E-Autos: Acht Tipps für mehr Reichweite in der Stadt

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Autofahrer legen in Deutschland pro Tag im Durchschnitt 40 Kilometer an Strecke mit dem Pkw zurück - ein passendes Einsatzszenario also für ein E-Auto. Kurzstrecken haben beim batteriebetriebenen Fahrzeug zudem kaum Einfluss auf Verbrauch und Verschleiß – ganz im Unterschied zu Pkws mit Verbrennungsmotor.

  • Strom sparen auf Kurzstrecken

  • Richtiges Bremsen erhöht die Reichweite

  • Individuelle Fahrweise entscheidend

Moderne Elektroautos mit einer Reichweite von 300 Kilometern und darüber sind keine reinen Stadtmobile. Dennoch spielen E-Autos ihre Vorteile, vor allem durch effiziente Rekuperation, lokale Emissionsfreiheit und wenig Geräusch, im Stadtverkehr und innerhalb von Metropolregionen gut aus.

Wir haben die wichtigsten Tipps von ADAC Spritspar-Trainer Rainer Jung, der für uns zum Stromspar-Trainer wurde, zusammengestellt:

Tipp 1: Mehr Reichweite durch angepasste Fahrweise

Generell gilt, wie auch bei Verbrennern, dass gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren Energie einspart. Zum vorausschauenden Fahren gehört, auch aus Sicherheitsgründen, genug Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen zu halten. Laden dauert länger als tanken. Daher achten erfahrene E-Autofahrer, auch um nicht zu oft aufladen zu müssen, intuitiv auf eine vorausschauende Fahrweise und damit auf den Verbrauch. Regelmäßiges und frühzeitiges Laden zuhause, am Arbeitsplatz oder an einer öffentlichen Ladestation verhindert auch in der Stadt „Ladestress“.

Tipp 2: Rekuperation spart im Stop-and-Go-Verkehr


Gerade im Stadtverkehr, der viele Stop-and-Go-Momente enthält, kostet Beschleunigung immer Reichweite. Sanftes Beschleunigen hilft in puncto Energiesparen und schont außerdem die Batterie eines Elektroautos. Beim häufigen Aufeinanderfolgen von Beschleunigungs- und Bremsvorgängen ist Rekuperation der Schlüssel, d.h. eine hervorragende Möglichkeit, um Strom zu sparen.

Tipp 3: Mehr Energie durch Bremsen

Rekuperation impliziert Energierückgewinnung, etwa beim Bremsen. Bremsen bedeutet allgemein beim Pkw, dass Bewegungsenergie in Reibungswärme umgewandelt wird, die ungenutzt verpufft. Für den Elektroantrieb ist Bremsen dagegen sogar eine Möglichkeit der Energiegewinnung: Sobald im Elektroauto „vom Gas“ gegangen wird, wird der Elektromotor zum Generator und speist so die Bremsenergie wieder in die Batterie ein. Erfahrene E-Mobilisten können in der Stadt durch Rekuperation 20 Prozent mehr Reichweite erzielen.

Tipp 4: One-Pedal-Driving für mehr Reichweite nutzen

Das Fahren mit einem Pedal sollte weder bezüglich seiner energiesparenden Wirkung noch in seiner oft abrupten Bremswirkung unterschätzt werden. Der rechte Fuß reicht dabei aus, um die Geschwindigkeit ausschließlich über das eine Pedal zu steuern. Das Fahren mit einem Pedal benötigt allerdings Gewöhnung. Der Akku lädt sich, beispielsweise auf dem Weg zu einer roten Ampel, durch Rekuperation auf. Verschiedene Stufen der Rekuperation können dabei so eingestellt werden, dass während der Geschwindigkeitsreduzierung möglichst viel Energie zurückgewonnen werden kann. Entsprechend stark ist dann der Bremseingriff des Motors/Generators. Die jeweilige Einstellung sollte zum Fahrverhalten des Autofahrers und zur Verkehrssituation passen.

