Fahrerassistenzsysteme unterstützen den Fahrer und erhöhen die Sicherheit. Doch welche Assistenten gibt es derzeit, und welche werden künftig zum Einsatz kommen? Der ADAC erklärt, wie die Systeme dem Fahrer in bestimmten Situationen helfen. Alle Fahrerassistenzsysteme im Überblick So unterstützen sie – und so kann man sie abschalten Ab Juli 2024: Viele Systeme bei Neuzulassung Pflicht Sie sind in der Lage, die Spur zu halten, eine Notbremsung einzuleiten oder den toten Winkel zu überwachen: Moderne Assistenzsysteme arbeiten unterstützend und machen das Autofahren sicherer. In Zukunft werden sie aber noch wichtiger werden. In den nächsten Ausbaustufen bilden sie die Grundlage für das hochautomatisierte Fahren und die drei bzw. fünf Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahrzeug. Übersicht der wichtigsten Assistenzsysteme Schon heute ist das Auto ein fahrender Computer, vollgespickt mit Sensoren und Steuergeräten: Zahlreiche elektronische Helferlein überwachen und steuern mittels Software Funktionen, schützen Insassen und andere Verkehrsteilnehmer und stellen umfangreiche Komfortfunktionen zur Verfügung. Einige wirken unbemerkt im Hintergrund, andere bedürfen der Bedienung des Fahrers. Doch welche Systeme gibt es? Was bewirken sie? Und welche Assistenzsysteme sind heute schon gesetzlich vorgeschrieben? Zum besseren Überblick kann man alle Assistenzsysteme in fünf Wirkungsebenen einteilen: Bremsassistenten und Längsführung Spurhalteassistenten und Querführung Insassen- und Fahrerinformation Licht und Sicht Automatisierungsfunktionen und assistiertes Fahren Sind Sie an den Details der Systeme interessiert, klicken Sie auf den jeweiligen Klapper, und Sie erfahren alles Wichtige zu dem jeweiligen System – mit Infos zu Funktion, Bedienung, anderen Namen für das System und Abkürzungen, Gesetzgebung und der abschließenden ADAC Bewertung. Assistenzsysteme, die ab Juli 2024 Pflicht bei Neuzulassungen sind: Notbremsassistent Notfall-Spurhalteassistent Müdigkeitserkennung Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA) Rückfahrassistent Notbremslicht Unfalldatenspeicher (Blackbox) Das gilt nicht für Neufahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung, wie zum Beispiel Wohnmobile. Hier gilt die Verpflichtung für Neuzulassungen erst ab 7. Juli 2026. Bremsassistenten und Längsführung Antiblockiersystem, Elektronische Bremsverteilung, Bremsassistent, Kollisionswarner, Abbiegeassistent, Automatisches Notbremssystem, Ausweichassistent, Multikollisionsbremse, Rückfahrassistent, Kreuzungsassistent, Abstandsassistent, Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Geschwindigkeitsbegrenzer, Berganfahrhilfe, Bergabfahrhilfe, Park Distance Control Spurhalteassistenten und Querführung Antriebsschlupfregelung, Elektronisches Stabilitätsprogramm, Anhänger-Stabilitätsprogramm, Totwinkelassistent, Spurwechselassistent, Spurverlassenswarner, Spurhalteassistent Insassen- und Fahrerinformation Müdigkeitsassistent, Insassenzustandserkennung, Car2X-Kommunikation, Verkehrszeichenerkennung, Notbremslicht, Alkoholempfindliche Wegfahrsperre Licht und Sicht Lichtautomatik, Adaptives Fernlicht, Nachtsichtassistent, Scheibenwischautomatik, Rundumsichtassistent Automatisierungsfunktionen Adaptiver Geschwindigkeitsassistent, Spurführungsassistent, Stauassistent, Überholassistent, Parkassistent, Ferngesteuertes Parken, Anhängerassistent So testet der ADAC Assistenzsysteme ADAC Empfehlungen an die Hersteller Sicherheitsassistenten sollten keiner Aufpreispolitik unterliegen. Verfügbare Assistenten, die zur Sicherheit im Straßenverkehr und für die Insassen beitragen, gehören in den Serienumfang. Assistenzsysteme sollten intuitiv zu bedienen sein. Eine zu komplizierte Bedienung kann den Fahrer vom Verkehrsgeschehen ablenken. Der Fahrer sollte über den Status des Assistenten informiert werden, am besten über eine aussagekräftige Darstellung im Display. ADAC Tipps für den Verbraucher Machen Sie sich mit Ihrem Fahrzeug und seinen Assistenzsystemen und der Bedienung vor Fahrtantritt vertraut. Assistenzsysteme machen Fehler. Sie als Fahrerin oder Fahrer tragen die Verantwortung für das Führen des Fahrzeugs. Bei Sicherheitsassistenten lohnt ein Blick in die Tests von Euro NCAP. Je nach Ausführung und Entwicklungsstand sind die Unterschiede in der Leistung erheblich. Jeder Unfall ist einer zu viel. Sachschäden sind oft durch Versicherungen abgedeckt, doch schwere Verletzungen oder gar Todesfälle kann man mit Geld nicht aufwiegen. Daher sollten auch optional verfügbare Sicherheitsassistenten oder deren Leistungserweiterungen stets auf der Bestellliste stehen. Das plant die EU Die EU plant die verpflichtende Einführung von Sicherheitssystemen für Pkw, Lkw, Kleintransporter, Busse und auch Lkw-Anhänger. Hier sehen Sie, welche Systeme für welche Fahrzeugklassen vorgesehen sind. Technische Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technik Zentrum