Auswahl der Fahrradhelme
Berücksichtigt wurden Modelle aus dem Fahrradfachhandel sowie Warenhäusern und Verbrauchermärkten. Getestet wurden die bereits in der ersten Märzhälfte 2009 verfügbaren und mit DIN EN 1078 gekennzeichneten Fahrradhelme. Sofern die Hersteller mehrere Modelle beziehungsweise Varianten anbieten, werden neue oder bislang ungetestete Modelle bevorzugt.
Testdurchführung
Die Testkriterien zum Unfallschutz sind der DIN EN 1078 (Auswahl) angelehnt. Für die anderen Testkriterien wurden objektive Beurteilungen durch erfahrene Warentester getroffen. Je Modell wurden insgesamt acht Schlagprüfungen durchgeführt.. Zu jedem Schlagversuch wurde die maximale resultierende Beschleunigung im Prüfkopf ermittelt. Bewertet wird der Maximalwert der Beschleunigung aus allen acht Prüfungen. Dabei wurde nach DIN EN 1078 zugelassener Höchstwert von 250 g die Note 4,6 zugeordnet. Die Bestnote von 0,6 wird bei einer maximalen Beschleunigung von kleiner / gleich 130 g erreicht. Der Abstreiftest wurde nach DIN EN 1078 durchgeführt. Bewertet wird das Bestehen mit der Note 1,0. Nichtbestehen wird mit Note 5 bewertet.
Die Festigkeitsprüfung des Kinnbandes wurde nach DIN EN 1078 durchgeführt. Bewertet wurde das Bestehen mit der Note 1,0. Versagen wurde mit Note 5 bewertet. Kam es zu Beschädigungen durch die Prüfung, so wurde entsprechend der Schäden bewertet.
Die Erkennbarkeit bei Tag und Nacht wurde von zwei Testern subjektiv beurteilt. Für die Nachtsichtbarkeit wurde die Reflektion von Streulicht beurteilt. Beurteilt wurde die Sichtbarkeit von hinten sowie von der Seite, die Größe der Reflektoren und deren Haltbarkeit am Helm.
Beurteilung von Handhabung und Komfort: Probanden haben die Anpassbarkeit des Helms auf den Kopf und die Trageeigenschaften untersucht. Erfahrene Fachleute haben jeweils die subjektiven Beurteilungen auf Stichhaltigkeit geprüft. Ergänzt wurden die Beurteilungen mit den Wertungen von Helmgewicht und Gebrauchsanleitung. Jeder Proband hatte den jeweils zu testenden Helm mehrere Minuten auf dem Kopf. Um den Einfluss der feinmotorischen Fähigkeiten der Probanden beim Auf- und Absetzen bzw. Öffnen und Schließen der Riemen von den Helmen zu überprüfen, wurden zusätzlich alle Helme zudem durch das Testpersonal selbst überprüft.
Für den Wertungspunkt Anpassbarkeit wurden die Einstellung der Kopfgröße sowie die Verstellung der Riemen auf den jeweiligen Probanden bewertet.
Der Wertungspunkt Trageeigenschaften beinhaltet die Beurteilung der Passform, der Rutschfestigkeit, der Benutzung für Brillenträger sowie Auf- und Absetzen des Helms.
Die Belüftung wurde anhand der vorderen und hinteren Lüftungsöffnungen und der Kanäle im Inneren der Helmschale bewertet. Der Insektenschutz wurde anhand des gegebenenfalls vorhandenen Gitters sowie dessen Ausgestaltung beurteilt.
Das Helmgewicht wurde für vier Muster je Modell gemittelt. Neben dem Absolutgewicht (Note 0,6 bei 180 g, Note 4,6 bei 380 g) wurde bewertet, ob die Gewichtsangabe im Helm mit dessen tatsächlichem Gewicht übereinstimmt. Unterschreitet die Angabe des Herstellers das tatsächliche Gewicht, wurde je Prozent die Note um 0,1 abgewertet.
Die Bewertung der Betriebsanleitung erstreckt sich auf verschiedene Kriterien. Folgende Punkte wurden sowohl nach Ausführlichkeit und Auffälligkeit als auch nach Verständlichkeit bewertet:
Hinweis auf Normen und Vorschriften
Warnhinweise und Gebrauchseinschränkungen
Anpassung Kopfgröße und Kopfform
Einstellen des Haltegurtsystems
Auf- und Absetzen des Helms
Gebrauchs- und Pflegehinweise
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ADAC-Forderungen an die Fahrradhelm-Hersteller
- Bessere Sichtbarkeit in der Dunkelheit: Die Verwendung von Reflektionsfolien stellt eine günstige wie effektive Lösung dar, die bei allen Helmen zum Standard werden sollte.
- Bessere Bedienbarkeit: Der Helm sollte gut anzupassen sein und zuverlässig eingestellt bleiben. Ein Riemensystem, das sich an einem Zwei-Zungen-Steck-/Schnappverschluss zuziehen lässt, ist angenehm und einfach zu bedienen. Es vermindert zudem das Risiko sich einzuzwängen. Innovative Einstellsysteme – wie beim Lazer O2 RD – können den Gebrauch des Helmes im Alltag erleichtern, was die Akzeptanz der Helmbenutzung beim Fahrradfahren unterstützt.
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Tipps für Verbraucher zum Fahrradhelm-Kauf
- Unabhängig von Preis, Hersteller und Design ist der Gang zum Fachhandel unbedingt zu empfehlen. Eine gute Beratung zeigt auf, wo die Unterschiede liegen, worauf es ankommt und zu achten ist.
- Nur ein Helm, der optimal sitzt und an keiner Stelle drückt wird auch benutzt. Daher muss er vor dem Kauf unbedingt in Ruhe ausprobiert werden und bestenfalls eine Zeit im Laden getragen werden.
- Eine gute Belüftung mit zahlreichen, großen Öffnungen sorgt für angenehmen Tragekomfort, wobei besonders bei Kinderhelmen das schützende Insektengitter nicht fehlen darf.
- Erwachsene sind Vorbilder für Kinder! Aufklärungen der Verkehrssicherheitsprogramme zur Benutzung von Fahrradhelmen haben nur dann eine Wirkung, wenn auch Erwachsene beim Radfahren einen Helm tragen.
- Helme halten nicht ewig, auch wenn äußerlich keine Schäden feststellbar sind. Wenn er bei einem Sturz sein "Soll" erfüllt hat, dann gehört er stets entsorgt. Die Werkstoffe eines Helms unterliegen – je nach Gebrauchsbedingungen – einer Alterung. Deshalb sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Deshalb ist auch davon abzuraten, gebrauchte Helme anzuschaffen.
- Weitere wichtige Hinweise zum Gebrauch und zur Pflege enthalten die Bedienungsanleitungen.