Urlaub mit dem Wohnmobil: 10 Tipps zur Miete, Kosten und Reiseplanung

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Campingurlaub mit den Wohnmobil ist angesagter denn je. Um für die Hauptsaison noch ein Wohnmobil zur Miete zu ergattern, muss man jetzt richtig Glück haben und auch bei den Standplätzen wird es schon eng. Besonders gefragt sind Deutschland (Ostsee, Nordsee, Bodensee, Alpen), Italien (Gardasee, Adriaküste), Kroatien (Istrien, Dalmatinische Küste) und Südfrankreich).

  • Wohnmobile und Campingplätze vorab online buchen

  • Probleme bei den Lieferketten

  • Auf die Nebensaison ausweichen

Chipmangel, unterbrochene Lieferketten, fehlende Komponenten: Davon ist auch die Wohnmobilbranche betroffen. Die Folge: Es werden weniger Wohnmobile produziert, was zu einer deutlichen Verknappung bei den Miet-Wohnmobilen führt. Wer Kaufen möchte und jetzt bestellt, muss sich bis zur Auslieferung wahrscheinlich bis zum nächsten Jahr gedulden.

Auch die Preise bei der Wohnmobil-Miete sind aufgrund der Verknappung angestiegen - in der Hauptsaison um zehn bis fünfzehn Prozent. Wer kann, sollte also auf die Nebensaison ausweichen - auch eine gute Zeit, um erst einmal testen, ob einem diese Art des Reisens liegt. Die ADAC Autovermietung hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt:

Tipp 1: Vor dem Urlaub kommt die Einweisung

Für die Übergabe des Wohnmobils muss genügend Zeit eingeplant werden. Es dauert zwischen 30 Minuten und einer Stunde, bis sich der Mieter zum Beispiel mit Gas, Toilette oder Markise vertraut gemacht hat. Ein penibler Rundgang um das Fahrzeug, um vorhandene Schäden zu protokollieren und bestätigen zu lassen, ist laut ADAC Wohnmobilvermietung Pflicht – dabei auf keinen Fall das Dach vergessen.

Bei der Fahrzeugübergabe wird auch erklärt, wie die Versorgung des Frischwassertanks auf den Camping- und Stellplätzen funktioniert und wo und wie das Ab- bzw. Schmutzwasser aus dem Tank entsorgt wird. Außerdem wie Gas, Wasser und Strom im Wohnmobil für das Heizen, Kühlen und Kochen geschaltet und verwendet und wie Markise und Fahrradträger richtig bedient werden. Aufgrund der hohen, entspannten Sitzposition und den geraden Fahrzeugkanten sind Wohnmobile oftmals leichter zu fahren als moderne Autos.

An den meisten Stationen kann das eigene Auto für die Dauer der Wohnmobilanmietung entweder kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr abgestellt werden.

Tipp 2: Zeit für die Reise einplanen

Im Wohnmobil gilt außerdem der Grundsatz „Reisen statt rasen“. Eine Reisegeschwindigkeit zwischen 90 und 110 km/h schont Nerven und – dank des geringeren Verbrauchs – auch den Geldbeutel. Im Durchschnitt verbrauchen Wohnmobile 9 bis 14 Liter Diesel pro 100 Kilometer.

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Tipp 3: Wohnmobil richtig packen

Auch das Packen für den Urlaub mit dem Wohnmobil will geplant sein, denn auch Decken und Bettzeug, Campingstühle und Tisch, Fahrräder sowie Geschirr und Kochutensilien können von Zuhause mitgenommen werden.

Leichtes Gepäck wie Kleidung kann problemlos oben in den Hängeschränken verstaut werden. Schwere Ladung wie Getränke, Konserven und Tetrapaks dagegen immer unten und am besten zwischen den Achsen lagern, damit beim Fahrzeug der Schwerpunkt stimmt. Das Gewicht der Zuladung summiert sich sehr schnell. Das maximale Gesamtgewicht, das in der Zulassungsbestätigung Teil 2 aufgeführt ist, darf nicht überschritten werden.

