Die Top Ten Ausreden der Mautsünder in Österreich 2022

"Der Hund hat die Vignette gefressen", das glaubt kein Kontrolleur.
"Der Hund hat die Vignette gefressen", das glaubt kein Kontrolleur.© ADAC SE

68 Prozent der Deutschen sind laut ADAC Tourismusstudie 2022 in den Urlaub gefahren. Damit die wiedergewonnene Reiselust kein böses finanzielles Nachspiel hat, sollte man nicht vergessen, eine gültige Vignette zu besorgen – denn Mautsünder haben, besonders in Österreich, keine Chance.

  • Vignette rechtzeitig kaufen

  • 2022: 82.400 Mautsünder mit deutschem Kennzeichen erwischt

  • Mautfreie Streckenabschnitte nach den Grenzübertritten

Mehr als 260.000 Mautsünder 2022 erwischt

Wer ohne Vignette erwischt wird, braucht nicht lange nach Ausreden zu suchen. In Österreich entlocken selbst „kreative“ Entlastungsversuche wie „Mein Hund hat das Pickerl gefressen“ oder „Die Vignette war als Geschenk auf eine Weinflasche geklebt“ den Kontrolleuren nicht mal mehr ein müdes Lächeln.

2022 wurden rund 264.200 Vignettensünder erwischt – 80.100 Delikte mehr als im Vorjahr. Die Reisefrequenz ist angestiegen und somit auch die Anzahl der Mautsünder. Von den insgesamt 264.200 Fahrzeugen kamen ca. 32 Prozent, also rund 82.400, aus Deutschland. Im Jahr 2021 waren es 27 Prozent.

Die Strafen sind happig, es wird eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro für mehrspurige Fahrzeuge, für einspurige 65 Euro fällig. Wird die Ersatzmaut nicht bezahlt, wird eine Anzeige bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde aufgegeben. Im Verwaltungsstrafverfahren kann der Strafrahmen bis zu 3000 Euro betragen.

Die beliebtesten Ausreden der Mautsünder

  1. Ich habe nichts von der Vignettenpflicht in Österreich gewusst.

  2. Ich habe nicht gewusst, wo man sich eine Vignette kaufen kann.

  3. Das Navi hat mich auf die Autobahn gelotst.

  4. Es ist umständlich, eine 10-Tages-Vignette von der Windschutzscheibe abzulösen.

  5. Ich muss schnell ins Krankenhaus.

  6. Ich habe keine Vertriebsstelle gefunden.

  7. Ich habe keine Vignette an der Vertriebsstelle erhalten.

  8. Ich habe die Vignettenpflicht-Schilder nicht gesehen.

  9. Das ist nicht mein Auto.

  10. Ich habe ja eh die Sondermautstrecke bezahlt.

Autofahrer sollten also unbedingt eine Vignette erwerben. Wer häufiger nach Österreich reist, kauft in der Regel eine Jahresvignette. Diese lohnt sich für Vielfahrer erst ab August nicht mehr. Die Zeit von August bis Ende November können diese mit zwei Zwei-Monats-Vignetten überbrücken. Ab dem Dezember ist die Vignette des Folgejahres dann bereits wieder gültig.

Eine Ausrede zur Digitalen Vignette – „Ich habe mich bei der Eingabe ja nur um eine Ziffer geirrt“ – ist ebenfalls sehr beliebt. Bei der digitalen Alternative zum klassischen „Klebe-Pickerl“ ist wichtig zu wissen, dass sie erst ab dem 18. Tag nach dem Online-Kauf gültig ist. Wer nicht „kleben“ und trotzdem nicht 18 Tage warten will, kann die digitale Vignette auch bei einer ADAC Geschäftsstelle erwerben – denn nur beim Direktkauf entfällt die gesetzliche Sperrfrist, und die Vignette ist sofort gültig.

Vignetten-Preise 2022: Österreich, Schweiz und Slowenien

In Österreich kostet die Pkw-Jahresvignette 2023 96,40 Euro, für zwei Monate 29 Euro und das 10-Tage-Pickerl 9,90 Euro. Motorradfahrer bezahlen für die Jahresvignette 38,20 Euro, für zwei Monate 14,50 Euro und für zehn Tage 5,80 Euro.

Die österreichischen Vignettenpreise wurden somit für 2023 deutlicher als bisher üblich angehoben. Der neue Pkw-Jahresvignette kostet 2,60 Euro mehr, für zwei Monate plus 80 Cent und das 10-Tages-Pickerl + 30 Cent. Motorradfahrer müssen für die Jahresvignette 1 Euro, für die Zwei-Monats-Vignette 40 Cent und die 10-Tages-Vignette 20 Cent mehr bezahlen. Alle Erhöhungen fallen damit für das kommende Jahr um 100 Prozent höher aus als noch im Vorjahr (2021 zu 2022).

Für die Schweiz kostet die Jahresvignette nach wie vor 40 Franken. Auf Basis des Wechselkurses sind dies 42 Euro. In Slowenien liegt der Preis für die Pkw-Jahresvignette bei 117,50 Euro, für die Monatsvignette bei 32 Euro und für die 7-Tages-Vignette bei 16 Euro. Für Motorräder kostet die Jahresvignette 58,70 Euro, die 6-Monats-Vignette 32 Euro und die 7-Tages-Vignette 8 Euro.

Vorsicht: Unseriöse Online-Anbieter rufen teilweise mehr als das Doppelte auf! Auf manchen Webseiten wird eine vermeintliche "Schweizer E-Vignette" angeboten. Dabei handelt es sich um kriminelle Phishing Aktivitäten. Diese Vignette bitte nicht kaufen. Die "Schweizer E-Vignette" steht noch nicht zum Verkauf. Sie soll erst im Laufe des Jahres 2023 eingeführt werden.

Österreich: So ist die Digitale Vignette sofort gültig

Bei der digitalen Alternative zum klassischen „Klebe-Pickerl“ ist wichtig zu wissen, dass sie erst ab dem 18. Tag nach dem Online-Kauf gültig ist. Sie ist also nichts für Kurzentschlossene. Der Grund: Kunden haben in Europa bei jeder Online-Bestellung das Recht, innerhalb von zwei Wochen vom Kauf zurückzutreten. Dazu wird mit drei Tagen Postlaufzeit gerechnet. Daher ist die digitale Vignette erst ab dem achtzehnten Tag nach dem Kauf gültig.

Wer nicht „kleben“ und trotzdem nicht 18 Tage warten will, kann die digitale Vignette für Österreich mit sofortiger Gültigkeit im ADAC Mautportal online am Handy oder via PC (10-Tages-Vignette) oder auch persönlich bei einer ADAC Geschäftsstelle kaufen – dort entfällt beim Direkterwerb die gesetzliche Sperrfrist.

Streckenabschnitte ohne Maut in Österreich

Wichtige Info für Österreich-Urlauber: Seit Dezember 2019 sind in unserem Nachbarland vier Autobahnabschnitte mautfrei. Besonders die Mautpflicht für den kurzen Autobahnabschnitt von der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Kufstein-Süd war immer sehr umstritten.

Hier muss man keine Vignette kaufen:

  • A1 Westautobahn (Grenzübergang Walserberg bis Salzburg-Nord), Land Salzburg

  • A12 Inntalautobahn (Grenzübergang Kiefersfelden bis Kufstein-Süd), Tirol

  • A14 (Grenzübergang Hörbranz bis Hohenems), Vorarlberg. Vignettenfreiheit besteht ab bzw. bis Anschlussstelle 23 Hohenems Diepoldsau.