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Alles über Tagfahrleuchten

Seit 7. Februar 2011 müssen neu auf den Markt kommende Fahrzeugmodelle (nicht  a l l e  Neuwagen) serienmäßig Tagfahrleuchten haben. Eine Nachrüstpflicht für bisherige Autos besteht nicht. Der ADAC begrüßt den Einsatz von Tagfahrleuchten; wer keine hat, soll ersatzweise freiwillig das Abblendlicht einschalten.


  • Funktion

    Tagfahrleuchten verfügen über Reflektoren, die als einzige am Fahrzeug (außer Fernlicht) über die Blendgrenze nach oben strahlen dürfen. Damit wird der entgegen kommende Verkehr auf das eigene Auto aufmerksam gemacht. Somit ist der Aufmerksamkeitswert untertags höher als etwa bei Abblendlicht oder Nebelscheinwerfern (wobei letztere nur bei schlechter Sicht angeschaltet sein dürfen).

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  • Nachrüstung fahrzeugspezifisch
    Das beste Ergebnis bringen Einbausätze, die speziell für ein Fahrzeugmodell konstruiert wurden: Sie sind schnell zu montieren (etwa eine Stunde) und fügen sich sehr gut in die Fahrzeugfront ein. Allerdings gibt es fahrzeugspezifische Tagfahrleuchten (TFL) nur für häufig verbreitete Fahrzeugmodelle von Herstellern wie Dectane,  Hansen Styling Parts, Hella, Nolden und Vmaxx. Sie liegen in der höchsten Preisklasse (120 bis 300 Euro). Die fahrzeugspezifischen TFL können auch von engagierten Hobbyschraubern eingebaut werden.
  • Universelle Einbausätze
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    TFL steht überTFL steht nicht vor

     

    Deutlich günstiger (ab 50 Euro) werden universelle Einbausätze angeboten. Ausstattung und Verarbeitung sind stellenweise schlechter, die Montage dauert zum Teil mehrere Stunden – je nach Fahrzeug. Der dabei nötige Aufwand kann Laien überfordern. Vor dem Kauf sollte man prüfen, welche Bauform (rund, oval oder eckig) und Bautiefe sich beim jeweiligen Fahrzeug am besten montieren lässt. Es gibt auch Autos, bei denen Tagfahrleuchten aufgrund der Frontgestaltung nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand nachgerüstet werden können - vorher prüfen!


  • Mechanische Arbeiten
    Beim Einbau von Tagfahrleuchten sind folgende Maße nach EG-Richtlinie EG R97/28 bzw. ECE R48 einzuhalten. Sie müssen an ihrer Vorderseite senkrecht sowie parallel zur Fahrzeugfront stehen. Wenn die TFL in einem freien Luftgitter platziert werden, dürfen sie keine Kanäle für Ansaugluft oder Bremsenkühlung blockieren.

  • Elektrische Arbeiten
    Folgende elektrische Verbindungen sind herzustellen: zu Masse (Klemme 31), Zündungsplus (Klemme 15) und Standlicht (Klemme 58), teilweise auch zur Fahrzeugbatterie (Klemme 30). Man sollte man keine minderwertigen Quetsch-Verbinder („Stromdiebe“) verwenden, weil diese nicht dauerhaltbar sind und die Leitungen mechanisch schwächen. Unmittelbar in der Nähe der Stelle, an der Klemme 15 und/oder Klemme 30 abgenommen werden, muss eine Sicherung platziert sein, um bei Kurzschlüssen einen Kabelbrand zu vermeiden. Es empfiehlt sich, Steckverbindungen im Kabelstrang vorzusehen, damit bei Abbau der Stoßstange die TFL nicht demontiert werden müssen.
  • Angebot ab Werk
    Die Fahrzeughersteller bieten derzeit keine separaten TFL zum Nachrüsten an. Vereinzelt gibt es Kabelsätze bzw. Möglichkeiten der Umcodierung, so dass das Abblendlicht mit Einschalten der Zündung dauerhaft brennt („Dauerfahrlicht“). Das bringt nur eine Verbesserung des Bedienkomforts – mit allen Nachteilen von dauerhaft angeschaltetem Abblendlicht wie erhöhtem Stromverbrauch und verringerter Lampen-Lebensdauer. Einige Hersteller (u.a. Audi, BMW, Citroen, Mercedes, Peugeot und VW) liefern ab Werk „echte“ Tagfahrleuchten, die entweder in die Hauptscheinwerfer oder aber in die Stoßstange integriert sind.
  • Dimmen verboten
    Teilweise werden Einbausätze angeboten, mit denen die Hauptscheinwerfer gedimmt werden können. Dies ist in Deutschland verboten. Außerdem verfügen solche Einbausätze meist nicht über das vorgeschriebene E-Prüfzeichen, so dass streng genommen mit der Montage die Betriebsgenehmigung des Fahrzeugs erlischt.
  • Lichtquellen
    TFL unterscheiden sich in der Art der Lichtquelle: Die günstigsten Produkte verfügen über zwei 21-Watt-Glühlampen, die zusammen mit einem Schalt-Relais für eine recht hohe Stromaufnahme von über 50 Watt sorgen. Die besten Varianten haben eigene Tagfahrlicht-Glühlampen, die nur jeweils sechs Watt aufnehmen und so langlebig sein sollen, dass sie nicht mehr gewechselt werden müssen (teilweise auch gar nicht mehr möglich). Ebenso langlebig sollen LED-TFL sein, die im Stromverbrauch noch genügsamer sind und teilweise auf unter 4 Watt pro Lampe kommen.
  • Einfluss auf den Verbrauch
    TFL verursachen zumeist keinen merklichen Kraftstoff-Mehrverbrauch. Demgegenüber sorgt Abblendlicht (bei dem auch Standlicht, Rückleuchten, Kennzeichen-Beleuchtung, Armaturen- und teilweise Ambiente-Beleuchtung aktiviert werden) für rund 0,15 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer.
  • Amortisationsrechnung