Tipp 4: Frühbucher haben die Auswahl

Wer in den Sommerferien fahren will und auf ein bestimmtes Modell festgelegt ist, muss frühzeitig buchen – am besten sechs Monate, bevor der Urlaub beginnt. Bei der ADAC Wohnmobilvermietung gibt es die Möglichkeit, die aktuelle Verfügbarkeit online in Echtzeit abzurufen. Wer bereits zwischen Ende August und Ende Dezember für das kommende Jahr bucht, kann mit Frühbucherrabatten rechnen.

In der Regel sind Wohnmobile für Zeiträume von mindestens einer Woche mietbar. In der Nebensaison ist unter Umständen eine kürzere Mietdauer möglich. Ab drei Wochen gibt es oft Rabatte für Langzeitmieten.

In der Hauptsaison ist es auf Camping- und Stellplätzen meistens voll – deshalb ebenfalls unbedingt reservieren. Das ADAC Campingportal PiNCAMP, der ADAC Camping- und Stellplatzführer in Buchform oder als Smartphone-/Tablet-App verschaffen einen Überblick über empfehlenswerte Plätze im Zielgebiet.

Sparen mit der Camping Key Europe

Selbst in der Hochsaison können ADAC Mitglieder nun bereits seit 10 Jahren von der Rabattkarte Camping Key Europe - CKE auf vielen Camping- und Stellplätzen in ganz Europa profitieren. Und sind auf dem Campingplatzgelände zusätzlich abgesichert gegen Unfall- und Haftpflichtrisiken.

Über 1 Mio. Camper in Europa nutzen diese Vorteile der Camping Key Europe:

  • Bis zu 20 Prozent Preisnachlass bei rund 2500 Camping- und Stellplätzen sowie Mietunterkünften in ganz Europa – zum Teil auch in der Hochsaison. Die rabattgewährenden Campingplätze sind aufgeführt unter www.campingkeyeurope.com

  • Vielerorts wird die CKE an der Rezeption als Ausweisersatz akzeptiert. So bleiben Reisepass oder Personalausweis beim Camper und der Check-In geht schneller.

  • Das Versicherungspaket umfasst Unfall- und Haftpflichtversicherung, gültig auf Camping- und Stellplätzen für den Karteninhaber, seine begleitenden Familienmitglieder und mitreisende Minderjährige.

  • Die CKE bietet weitere Rabatte, z.B. 10 Prozent auf das gesamte Sortiment der renommierten Campingausrüster Campingaz und Coleman.

Die CKE kostet ermäßigt für ADAC Mitglieder 12 Euro für 12 Monate und ist erhältlich in allen ADAC Geschäftsstellen, telefonisch unter 0800 5 10 11 12 und online im ADAC Shop

Ansicht Camp Key Europe
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Tipp 5: Kosten im Blick haben

Neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung kann zwischen Vollkasko- und Teilkasko (meist mit Selbstbeteiligung ab 1.500 Euro) gewählt werden. Der Eigenanteil lässt sich mit einer Selbstbehaltversicherung auf 200 bis 250 Euro reduzieren. Für Reisen sind zudem immer ein Auslandskrankenschutz und eine Reiserücktrittskosten-Versicherung zu empfehlen.

Miet-Wohnmobile verfügen in der Regel nicht über Kindersitze. Diese am besten selbst mitbringen und vor Ort einbauen. Allerdings gehört eine Isofix-Verankerung bisher in Wohnmobilen nicht zur Standard-Ausstattung.

Bei der Planung der Reise sollten die Kosten für Tanken, die Maut oder auch Fähren mit einkalkuliert werden. Fährpreise richten sich unter anderem nach der Länge des Reisemobils. So kann teilweise in Skandinavien gespart werden, indem das Wohnmobil eine Länge von sechs Metern nicht überschreitet. Das Ausweichen auf touristisch zumeist attraktivere Nebenstraßen spart Nerven, Stauzeit und Mautkosten.

