Engpass Autobahnbaustelle: Viele Autos sind zu breit

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Von Redaktion

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Ein Autofahrer fährt durch eine verengten Baustellen Fahrbahn auf einer Autobahn
Eingequetscht: Die linke Fahrspur ist in Autobahnbaustellen oft stark verengt© ADAC/Uwe Rattay

Die meisten Autos sind heute mit Außenspiegeln breiter als 2 Meter – zu breit für viele Baustellenspuren. Wie man die Maße seines Autos herausfindet und wie groß aktuelle Modelle tatsächlich sind.

  • Hier steht die Autobreite im Fahrzeugschein

  • Liste: Tatsächliche Autobreite mit Spiegeln

  • Wie verhält man sich in der Baustelle?

In dieser Situation kommen viele Autofahrerinnen und Autofahrer ins Schwitzen: In einer Autobahnbaustelle verengt sich die Spur, rechts fährt ein großer Lastwagen. Die Fahrbahn wird plötzlich sehr eng. Zu eng vielleicht? Das Gefühl trügt meist nicht, denn für eine schmale Baustellenspur von 2 Metern sind die meisten Autos mittlerweile zu breit. Doch woher weiß man, wie breit das Auto wirklich ist? Und ob man die linke Spur damit überhaupt nutzen dürfte?

Wo stehen die Maße des Autos?

Fahrzeugbreite Kennzeichnung ohne Außenspiegel Fahrzeugschein
Hier finden Sie die Autobreite ohne Außenspiegel© ADAC

Die Fahrzeugbreite kann in der Zulassungsbescheinigung Teil I, dem Fahrzeugschein, nachgelesen werden. Direkt unter dem Punkt 19 ist sie aufgelistet. Jedoch gibt es einen Haken: Hier steht die Breite der Karosserie ohne Außenspiegel. Relevant für den Verkehr ist aber die gesamte Breite.

Wer wissen will, wie breit sein Fahrzeug wirklich ist, dem hilft der Blick in die Fahrzeugpapiere daher nicht weiter. Autofahrer sollten sich über die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs informieren und gegebenenfalls selbst nachmessen. Oder in den ausführlichen PDFs des ADAC Autotests nachschlagen, zu denen man über die Autosuche gelangt. Bei jedem Autotest ist der Messwert angegeben.

Wie breit ist mein Auto?

Ein Peugeot 308 frontal fahrend auf einer Straße zu sehen
Der Peugeot 308 ist inklusive Außenspiegeln 2,06 Meter breit© Peugeot

Besonders die Kompaktklasse, in der zum Beispiel VW Golf oder Peugeot 308 angesiedelt sind, können mit ihrer tatsächlichen Autobreite überraschen. Ein Blick ins Jahr 1978 zeigt, dass Autos der Kompaktklasse damals im Durchschnitt 1,59 Meter breit waren. Fahrzeuge der gleichen Klasse haben heute etwa 20 Zentimeter mehr auf den Rippen und sind im Schnitt 1,78 Meter breit. Rechnet man die Außenspiegel dazu, sind viele Autos heute breiter als 2 Meter. 

Ein paar Beispiele aus verschiedenen Fahrzeugklassen zeigt die Tabelle:

HerstellerModellBreite ohne Außenspiegel in mmBreite mit Außenspiegel in mm

Audi

Q7

2010

2205

Mercedes

C-Klasse Limousine

1820

2033

Opel

Corsa

1765

1960

Peugeot

308

1852

2062

VW

Golf

1789

2072

Im Rahmen des Autotests hat der ADAC bei über 200 aktuellen Automodellen die Maße mit Spiegeln nachgemessen und eine Liste mit den tatsächlichen Autobreiten zusammengestellt.

PDF Format
ADAC Autotest Aktuelle Baureihen Fahrzeugbreite

Wie breit ist die Fahrbahn bei Autobahnbaustellen?

In vielen Baustellen auf Deutschlands Autobahnen sind die verengten Spuren, vor allem auf der linken Seite, oft nur für Pkw bis maximal 2,00 bis 2,30 Meter Breite zugelassen. Somit ist sie deutlich schmaler als der rechte Fahrstreifen mit etwa 3 Metern oder eine reguläre Autobahnspur mit 3,50 bis 3,75 Metern.

Heutzutage sind fast 80 Prozent der neu zugelassenen Pkw mit Außenspiegeln breiter als 2 Meter. Bereits Fahrzeuge der Kompaktklasse dürfen eine 2 Meter breite Spur nicht mehr befahren. Die Folge: Auf vielen Baustellenspuren dürfen eigentlich nur Kleinwagen und Motorräder links unterwegs sein.

Da die Autos im Laufe der Jahre breiter geworden sind, ist eine Verengung der Fahrspur in Baustellen auf nur 2 Meter nicht mehr zeitgemäß. Breitere Behelfsfahrstreifen sind daher notwendig. Die erlaubte Fahrzeugbreite sollte auf mindestens 2,10 Meter heraufgesetzt werden, damit die meisten Pkw die linke Spur nutzen dürfen.

Viel Platz haben Autofahrer aber auch dann nicht. Wer seine Nerven schonen will, sollte sich deshalb rechts halten. Das kostet kaum Zeit: In einer 5 Kilometer langen Baustelle bringen 10 km/h mehr gerade einmal 25 Sekunden Zeitgewinn.

So kommen Sie sicher durch die Baustelle 

Die zweithäufigste Unfallursache in Baustellen ist die Kollision nebeneinander fahrender Fahrzeuge. Um diese Unfallgefahr zu minimieren, empfiehlt der ADAC, in Baustellen versetzt zu fahren und unnötige Überholmanöver zu vermeiden. Auch hierbei gilt: Das versetzte Fahren ist nur dann sinnvoll, wenn der linke Fahrstreifen von einer ausreichenden Anzahl von Fahrzeugen benutzt werden darf.

Staus vor Baustellen lassen sich dadurch vermeiden, dass die Zahl der Fahrstreifen auch in der Baustelle beibehalten wird. Fällt eine Spur weg, muss man sich im Reißverschlussverfahren einfädeln. Dabei gilt: So weit wie möglich bis zum Hindernis fahren und erst dann einfädeln. Das Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens kann mit 20 Euro Bußgeld geahndet werden. Außerdem sollten Autofahrer in Baustellen besonders aufmerksam fahren und ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Hier finden Sie Tipps zum Reißverschlussverfahren.

Wer übrigens denkt, man könne die Außenspiegel einfach einklappen, sollte aufpassen: Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung müssen alle Pkw mit Spiegeln ausgerüstet sein, die indirekte Sicht nach hinten und zur Seite gewähren. Dabei muss jedes Mal vor Fahrtantritt die Funktionsfähigkeit überprüft werden. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld.