) anzuschaffen.

Laut Studie beträgt der durchschnittliche Reichweitenwunsch derjenigen, die sich ein E-Auto anschaffen wollen, 440 Kilometer bei vollgeladener Batterie. Noch vor wenigen Jahren hatten Elektroautos vor allem den Ruf, Stadtmobile zu sein, denen Langstreckenqualitäten fehlen. Inzwischen hat sich das geändert. Das Angebot an reichweitenstarken Fahrzeugen ist gewachsen, Schnellladesäulen an den Autobahnen verkürzen die Ladezeiten. Die Experten des ADAC empfehlen Langstreckenfahrern, ein E-Auto zu wählen, dass eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern bietet.

Loyalität zur Elektromobilität bleibt hoch

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Bezeichnend für den Zuwachs unter den Stromern: Vor allem Autofahrer, die bereits ein Elektroauto haben, bleiben den Stromern treu: 82 Prozent der bisherigen Elektro-Fahrer wollen wieder ein E-Auto wählen, etwa 10 Prozent planen, vom Stromer zu Verbrenner-Fahrzeugen zurückzukehren, der Rest möchte zu Hybrid-Modellen wechseln.

„Das Interesse an Elektromobilität bleibt erhalten“, so Groiß. „Die Loyalität ist insbesondere bei denjenigen hoch, die bereits heute ein Elektroauto fahren.“

Elektromobilität – mehr System als Fahrzeug

Ein entscheidender Unterschied fällt beim geplanten Kauf von Elektroautos ins Auge: „Das E-Auto ist kein singuläres Produkt wie etwa ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Im Grunde wird die Beschaffung von Elektrofahrzeugen immer im Zusammenhang mit der notwendigen Lade- und Strominfrastruktur geplant“, so Sascha Coccorullo, Leiter Strategie, New Business und Research der ADAC SE.

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Relevant, so die ADAC Studie, sind dabei neben dem persönlichen Mobilitätsverhalten vor allem die individuellen Möglichkeiten zum Laden des Fahrzeugs: Bei denjenigen Personen, die in den nächsten drei Jahren privat die Anschaffung eines Stromers planen, verfügen 32 Prozent über eine heimische Ladeoption. 48 Prozent haben zwar noch keine Wallbox zuhause, es besteht allerdings eine Installationsmöglichkeit.

Jeder Zweite, der plant, sich ein E-Auto anzuschaffen, hat also bisher noch keine Wallbox zuhause, obwohl er einen geeigneten Stellplatz hierfür hätte“, so Coccorullo zu den Geschäftsmöglichkeiten. „Außerdem gehen auch E-Mobilität und Photovoltaik Hand in Hand: jeder Dritte, der plant, sich ein E-Auto anzuschaffen, möchte zusätzlich eine PV-Anlage installieren.

Das Bewusstsein, dass ein E-Auto, eine emissionsfreie Stromerzeugung und eine wirtschaftliche Ladetechnik zusammengehören, ist bei den Befragten vorhanden. Vor allem für diejenigen, die Möglichkeiten für die Installation einer Solaranlage und einer Wallbox haben, macht der Kauf eines Elektrofahrzeugs wirtschaftlich Sinn.

Das Bewusstsein, dass ein E-Auto, eine emissionsfreie Stromerzeugung und eine wirtschaftliche Ladetechnik zusammengehören, ist bei den Befragten vorhanden. Vor allem für diejenigen, die Möglichkeiten für die Installation einer Solaranlage und einer Wallbox haben, macht der Kauf eines Elektrofahrzeugs wirtschaftlich Sinn.

Sascha Coccorullo, Leiter Strategie, New Business und Research der ADAC SE©ADAC SE/Stefanie Aumiller

*Die Online-Umfrage zu ‚Besitz, Anschaffungsplanung und Finanzierungsform von rein privat genutzten Elektroautos‘ wurde im Auftrag der ADAC SE vom 1. bis 13.3.2023 durchgeführt. Befragt wurden 3.168 repräsentativ eingeladene Personen ab 18 Jahren, in deren Haushalt mindestens ein Pkw vorhanden und/oder die Anschaffung eines Pkw in den nächsten drei Jahren geplant ist.