Tipp 5: Segeln spart Strom

Die optimale Form des energiesparenden Fahrens ist das sogenannte Segeln, also das freie Rollen lassen des Autos. Dabei wird die Schwungenergie des Pkw genutzt. Hierbei ist dann sogar die Rekuperation deaktiviert. Ob gesegelt oder rekuperiert wird, ist eine Entscheidung, die aufgrund der Fahrerfahrung und der Verkehrslage getroffen wird. Ungeübte Elektroautofahrer sollten sich aber nicht von den verschiedenen Fahrmodi-Funktionen ablenken lassen. Der ECO-Modus von Elektrofahrzeugen kann in bestimmten Fahrsituationen automatisch in den Segelmodus schalten. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers weniger beansprucht. Zu den Energiesparmodi sollte unbedingt die Betriebsanleitung des Fahrzeugs zu Rate gezogen werden.

Tipp 6: Klimaanlage und Heizung reduzieren Reichweite  

Verbraucher wie Klimaanlagen oder im Winter Innenraum-, Sitz- und Lenkradheizung sollten bewusst eingesetzt oder ausgeschaltet werden. Von Vorteil ist eine Wärmepumpe, sie erhöht die Energieeffizienz beim Heizen des Wageninneren in der kalten Jahreszeit.

Tipp 7: Richtiger Reifendruck für mehr Reichweite

Klassische Spar-Tipps gelten auch für Stromer. Beispielsweise sollte kein unnötiges Gewicht im Kofferraum oder auf dem Dach transportiert werden. Auch auf den Reifendruck ist zu achten. Aus Komfortgründen wird von Herstellern oft nur der Mindestdruck angegeben. Eine Erhöhung um 0,2 bar ist beim Fahrkomfort kaum zu spüren, reduziert aber den Verbrauch, ohne dass es Einbußen an Sicherheit gibt. Wichtig: Einsparbemühungen durch Reifendruckregulierung dürfen nie zu Lasten der Sicherheit gehen.

Tipp 8: Batteriegröße nach Bedarf auswählen

Die für das individuelle Mobilitätsverhalten passend dimensionierte Batterie ist entscheidend. Ist man nur in der Stadt und im Umland unterwegs, genügt oft eine moderate Akkugröße. Zu bedenken: je größer die Batterie desto schwerer das Fahrzeug und desto höher der Stromverbrauch. Gewicht kostet immer Reichweite. Auch zu bedenken: Eine kleinere Batterie ist umweltschonender in der Herstellung. Eine größere Batterie gibt dafür mehr Freiheit
in Sachen Reichweitenradius.

Dr. E unterwegs mit dem Stromspar-Profi

Im Rahmen der Leasing-Kooperation zwischen der ADAC SE und Nissan hat Dr. E gemeinsam mit dem ADAC Stromspar-Profi Rainer Jung die Stromspar-Tipps mit dem vollelektrische Nissan Leaf e+ mit 62 kWh Batteriekapazität (Stromverbrauch kombiniert kWh/100 km18,5; CO2-Emissionen: kombiniert 0 g/km; Effizienzklasse A+) ausprobiert. Rainer Jung verfügt über langjährige Erfahrungen in Sachen sparsame Fahrtechniken und beschäftigt sich seit einiger
Zeit intensiv mit Elektroautos.

Bilanz der Probefahrt: Nach 46 km Fahrt im innerstädtischen Verkehr, inklusive einem kurzen Abschnitt auf der Stadtautobahn, waren 15 Prozent der Akkukapazität verbraucht.  Den Nissan LEAF gibt es ebenfalls mit 40-kWh-Batterie im ADAC Leasing. Stromverbrauch hier kombiniert kWh/100 km 17,1-16,6; CO2-Emissionen kombiniert 0 g/km; Effizienzklasse A+.

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