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- Basisinformation / Kaufberatung -

Wie alt darf ein neuer Reifen sein?

Wer ein neues Produkt kauft, geht davon aus, dass es „zeitnah“ hergestellt wurde. Was aber bei Reifen nicht immer der Fall ist: Die Vielzahl der Reifenformate zwingt den Handel zu rationeller Lagerhaltung. Dies hat zur Folge, dass auch gut abgelagerte Reifen über den Tresen gehen. Muss man das akzeptieren, wie weit darf das Produktionsdatum zurückliegen?
  • Der neue Reifen: Drei Jahre und nicht mehr

    Tatsache ist: Frischer Gummi greift am Besten. Untersuchungen des ADAC mit ungenutzten Neureifen unterschiedlichen Alters haben gezeigt, dass sich die technischen Eigenschaften über die Jahre negativ verändern können. Woraus sich die Schlussfolgerung ergibt: Älter als drei Jahre sollte ein Reifen beim Kauf nicht sein – worauf Sie bei der Auftragserteilung hinweisen können.

    Ähnliches ergibt sich aus Gerichtsentscheidungen. Eine allgemein gültige Rechtsvorschrift dazu existiert allerdings nicht - ein Mindesthaltbarkeitsdatum wie bei Lebens- oder Arzneimittel sucht der Verbraucher, obwohl es sich um sicherheitsrelevante Fahrzeugteile handelt, vergebens. Immerhin müssen Reifen ein Produktionsdatum tragen. Im eingekreisten Oval auf unserem Bild wäre 0606 die sechste Woche 2006.
  • ADAC-Untersuchung: Alterung verändert die Eigenschaften

    Im Rahmen einer ADAC-Untersuchung wurden je fünf Sommer– und Winterreifen, frisch produziert, mit ihren drei Jahre alten Gegenstücken verglichen. Untersucht wurde das Bremsverhalten auf Nässe, der Rollwiderstand sowie (Winterreifen) das Verhalten auf Schnee. Hierbei zeigte sich, dass sich die technischen Eigenschaften im Laufe der Jahre negativ verändern können – insbesondere gilt das für den Grip von Winterreifen.
  • Auch diese Argumente zählen

    Nur bei fachgerechter Lagerung ist von einer verzögerten Alterung der Reifen durch günstige Umgebungsbedingungen auszugehen. Eine optimale Lagerung ist jedoch nicht in jedem Fall sichergestellt. Zudem kann der Kunde die Qualität der Reifenlagerung nicht beurteilen.

    Pkw-Reifen sollten ohnehin nur bis zu einem Alter von zehn Jahren genutzt werden. Besonders bei Fahrzeugen, die regelmäßig auf Winterreifen umgerüstet werden, bei Zweitwagen mit niedriger Jahresfahrleistung und auch bei Liebhaberfahrzeugen bzw. Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen werden die Reifen jedoch zunehmend länger gefahren. Wegen geringer Jahresfahrleistungen müssen die Reifen dann oft nicht wegen des Verschleißes, sondern aus Altersgründen ersetzt werden.

    Dies gilt in ganz besonderer Weise für Reifen auf Anhängern mit Sondergenehmigung „Tempo 100“. Käufer, für die diese Einsatzbedingungen gelten, müssen umso größere wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen, je älter die Reifen beim Kauf sind: Der Gesetzgeber erlaubt hier nur Reifen bis zu einem Alter von sechs Jahren.
  • Probleme bei der Ersatzbeschaffung

    Für den Autofahrer können deutliche, wirtschaftliche Nachteile entstehen, wenn Ersatz notwendig wird für Reifen, die vor mehr als fünf Jahren produziert wurden. Für einen beispielsweise sieben Jahre alten, defekten Reifen ist es schon schwierig, einen "passenden" Ersatz, also einen baugleichen Reifen zu bekommen. Je weniger ein solcher Reifen gelaufen ist, umso größer wird der wirtschaftliche Verlust, wenn - um eine gleiche Bereifung mindestens auf einer Achse zu verwirklichen - auch der intakte Reifen ersetzt werden muss. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen dringend, mindestens auf einer Achse gleiche Reifen zu fahren!
  • Die Reifenentwicklung ruht nicht

    Die regelmäßigen ADAC-Reifentestergebnisse zeigen, dass moderne Pkw-Reifen ständig weiter entwickelt werden. Bei Reifen, die im Alter von über drei Jahren erstmalig montiert werden, kann der Kunde diese Vorteile der technischen Weiterentwicklung indes nicht nutzen.

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