Skiurlaub mit Elektroauto-Auto: Tipps zum Laden am Skigebiet und im Hotel

Der Ausbau der öffentlichen Lademöglichkeiten auf dem Weg und am Reiseziel schreitet Jahr für Jahr voran. Die Infrastruktur für E-Autos in den Wintersportorten ist oft vorhanden, hat aber noch Potenzial. Hotels und Pensionen stellen sich mit Wallboxen, „Valet-Charging“ und Strompauschalen auf Gäste mit E-Auto ein. Seilbahnbetreiber installieren Ladesäulen und Wallboxen für ihre Gäste an den Parkplätzen und in Parkhäusern im Skigebiet.
Moderne E-Autos zeichnen sich durch ausgiebigere Reichweiten und höhere Ladeleistungen aus. Das macht auch die Fahrten bei winterlichen Temperaturen nicht zur zeitraubenden Aufeinanderfolge von obligatorischen Lade-Stopps. Da die Zahl an Schnellladestationen an den Hauptreiserouten und Autobahnen Richtung Alpen und Mittelgebirge stetig zunimmt, wird das E-Auto immer mehr zum fernstreckentauglichen Reisefahrzeug. Der ADAC hat in einem Test der Reichweiten-Potenziale zahlreiche Elektroautos genau unter die Lupe genommen: Wie weit kommt man mit einer Batterieladung im Winter?

Öffentlich laden im Skiurlaub an der Talstation
In einigen höher gelegenen Skigebieten, wie den Hochtälern in Tirol/Österreich, z.B. im Stubaital, ist das Sonne- und Skivergnügen von Oktober bis in den Mai hinein möglich. Veranstaltungen wie kostenlose Material-Tests und Festival-Auftritte von bekannten Bands und Entertainern locken zahlreich Besucher an, die vermehrt mit dem E-Auto anreisen.

Seilbahnbetriebe rüsten wie am Stubaier Gletscher oder bereits vor Jahren am Skigebiet Silvretta Montafon (Vorarlberg/Österreich) ihre Parkmöglichkeiten an der Talstation mit Ladestationen und Wallboxen aus. Zu beachten gilt in der Praxis jedoch die mögliche Blockiergebühr am Ladepunkt der Talstation. Wird nicht wie in Silvretta Montafon, die Ladung mit dem Parkticket verrechnet, sollte man sich an der Wallbox des Seilbahnbetreibers mit dessen eigenem Bezahlsystem anmelden und dessen Ladegebühr für die Zeit des Aufenthalts akzeptieren. Beim Ad-hoc-Laden an der Talstation am Stubaier Gletscher kann ohne Vertrag und Anmeldung beim Betreiber zu fairem Preis (38 Cent/kWh) und ohne Blockiergebühr aufgeladen werden.

Die Stubaier Gletscherbahnen bieten an den schon zahlreichen Ladestationen am Parkplatz einen eigenen Tarif (mittels QR-Code) zum Ad-hoc-Laden an. Mit dem sonst üblichen Roaming über eine gängige Lade-App oder Lade-Karte würde man spätestens nach vier Stunden Anschluss das Auto umparken müssen oder die dann anfallenden Extra-Kosten „schlucken“. Wer sich also noch zum Ende der Skisaison 25/26 einen Skitag gönnen möchte, oder sich gar zum krönenden Abschluss beim eindrucksvollen Stubai Wild Ride 2026 beweisen möchte, kann seinem E-Auto die nötige Energie zuführen, während man selbst beim Tanz durch die Tore und gegen die Zeit ordentlich Kraft und Ausdauer preisgeben muss.

DC-Schnelllader an den Durchgangsstraßen und Wechselstrom-Ladesäulen (max. 11 kW) im Ort verteilt sind deshalb in Skidestinationen und an viel befahrenen Passstraßen in den Alpen eine gute Alternative und mittlerweile keine Seltenheit mehr. Im renommierten Skiort St. Anton am Arlberg hat sich in kurzer Zeit bereits unübersehbar die Ladeinfrastruktur an der Arlbergpassstraße etabliert.

Wintersportorte mit großem Einzugsgebiet und vielen einheimischen wie internationalen Gästen nehmen die Anreisen mit E-Autos und Hybriden zum Anlass für den weiteren Ausbau. Direkt vor dem Büro des Tourismusverbandes Obertauern, einem vielfrequentierten Skigebiet auf einer Passhöhe im Salzburger Land, steht eine DC-Schnellladestation, an der man in kurzer Zeit eine Menge Strom in den Akku bekommt um die Fahrt nach Hause problemlos angehen zu können.