Bei der Auswahl der Route sollte man beachten, dass viele Serpentinen, schmale Tunnel und enge Gassen Anfänger vor große Herausforderungen stellen können.

Tipp 6: Die passende Fahrzeugauswahl für den Urlaub

Die Auswahl an Wohnmobilen ist groß und sie bietet für jeden Bedarf und Anspruch das Richtige. Für Anfänger eignen sich kompakte Wohnmobile wie die beliebten Kastenwagen, erhältlich ab rund 600 Euro pro Woche mit allen Versicherungen inklusive. Für diese Fahrzeuge ist die Führerscheinklasse B (bis 1999 Klasse 3) ausreichend.

Diese fünf gängigsten Fahrzeugtypen stehen im Fokus:

  • Zu zweit unterwegs, unkonventionelles Reisen im Blick, dabei wendig im Straßenverkehr auch durch kleine Dörfer und Altstädte, eignet sich der Campingbus.

  • Etwas länger und höher, aber immer noch kompakt, lässt sich ein Kastenwagen bequem steuern und rangieren, ist dabei aber mit Küchenzeile und großem Bett komfortabler ausgestattet.

  • Teilintegrierte Fahrzeuge haben bisweilen schon Schlafmöglichkeiten für bis zu vier Personen, sind zwischen 6 und 7 m lang und geben ein großzügiges Raumgefühl auch dank mehrerer Dachluken und -fenster.

  • Vollintegrierte sind sozusagen die „Wohnzimmer auf Reisen“ und sprechen mit oft getrenntem Wohn- und Schlafbereich eher raum- und wohlfühl-orientierte Camper an.

  • Familien mit (mehreren) Kindern stehen auf Alkoven-Modelle mit Betten für die Kleinen im Überbau des Führerhauses und dazu großer Küche sowie Bad/WC mit Dusche.

Tipp 7: Welcher Wohnmobil-Typ ist die richtige Wahl ?

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Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen vor der Anmietung überprüfen, ob der eigene Führerschein
dafür gültig ist. Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil mietet, muss sich bewusst sein, dass es deutlich breiter ist als ein Pkw, was leicht zu Rempeleien mit Schrammen und Dellen führt.

Ganz wichtig: Vor einem Tunnel aus Sicherheitsgründen keinesfalls überholen! Fährt ein Lkw hier neben einem Wohnmobil, entsteht ein gefährlicher Unterdruck, der beide Fahrzeuge zueinander hinzieht.

Tipp 8: Achtung bei der Privatmiete

Wer sein Wohnmobil nicht vom professionellen Vermieter, sondern von einer Privatperson
mietet, muss darauf achten, dass es als Selbstfahrervermietfahrzeug zugelassen ist – sonst sind sämtliche Versicherungen bei einer Vermietung ungültig.

Tipp 9: Nur noch Urlaub mit dem Wohnmobil?

Wer sich nach den ersten Campingeindrücken bereits fest binden möchte, der kann über die Anschaffung eines Wohnmobils – gebraucht oder neu – nachdenken. ADAC Mitglieder profitieren aktuell von günstigen Konditionen beim ADAC ab 2,79 % effektivem Jahreszins und langen Kreditlaufzeiten.

Tipp 10: Sparen mit Camping-Karten

Mit der ADAC Campcard kann man auf 3.500 Rabattangebote zugreifen. Sie gibt es klassisch zusammen mit dem ADAC Campingführer Deutschland & Nordeuropa oder Südeuropa 2022. Erhältlich sind diese im Buchhandel, in ADAC Geschäftsstellen oder im ADAC Shop. Die digitale Variante gibt es mit der ADAC Camping- und Stellplatzführer App (Android und iOS). Rabatte, Ausweisersatz und Versicherungspaket gibt es mit der Camping Key Europe - CKE (12 Euro für ADAC Mitglieder9 in allen ADAC Geschäftsstellen, telefonisch
unter 0800 5 10 11 12 oder ebenfalls im ADAC Shop.