Die Schneetests werden im Schweizer Wallis durchgeführt
Der Nufenenpass ist im Winter für den öffentlichen Verkehr gesperrt und daher gut geeignet für die Tests ...
… früh morgens …
… und nachts
Die Strecke wird für jeden Reifen neu aufbereitet, um jedem Testkandidat vergleichbare Vorraussetzungen zu gewährleisten
Der nahe gelegene Flugplatz bietet gute Vorraussetzungen für Traktions- (s. Foto) und Bremstests
Und der zugehörige Flugzeughangar beherbergt unsere Testreifen und Wechselstation …
… für rund 200 Reifenwechsel pro Abend
Wo normalerweise der EHC Wolfsburg seine Heimspiele bestreitet prüft der ADAC Winterreifen auf Eistauglichkeit …
… Seitenführung im Kreis …
… und zum Bremsen benötigen wir die ganze Länge der Eisfläche
Erste Schneematschversuche mit Winterreifen zeigen ein vergleichbares Verhalten wie bei Aquaplaning
Allerdings verlieren die Reifen bei dieser Schneematschhöhe die Verbindung zur Straße schon bei 30 – 40km/h
Auf der knapp 1km langen gerade haben wir auf 7 Fahrspuren genug Platz um den Geradeauslauf, das Lenkansprechen und die Gleichmäßigkeit im Seitenkraftaufbau auf trockener Straße zu beurteilen
Die Spurführung der Hinterachse, Fahrspurwechsel und Wechselkurven, eine Art freier Slalom, werden ebenfalls auf einer langen Geraden beurteilt
Beim Handling auf trockener Fahrbahn interessiert uns z.B. wie genau der Testreifen die Lenkbefehle umsetzt, welchen Unterschied im Lenkradwinkel haben die unterschiedlichen Testreifen oder müssen eventuell Lenkkorrekturen während der Kurvenfahrt gemacht werden
Natürlich beurteilen wir auch anhand der Kurvengeschwindigkeit wie viel Seitenkraft aufgebaut wird, auf welchem Niveau der Grenzbereich der Reifen anfängt, ob und wie sich der Grenzbereich ankündigt und ob der Testreifen darüber hinaus noch Sicherheitsreserven hat
Der Bremsweg wird von 100km/h bis 1 km/h gemessen
Die Kreisfahrt auf nasser Strasse unterscheidet mit einfachen Mitteln die Seitenführung der einzelnen Testreifen
Anhand der Rundenzeiten sieht man, mit welchem Reifen langsamer gefahren werden muss um in der Spur zu bleiben. Ist der Fahrer zu schnell muss er einen größeren Bogen fahren, d.h. mehr Weg und somit ist die Rundenzeit ebenfalls wieder länger
Beim Handling auf nasser Strasse muss der Reifen gleichzeitig Kräfte in Längs- und in Querrichtung übertragen. Die Rundenzeit ist sowohl Anhaltspunkt für das Gripniveau des Testreifens, als auch Indiz für die Streckenverhältnisse, die u.a. von Temperatur und Regen beeinflusst werden. Bei den Wiederholungen der Tests kann man anhand der Rundenzeiten auch überprüfen, ob der Testfahrer gleichmäßig und am Limit des Reifens gefahren ist
Zusätzlich beurteilt der Testfahrer subjektiv die Seitenführung …
… Untersteuern und Übersteuern…
… die Traktion beim heraus Beschleunigen aus den Kurven …
… und die Balance zwischen Vorder- und Hinterachse
Die Bremsmessungen werden mit speziellen Fahrzeugen, die an einer Schiene geführt sind, durchgeführt. Vorteil: Höher Messqualität, da immer in derselben Spur gebremst wird. Gebremst wird sowohl auf Asphalt als auch auf Beton, je Belag werden die Tests an 3 verschiedenen Tagen und mit unterschiedlichen Reifen wiederholt. Am Ende musste der Testfahrer rund 2.000 mal ins Pedal treten
Ein Unterschied im Bremsweg von 20m klingt vielleicht nicht viel …
… aber das der weiße Audi noch knapp 50km/h schnell ist, wenn der rote Audi bereits steht, sollte eine Warnung sein. Wie die Messdaten zeigen, kann der schlechte Reifen weniger als die halbe Geschwindigkeit abbauen