Spritpreisdeckel in Österreich, Tschechien und Polen
Super E10 und Diesel in Polen am günstigsten
Dänemark bei E10 am teuersten, Schweiz beim Diesel
Tanktourismus oft nicht ratsam
In manchen Ländern kann man sein Fahrzeug prinzipiell günstiger betanken als in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise regelmäßig Polen, Spanien und Tschechien. Derzeit tankt man in Polen am günstigsten. Benzin kostet pro Liter 1,52 Euro und ist somit um 61 Cent billiger als in Deutschland. Diesel ist mit einem Preis von 1,76 Euro pro Liter um 47 Cent günstiger als hierzulande.
Teurer als in Deutschland tankt man – immer bezogen auf landesweite Durchschnittspreise – in Dänemark, den Niederlanden und häufig auch in der Schweiz. Dies war auch vor Beginn des Iran-Konflikts der Fall.
Wegen Iran-Konflikt: Tankrabatte im Ausland
Tschechien: Preisdeckel seit Oktober
Seit 1. Oktober gilt wieder ein Preisdeckel für Benzin und Diesel. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. Zugleich wurde die Verbrauchsteuer auf Diesel auf 8,011 Kronen (33 Cent) je Liter gesenkt. Das ist der niedrigste von den EU-Richtlinien erlaubte Wert. Das Spritpreispaket gilt zunächst für einen Monat, könnte aber verlängert werden. Die Regierung plant zudem eine Übergewinnsteuer auf Raffinerien.
Frankreich: Total-Tankstellen begrenzen die Preise
Eine Maßnahme des französischen Ölkonzerns TotalEnergies sorgt in Frankreich für Entlastung, von der auch ausländische Reisende profitieren: Der Konzern deckelt die Kraftstoffpreise in Teilen seines französischen Tankstellennetzes. Benzin wird dabei auf maximal 1,99 Euro je Liter und Diesel auf höchstens 2,25 Euro begrenzt. Die Höchstpreise gelten an den rund 3300 Tankstellen des Unternehmens in Frankreich. Zudem gibt es staatliche Tankhilfen für Berufstätige und Firmen.
Die von der EU-Kommission mitgeteilten durchschnittlichen Kraftstoffpreise liegen höher: 2,21 pro Liter Benzin und 2,36 für Diesel.
Italien: Kein Tankrabatt für Diesel mehr
Der Tankrabatt für Diesel ist ausgelaufen. Für Benzin gab es ohnehin keine Entlastung. Unabhängig vom Tankrabatt hatte der halbstaatliche Energiekonzern ENI am 28. September in ganz Italien einen Preisdeckel eingeführt. Für zunächst 30 Tage gilt eine Preisobergrenze von 2,19 Euro für Diesel und 1,99 für Benzin. Verlängerung bis zum Jahresende ist möglich.
Österreich: Regierung senkt Spritpreis um 12 Cent
Sprit in Österreich ist wegen der niedrigeren Mineralölsteuer generell etwas günstiger als in Deutschland. Aber auch hier waren die Preise im Zuge des Iran-Konflikts gestiegen. Für Oktober und November gilt eine Spritpreisbremse, die die Autofahrerinnen und Autofahrer entlasten soll.
Die Spritpreisbremse besteht aus zwei Teilen: einer Senkung der Mineralölsteuer um 6,7 Cent und einer Margenbegrenzung um 3,5 Cent pro Liter, die auch eine niedrigere Mehrwertsteuer zur Folge hat. Daraus soll sich eine Gesamtentlastung von mehr als 12 Cent ergeben. Aktuell kostet der Liter Benzin 1,84 Euro und Diesel 2,15 Euro.
Neue Spritpreisbremse in Polen
Polen hat seit 3. Oktober eine neue Spritpreisbremse: Nach der Verordnung der Regierung wurde die Mehrwertsteuer auf Treibstoffe von bislang 23 Prozent auf acht Prozent gesenkt. Außerdem gelten eine niedrigere Energiesteuer sowie ein Maximalpreis, der täglich vom Energieministerium festgelegt wird. Die Regelung gilt bis zum Jahresende. Bereits während der polnischen Sommerferien gab es einen Tankrabatt, dieser war jedoch zum Ferienende ausgelaufen.
Kroatien: Staatlich regulierte Höchstpreise
Die kroatische Regierung hat die Höchstpreise für Kraftstoffe erneut begrenzt. Die Preisobergrenze liegt deutlich unter den Durchschnittspreisen in Deutschland. Premiumkraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl sind von der Preisdeckelung ausgenommen.
Außerdem gilt die Verordnung lediglich für Tankstellen an Staats-und Kreisstraßen – nicht für Tankstellen auf Autobahnen.
Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist
Selbst wenn der Literpreis aktuell in vielen Ländern Europas deutlich teurer geworden ist, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt das daran, dass in solchen Ländern generell geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt.
Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.
Tanktourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam
Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien können Autofahrer und Autofahrerinnen zu einer Art Tanktourismus verleiten. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns.
Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten.
Auch im Ausland regionale Unterschiede
Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist oder Touristin achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App.
Mit Material von dpa.