So variabel wie sinnvoll sind auch die Abrechnungsoptionen: Skifans aus der Region können mit der App/Karte des lokalen Betreibers bezahlen. Gäste aus dem Ausland bezahlen via Roaming-Karte/App oder es ist die Ad-hoc-Bezahlung per EC- oder Kreditkarte möglich. Vollladen ist dabei nicht das Ziel, zumal für die letzten 10 bis 20 Prozent Kapazität die Ladeleistung stark abnimmt und zugleich der Vorgang relativ mehr Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem geht es von der Passhöhe auf rund 1800 Meter ordentlich bergab und es kann rekuperiert werden, womit zusätzliche Kapazität bis in die Tallage eingefahren wird.
E-Auto im Hotel laden wie Zuhause
Noch ist die Ladeinfrastruktur an Seilbahn Talstationen und Hotels teils gering dimensioniert. Doch bald wird es wohl zum echten Wettbewerbsnachteil, wenn Unterkünfte keine oder zu wenig Ladepunkte besitzen. Nach und nach reagiert die Hotellerie auf die Gäste mit Elektrofahrzeugen. Die Plattform www.emobilhotels.de sammelt beispielsweise auf E-Auto fahrende Gäste gut vorbereitete Hotelbetriebe und meldet über 3500 gelistete Hotels, mehrheitlich im deutschsprachigen Alpenraum (Deutschland, Österreich, Schweiz und Norditalien). Im Portal geben die aufgeführten Hotels ihre Lademöglichkeit mit genauer Anschlussart, Anzahl und weiteren Details sowie E-Angebote vor Ort preis.
Laden mit Wechselstrom (AC) reicht in der Regel im Hotel aus, wenn mehrere Wallboxen vorhanden sind. Schließlich kann ein Stromer während der Nacht „auftanken“. Mit einer Schnellladestation (DC) im Ort kann stets auch kurzfristig vollgeladen werden, sollte z.B. eine schnelle Abreise nötig sein.
Valet-Charging – E-Auto laden auf Gästewunsch
Wer bislang noch keine Wallboxen an den Stellplätzen oder in der (Tief-)Garage der Pension oder des Hotels installiert hat, weicht auf kreative Lösungen aus. Als pragmatische Alternative gibt es das "Valet-Charging", bei dem das E-Auto an der einen hoteleigenen Wallbox durch das Personal geladen wird. Und zwar so, dass es zeitlich abgestimmt für den Gast wieder mit vollgeladener Batterie zur Verfügung steht. Dieser Lade-Dienst nach Plan ist dann meist Teil der Hotelrechnung.
Was ist zu beachten beim Elektroauto im Winterurlaub?
Das E-Auto sieht sich – gerade bezüglich des Betriebs im Winter und auf langen Strecken – immer noch mit Vorurteilen konfrontiert. Wir nennen gute Gründe für das E-Auto, gerade auch im Winter, geben wichtige Tipps und teilen die Erfahrungen aus dem Skiurlaub mit dem vollelektrischen Pkw. Das Beste gleich vorweg: Ein Stottern des Anlassers oder das Tackern der 12-V-Batterie gehört der Vergangenheit an. Mit dem Druck auf die Start-Taste ist das E-Auto sofort fahrbereit, egal bei welcher Außentemperatur.
Fahrverhalten
E-Autos haben einen tiefen Schwerpunkt, weil die Akkus im Fahrzeugboden verbaut sind. Die Kurvenlage ist dadurch sehr gut, denn bei Kälte und Schnee kommt es auch auf die Traktion an.
Anfahren
E-Autos haben ein unmittelbar wirksames Drehmoment bei in der Regel relativ üppiger PS-Zahl. Das ESP hilft zwar, aber das Anfahren auf Schnee und das Kurvenverhalten beim Beschleunigen sollte dennoch einmal in sicherem Umfeld geübt werden - am besten in einem ADAC Fahrsicherheitszentrum.
Warmstart
Bei Verbrennern ist das Motorwarmlaufen im Winter aus Umweltschutz- und Lärmbelästigungsgründen verboten. Bei den meisten E-Autos kann das Auto per App schon im Stand vorgewärmt werden. Am besten während es an der Wallbox angeschlossen ist, dann geht das nicht zu Lasten der Batteriekapazität.
Heizung
Bei einem E-Auto kann die Heizung sofort an die Arbeit gehen, da es keine Abwärme vom Verbrennungsmotor benötigt, der erst warm werden muss. Beschlagenen Scheiben kann man also sofort entgegenwirken. Besonders effektiv und unmittelbar wirkt die Wärme für die Insassen übrigens über die Sitzheizung. Dann muss nicht erst die einströmende Luft geheizt und über die Lüftungsdüsen an Fahrer und Mitfahrer gerichtet werden.
Freie Fahrt
Zahlreiche Städte in Europa haben Zufahrtsbeschränkungen oder -verbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, teilweise auch nur in den Wintermonaten – E-Autos sind hier ausgenommen. Gleiches gilt für das sogenannte Umwelt-Tempolimit auf Autobahnen in Österreich von 100 km/h. E-Autos sind davon ausgenommen und dürfen bis maximal 130 km/h fahren. In Deutschland gibt es teilweise Befreiung von Parkgebühren.
Sicher reisen mit dem E-Auto im Winter
Bei sehr glatter und rutschiger Fahrbahn sollte man extrem vorsichtig unterwegs sein und allzu starke Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) vermeiden. Wenn es keinen Schnee- oder Wintermodus gibt, sollte die Rekuperation auf eine niedrige Stufe eingestellt werden. Ist die Rekuperation nicht verstellbar, sollte der Fuß mit Bedacht vom Fahrpedal angehoben werden.
Das Elektroauto bei Kälte richtig parken
Es ist möglich, sein E-Auto ohne Probleme im Winter draußen zu parken, allerdings ist eine Garage besser, da weder die Akkus noch das Fahrzeug auskühlen. Das ist wichtig, wenn man Laden möchte. Eine kalte Batterie erhöht die Ladedauer, zum Schnell-Laden muss die Batterie sogar auf Betriebstemperatur sein. Extra-Tipp: Wer keinen Garagenplatz hat, kann effektiver direkt nach der Fahrt wieder aufladen als vor der nächsten Inbetriebnahme des Fahrzeugs. Ein kaltes Fahrzeug kann auch zu einem Reichweitenverlust führen.
Heizung funktioniert im E-Auto auch bei Stau
Müssen E-Auto-Fahrer, nachdem sie Stunden im Stau standen, wirklich zu Fuß weitergehen? Der ADAC hat in seinem Testzentrum das Kälte-Heizdauer-Szenario für gängige Elektroautos simuliert und kann Entwarnung geben: Trotz des Einsatzes von Heizung und Sitzheizung könnte man mit einer 52 Kilowattstunden fassenden Batterie rund 17 Stunden im Stau ausharren.
