Geprüft haben wir das Fahr- und Bremsverhalten auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn. Auf Schnee waren die Unterschiede zwischen den neuen und abgefahrenen Reifen am deutlichsten messbar: Hier setzte klar der Neureifen den Maßstab.
Fahr- und Bremsverhalten auf Schnee
Beim Bremsen auf Schnee ist die Differenz zu den profilärmeren Gebrauchtreifen prinzipiell nicht so groß, weil vor allem die Gummimischung und der Keileffekt des Schnees für die Verzögerung entscheidend sind. Trotzdem: Der Vier-Millimeter-Reifen verursacht schon aus Tempo 30 einen 3,2 Meter längeren Bremsweg als der Neureifen.
Noch gravierender sind die Unterschiede bei der Zugkraft auf Schnee, wenn vom Reifen viel Grip beim Anfahren oder an Steigungen gefordert wird. Hier kommt es auf die Anzahl und Tiefe der Lamellen an: Die Profilrillen nehmen den lockeren Schnee auf und die Lamellenkante verzahnt sich mit dem härteren Untergrund. So wird verständlich, dass schon die Variante mit 7,5 Millimeter Restprofil gegenüber dem tiefer profilierten Neureifen nur noch 60 Prozent der Zugkraft aufbringen kann. Der abgefahrene Vier-Millimeter-Pneu schafft sogar nur weniger als die Hälfte. Ein Sommerreifen, den wir zum Vergleich ausprobiert haben, versagte auf Schnee komplett: Nur ein Viertel der Zugkraft eines neuen Winterreifens und ein um 7,5 Meter längerer Bremsweg schon aus Tempo 30 sind gefährlich.
Fahr- und Bremsverhalten bei Nässe
Auf Nässe ist es zur Vermeidung von plötzlichem Aquaplaning wichtig, dass ein Profil mit seinen Längsrillen und Lamellen möglichst viel Wasser aufnehmen und verdrängen kann. Und so versteht man, dass der auf vier Millimeter abgefahrene Reifen bereits bei 63 km/h aufschwimmt, der Neureifen mit seinen tiefen Rillen jedoch erst ab 87 km/h.
Beim Nass-Bremsen aus Tempo 80 kommt es vor allem auf die Gummimischung an.Doch auch hier benötigt der abgefahrene Reifen einen um sieben Prozent längeren Bremsweg – ein triftiger Grund, jetzt neue Pneus zu kaufen.
Winterreifen auf trockener Fahrbahn
Auf trockener Fahrbahn werden die Bremswege bei Winterreifen mit fortschreitendem Abriebszustand zwar kürzer (Erklärung: Die flacher werdenden Profilblöcke verformen sich bei Bremsungen weniger. Dadurch liegt mehr Gummi auf dem Asphalt). Allerdings: Trockene Fahrbahnen dürften im deutschen Winter für die meisten Autofahrer das geringste Problem sein.