Winterurlaub mit dem E-Auto - Strom im Hotel und an der Ladestation

Die traditionsreiche Weltcup-Piste führt hinunter ins Südtiroler Grödnertal, als Teil von Dolomiti Superski Ziel zahlreicher Skifans aus Deutschland.
Die traditionsreiche Weltcup-Piste führt hinunter ins Südtiroler Grödnertal, als Teil von Dolomiti Superski Ziel zahlreicher Skifans aus Deutschland.© ADAC SE

Die berühmte Weltcup-Piste Saslong lockt Jahr für Jahr jede Menge Skifans nach Südtirol ins Grödnertal, auch bekannt als Val Gardena. Die Infrastruktur für E-Autos offenbart allerdings für Wintertouristen noch einiges an Potenzial. Die öffentliche Ladeinfrastruktur in den Skiorten ist das eine - aber wie sieht es mit der Ausstattung für das E-Auto im Hotel aus?

  • Anzahl der Urlaubsgäste mit E-Auto unterschiedlich

  • Laden im Hotel je nach Bedarf an der Wallbox oder auf Wunsch

  • Seilbahnen und Gemeinden holen auf mit öffentlichen Ladestationen

E-Auto problemlos laden auf Hauptreiserouten

Mit dem Kia e-Soul werden Fragen des Winterbetriebs von Elektroautos geklärt. ∙ Durch Anklicken des Vorschaubildes mit dem Play-Button werden Sie auf die Internetseite von YouTube weitergeleitet. Für deren Inhalte und Datenverarbeitung ist der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich. ∙ Bild: © ADAC SE

Zeitgenössische E-Autos weisen immer weiter steigende Reichweiten aus. Das macht auch Fahrten bei winterlichen Temperaturen nicht zum Stakkato von obligatorischen Lade-Stopps. Da auch die Zahl an Schnellladestationen an den Hauptreiserouten und Autobahnen Richtung Alpen und Mittelgebirge stetig zunimmt, wird das E-Auto auch immer mehr zum fernstreckentauglichen Reisefahrzeug. Die Zahl der E-Auto-Fahrer stellt somit für Tourismusverbände, Seilbahnbetreiber und Hoteliers eine neue Zielgruppe dar.

E-Auto im Hotel laden wie Zuhause

Noch ist die Ladeinfrastruktur an Talstationen und Hotels häufig gering dimensioniert. Doch bald wird es wohl zum echten Wettbewerbsnachteil, wenn Unterkünfte keine oder zu wenig Ladepunkte besitzen. Nach und nach reagiert die Hotellerie, wenngleich in unterschiedlicher Weise, auf den Zulassungsboom bei Elektrofahrzeugen. Die Plattform www.emobilhotels.de sammelt beispielsweise auf E-Auto fahrende Gäste eingestellte Hotelbetriebe und meldet, Stand Ende November 2023, bereits über 3000 gelistete Hotels, mehrheitlich im deutschsprachigen Alpenraum (Deutschland, Österreich, Schweiz und Norditalien). Diese Hotels weisen Lademöglichkeiten für ihre Gäste aus und geben E-Auto-Fahrern Zuversicht für die Urlaubsfahrt mit ihrem Stromer. Im Portal geben viele der aufgeführten Hotels außerdem die genaue Anschlussart, die Anzahl und weitere Details zur Lademöglichkeit und den E-Angeboten vor Ort preis.

Bedarfsgerechte Lademöglichkeiten im Hotel

Ganz entscheidend ist, dass die Lademöglichkeiten mit dem Zimmerkontingent, das von E-Auto-Fahrern belegt ist, korrespondiert. Laden mit Wechselstrom (AC) reicht dabei in der Regel im Hotel aus, sobald mehrere Ladepunkte vorhanden sind. Schließlich kann ein Stromer während der Nacht „auftanken“. Mit einer Schnellladestation (DC) kann auch kurzfristig vollgeladen werden, sollte z.B. eine schnelle, unvorhergesehene Abreise nötig sein.

Laden des E-Autos auf Gästewunsch

Wer bislang noch keine Wallboxen an den Stellplätzen oder in der (Tief-)Garage der Pension oder des Hotels installiert hat, weicht auf kreative Lösungen aus. In Gröden, einem weithin als Skizentrum bekannten Tal in den Südtiroler Dolomiten, weist der Präsident des Tourismusverbandes und Hotelier Christoph Vinatzer darauf hin, dass bisher praktisch keine seiner internationalen Gäste im Winter mit E-Autos anreisen. Dennoch hält er als pragmatische Alternative den Service bereit, den man treffend als "Valet-Charging" bezeichnen kann und bei dem das E-Auto an der einen hauseigenen Wallbox geladen wird. Und zwar getaktet je nachdem, wann es für den Gast wieder mit voll geladener Batterie zur Verfügung stehen soll. Dieser Lade-Dienst nach Plan ist dann Teil der Hotelrechnung.

Das Hotel-Restaurant als besondere Herausforderung

Wenn die Gastronomie aber auch ein Restaurant hat, das öffentlich - also nicht nur für Hotelgäste - zugänglich ist und viel von E-Autofahrern frequentiert wird, sind ebenfalls Schnellade-Möglichkeiten von Vorteil. Für diese Gäste kann zudem eine transparente Hotel- oder Restaurant-Rechnung bedeutsam sein. Sie sollte die genaue Autostrom-Abrechnung ausweisen.

Öffentlich laden im Skiort und an der Seilbahn-Talstation

Nachhaltigkeit wird im auch beim Ski- und Winterurlaub zum bestimmenden Thema. Zahlreiche Tourismusregionen unternehmen Anstrengungen um den CO2-Fußabdruck zu verringern. Daher die Anbieter der touristischen Infrastruktur in den alpinen Urlaubszielen und Wintersportorten für mehr Anpassungen an die bald häufiger erwarteten Besucher, die zukünftig im Sommer wie im Winter mit dem E-Auto anreisen. Seilbahnbetriebe rüsten - derzeit noch in Leuchtturmprojekten wie im Skigebiet Silvretta Montafon (St. Gallenkirch/Vorarlberg) oder zurückhaltend mit Ausbauoption - ihre Parkmöglichkeiten in und rund um die Talstation mit Ladestationen und Wallboxen aus.

Schnelllader an den Durchgangsstraßen und Wechselstrom-Ladesäulen im Ort verteilt sind in gut frequentierten Skidestinationen und an viel befahrenen Passstraßen in den Alpen keine Seltenheit mehr und werden zunehmend mehr genutzt. Im international renommierten St. Anton am Arlberg hat sich in kurzer Zeit bereits unübersehbar die Ladeinfrastruktur an der Arlbergpassstraße etabliert. Sicher auch eine Reaktion auf eine nennenswerte Zahl an Gästen, die mit ihren hochpreisigen E-SUVs dort zum Skilaufen anreisen.

Fazit

ADAC SE Unternehmenskommunikation Thomas Biersack

Keine Frage: Das Reisen mit dem E-Auto ist zukunftsfähig. Urlaubs- und Transitregionen, die sich darauf einstellen, können für die Akzeptanz der Elektromobilität eine Schlüsselrolle spielen. Auch viele Hotels haben die strategische Bedeutung von Lademöglichkeiten erkannt. Während es bisher „nice to have“ war, eine Ladestation zu haben, wird es inzwischen immer mehr zum Schwachpunkt, wenn man als Hotelier keine Ladebox aufweisen kann.

Mr. Ride Praxistipp©ADAC SE