Pünktlich zur Reisezeit steigen Benzinpreis und Dieselpreis deutlich
Von Sabrina Doschek

Pünktlich zum Start des Sommerreiseverkehrs sind Benzin- und Dieselpreis noch einmal gestiegen – trotz eines bereits deutlich überhöhten Preisniveaus. Alle Infos zu den aktuellen Kraftstoffpreisen.
Spritpreise im Wochenvergleich: Super E10 um 5,9 Cent teurer, Diesel um 11,7 Cent
Rohölpreis steigt infolge der Entwicklungen im Nahen Osten wieder
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Benzin- und Dieselpreis steigen erneut massiv
Nach dem Tankrabatt ist vor den Sommerferien: Sprit wird für Autofahrerinnen und Autofahrer erneut teurer. Laut aktueller ADAC Auswertung kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt inzwischen 2,083 Euro und damit 5,9 Cent mehr als vor einer Woche.
Diesel verteuerte sich sogar um 11,7 Cent auf 2,070 Euro je Liter. Beide Kraftstoffsorten haben damit die Marke von zwei Euro wieder deutlich überschritten. Diesel ist aktuell nur noch minimal günstiger als Super E10, der Preisvorteil beträgt gerade einmal 1,3 Cent pro Liter. Dass der Preisaufschlag bei Diesel fast doppelt so stark ausfällt, liegt unter anderem daran, dass Diesel zu großen Teilen importiert werden muss und sein Preis in Krisenzeiten generell deutlich volatiler ist.
Der aktuelle Rohölpreis
Der ADAC sieht die Ursache für die hohen Spritpreise vor allem im Anstieg des Ölpreises infolge der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. Öl der Sorte Brent verteuerte sich binnen einer Woche von rund 75 auf 85 US Dollar je Barrel. Nach Ansicht des ADAC ist der Anstieg an den Zapfsäulen dennoch um einige Cent zu hoch ausgefallen. Zudem könnte die bevorstehende Reisewelle die Preise zusätzlich nach oben treiben.
Vor Ausbruch des Irankriegs Ende Februar kostete Super E10 jedoch noch 1,789 Euro je Liter und damit 29,4 Cent weniger als zurzeit. Diesel ist ebenfalls um rund 30 Cent teurer. Die damit einhergehenden Unsicherheiten schlagen sich auch in den Tankstellenpreisen nieder.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.
Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.