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Der ADAC

Versicherungsschutz bei Wildunfällen und Marderbissen

©Fotofuchs - stock.adobe.com

Wenn in der Dämmerung ein Reh vors Auto läuft oder ein Marder sich an den Kabeln und Schläuchen eines Fahrzeugs zu schaffen macht, kann es teuer werden. Aber welche Versicherung zahlt den Schaden? Und bei welchen Tieren wird gezahlt?

  • Teil- und Vollkaskoversicherung zahlen

  • Schäden durch Tiere aller Art sollten abgedeckt sein

  • Teure Folgeschäden häufig nicht abgedeckt

Den Autoversicherern wurden 2019 nach den Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 295.000 Wildunfälle gemeldet – so viele wie nie zuvor. Rechnerisch waren das 800 Wildunfälle pro Tag. Im Schnitt zahlten die Versicherer für die Schäden aus den Kollisionen knapp 3.000 Euro, so der GDV.

Das Wichtigste: Auch ohne Verletzte sollte immer die Polizei sofort verständigt werden. Wichtig ist die Wildunfallbescheinigung. Diese muss man bei der eigenen Autoversicherung, die man binnen Wochenfrist informieren muss vorlegen. In diesem Formular werden alle wichtige Angaben festgehalten, darunter:

  • Datum, Uhrzeit und Ort des Unfall

  • beteiligte Fahrzeuge

  • getötete oder verletzte Tiere

  • Zeugen

  • Schäden am Gelände

Die Schäden, die bei einem Wildunfall am Fahrzeug entstehen, deckt eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ab. Das gilt gemäß den Bedingungen der Autoversicherer in der Regel, wenn es sich um sogenanntes Haarwild handelt, also um Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse oder Hasen. Schäden durch Hunde oder Vögel fallen hingegen nicht in diese Kategorie. Um auch hiervor geschützt zu sein, sollten Autofahrer eine Versicherung wählen, die Kollisionen mit „Tieren aller Art“ abdeckt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Schaden aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

Marderbisse großes Problem

Ein solches Risiko besteht nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Tierbissen. Vor allem in der Paarungszeit verteidigen Steinmarder aggressiv ihr Revier – und das ist oft der Motorraum eines Autos. Riecht der Marder, dass ein Konkurrent in seinem Wohnzimmer war, greift er alles an, was nach diesem duftet: Kabel, Schläuche, Dichtungen oder Lenkmanschetten. Das Problem: Oft fällt dies erst auf, wenn teure Folgeschäden, wie defekte Achsgelenke oder Katalysatoren entstehen. Die dann notwendigen Reparaturen werden bei manchen Versicherungen nicht reguliert. Autofahrer, die sich davor schützen wollen, sollten daher darauf achten, dass nicht nur die Bissschäden, sondern auch Folgeschäden bis mindestens 5.000 Euro abgedeckt werden. Noch besser: Die Versicherung zahlt nicht nur bei Marderbissen, sondern bei „Tierbissen aller Art“. Dann ist der Versicherte auch bei den Bissfolgen von Katzen oder Ratten abgesichert.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt bei Wildunfällen nur Schäden, die anderen Verkehrsteilnehmern (sogenannten Dritten) durch den Wildunfall entstanden sind. Dasselbe gilt für Schäden an Leitplanken, Straßenschildern oder anderen Gegenständen auf dem
Zuständigkeitsgebiet des Jägers. Wichtig: Das gilt, egal ob der Schaden durch den Aufprall mit dem Wild oder durch ein Ausweichmanöver entstanden ist.

Übrigens: Die Versicherung übernimmt Wildschäden nur dann, wenn das Auto beim Unfall in Bewegung war.

Alles Wissenswerte darüber, wie man Wildunfälle vermeidet und sich nach einer Kollision richtig verhält gibt es hier.