           50 Euro für einen günstigen TFL-Einbausatz
    +  100 Euro für 1,5 Stunden Einbau in Fachwerkstatt
    =  150 Euro TFL-Nachrüstung

        0,0015 Liter Mehrverbrauch pro Kilometer bei Abblendlicht
    x  1,40 Euro Kraftstoffpreis
    =  0,0021 Euro Mehrkosten pro Kilometer

        150 Euro TFL-Nachrüstung
    ÷   0,0021 Euro Mehrkosten pro Kilometer
    = 71.429 Kilometer

    TFL amortisieren sich durchschnittlich nach etwa 70.000 Kilometern (gegenüber dauerhaft eingeschaltetem Abblendlicht).


  • Tipps für den Verbraucher
    • Beim Kauf (insbesondere via Internet) darauf achten, dass die Lampen ein E-Prüfzeichen (in einem Kreis mit einer ein- oder zweistelligen Nummer) sowie den Zusatz „RL“ tragen. Beim Einbau nicht zugelassenen Zubehörs können Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz des Fahrzeuges erlöschen
    • Einige Hersteller (z. B. Audi, BMW, Skoda, VW) bieten an, die Fahrzeuge umzurüsten bzw. umzucodieren, so dass mit Einschalten der Zündung dauerhaft das Abblendlicht brennt. Echte TFL sind besser wegen ihrer abgestimmten Lichtstreuung, ihrem geringeren Stromverbrauch und weil sie schwächere Verkehrsteilnehmer weniger überstrahlen
    • Spezielle TFL-Glühlampen erreichen nach Herstellerangaben (Philips) eine ähnliche Lebensdauer (8.000 Stunden) wie LED (10.000 Stunden)

  • ADAC-Standpunkt
    Der ADAC ist für Tagfahrleuchten (TFL; englisch: Day Running Light - DRL). Sie sind sparsamer und umweltfreundlicher als Abblendlicht. Europaweit sollte eine einheitliche Lösung gelten: Einführung der Lichtpflicht am Tag sowie obligatorische Ausstattung aller Neufahrzeuge mit TFL (Vorschrift für neue Fahrzeugmodelle ab 7. Februar 2011) und einem Dämmerungssensor für das Fahrlicht. Nachrüst-TFL sollten ohne größere Eingriffe in die Karosserie/Stoßfänger und in die Bordelektrik montiert werden können. Bußgelder für Fahren ohne Licht werden abgelehnt. Bis alle Fahrzeuge TFL haben, empfiehlt der ADAC Abblendlicht auch am Tag.
  • Tagfahrleuchten besser als Dauerfahrlicht
    • Fahrzeuge sind besser zu erkennen – besonders in Alleen und dunklen Häuserschluchten
    • kein merklicher Kraftstoff-Mehrverbrauch
    • überstrahlt (anders als Abblendlicht) Motorräder und andere „schwache“ Verkehrsteilnehmer nicht
    • keine Blendung aufgrund besonderer Konstruktionsvorschriften

Alles zur TFL-Technik und Lichtpflicht in anderen Ländern



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